Monopolstellung, weil die Konkurrenz ihre Stärken nicht nutzt

Kommentar: Was Microsoft Linux verdankt

Mit Innovationen glänzte der Software-Gigant Microsoft in letzter Zeit nicht - einzig den Desktop-Markt beherrscht er noch immer. Dabei ist diese Vorherrschaft von Windows nicht allein Microsofts Verdienst. Ohne die Mithilfe der Spieleindustrie wäre das Unternehmen heute vielleicht nur noch Mittelmaß.

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Im Desktop-Bereich ist Microsoft mit dem Windows-Betriebssystem immer noch Marktführer. (Bild: Microsoft/Windows 8)
Im Desktop-Bereich ist Microsoft mit dem Windows-Betriebssystem immer noch Marktführer. (Bild: Microsoft/Windows 8)
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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Das Windows-Monopol
  2. 2Im Stich gelassen
  3. 3Das andere Image von Linux
  4. 4Apple und der Desktop-Markt
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Es ist schon merkwürdig, wie entspannt die Diskussionen über Microsofts Geschäftspolitik in den letzten Jahren verliefen. Wurden früher zwischen Windows-Nutzern und dem Apple- bzw. Linux-Lager erbitterte Glaubenskämpfe ausgetragen, scheint sich heute keiner mehr so richtig für Microsoft zu interessieren: Haben die nicht gerade ein neues Office vorgestellt? Damals als Großereignis gefeiert, läuft solch eine Nachricht heute unter "ferner liefen". 

Das Windows-Monopol

Dabei wird häufig vergessen, welche Monopolstellung Microsoft noch immer auf dem Desktop-Markt hat: Mehr als 90 Prozent aller Desktop-PCs laufen laut Net Applications mit Microsoft Windows. Zum Vergleich: Der Marktanteil von Mac OS liegt bei mageren sieben Prozent. Die Marktmacht Microsofts regte damals viele Leute schrecklich auf - heute wird sie mit einem Gähnen quittiert.

Trotz der strategischen Missgeschicke Microsofts auf dem Internetmarkt und später bei Smartphones und Tablet-PCs, die letztlich dazu führten, dass Glanz und Ruhm des Unternehmens aus Seattle stark verblasst sind, hat Microsofts Dominanz auf dem Desktop nicht nachgelassen. Diese Dominanz verdankt das Unternehmen allerdings nicht allein der Qualitiät von Windows, Office und Co., sondern vor allem dem Scheitern von Linux auf dem Consumermarkt. Sicher, Linux spielt in embedded-Systemen, bei Studenten-PCs und auf dem Server-Markt ganz vorne mit. Städte und Kommunen in Deutschland steigen auf Linux um. Sogar das Mobil-Betriebssystem Android hat einen Linux-Kernel. Doch beim Desktop-PC ist der große Durchbruch nie gelungen. Das wiederum hat nichts mit der Qualität des Betriebssystems zu tun. Ubuntu ist heute nahezu ebenso einfach zu bedienen und optisch genauso schön wie Windows. Noch dazu ist es kostenlos. Sind wir nicht alle Schnäppchenjäger? Müssten wir uns nicht alle auf das kostenlose Betriebssystem stürzen?



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