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Mit HDMI-Anschluss: Thecus N5550 als Multimedia-NAS
Für rund 450 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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NAS mit Anschluss zum Fernseher: Der Thecus N5550 reicht DVB-T Signale und Media Player Funktionen per HDMI an das TV-Gerät im Wohnzimmer weiter. Leider fehlt eine Fernbedienung.

Der taiwanische Hersteller Thecus rüstet sein NAS-System N5550 mit einem HDMI-Anschluss für die Multimediabedienung im Wohnzimmer aus. Auch der Empfang von Live-Fernsehen ist möglich. Besonders die XBMC-Steuerung gefiel im Test. Leider fehlt eine passende Infrarot-Fernbedienung.

Der N5550 des taiwanischen Herstellers Thecus ist wie die bereits getesteten Netzwerkspeicher von QNAP, Synology und Asustor bereit für den DVB-T Empfang. Dank HDMI-Anschluss und Software wie XBMC wird das Gerät auch zum Media Player im Wohnzimmer. Netzwelt ließ sich das Gerät mitsamt DVB-T-Stick in die Redaktion kommen.

Im Gegensatz zu den anderen Modellen der Testreihe ist der N5550 kein Netzwerkspeicher mit zwei, sondern mit fünf Festplatteneinschüben. Die horizontal gelagerten Plätze sind für 2,5- und 3,5 Zoll-HDDs ausgelegt, die Gesamtspeicherkapazität des NAS beträgt bis zu 20 Terabyte. Daher zielt der Netzwerkspeicher eher auf Unternehmen, die das Gerät im RAID-Verbund betreiben wollen. Angesichts des geringen Preises von rund 440 Euro ohne Festplatten ist der N5550 aber auch für Privatanwender interessant. Wer auf der Suche nach kleineren Netzwerkspeichern ist, findet im N2800 und N4800Eco aber ebenfalls passende Modelle des Herstellers mit HDMI-Anschluss und damit Multimedia-Unterstützung. Beim N5550 runden zwei Ethernet-Ports, ein eSATA-Anschluss, fünf USB 2.0-Eingänge die Hardware-Ausstattung ab. Gigabit-Ethernet und USB 3.0 sind nicht mit an Bord.

Software-Erweiterung

Die HDMI-Weiterleitung wird mit der Installation der Anwendung Local Display (lokale Anzeige) möglich, die im Modul Application Server nachinstalliert wird. Als Media Player Software wird der beliebte XBMC Player und als weitere Abspielsoftware der VLC Player installiert. XBMC übernimmt auch den Live TV-Empfang; Tuner- und Sendersuche erfolgen im Konfigurationsmenü des N5550. Derzeit werden elf verschiedene DVB-T Sticks unterstützt, die man in Deutschland zum Teil aber nicht im Handel bekommt.

Netzwelt testete den Live TV-Empfang zunächst direkt über die NAS-Benutzeroberfläche mit dem Modell A836 von Avermedia, den uns Thecus zur Verfügung stellte. Die Sendersuche gelang schnell, zum Abspielen über die Benutzeroberfläche steht der VLC Player zur Verfügung. Der Programmführer ermöglicht Aufzeichnungen, bereitet die Senderinformationen aber nicht in einer Rasterdarstellung mit allen aktuellen Kanälen auf. Stattdessen bedarf es der ständigen Umstellung auf die jeweiligen gewünschten Sender per Drop-Down-Menü. Auffällig war, dass das Backend im Vergleich zu den Netzwerkspeichern von QNAP, Synology und Asustor recht altbacken wirkt.

Auf dem Startbildschirm des Local Display Moduls am Fernseher werden Anwender mit vier Schaltflächen begrüßt - Firefox, Terminal, XBMC und VLC Player. Via Firefox surft man im Internet und ruft auch die Systemeinstellungen des Netzwerkspeichers auf - eine lokale Netzwerkverbindung wird dann nicht benötigt. Über den Terminal wird eine Linux-Anzeige für eigene Programmierungen aufgerufen - eine Funktion für Profis. Der VLC Player wiederum dient der Wiedergabe von auf dem NAS gespeicherten Dateien am Fernseher. Die interessantere Alternative ist der XBMC-Player, der sich dank optisch ansprechender Gestaltung, Unterstützung vieler Medienformate, Abspielfähigkeit von Netzwerkmedien und weiterer Funktionen als produktive Media Player Software empfiehlt.

Multimedia-NAS Thecus N5550 mit HDMI-Anschluss

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Großes Gehäuse, viel Speicherplatz: Das Thecus N5550 ist für den Betrieb mit fünf Festplatten ausgelegt. Dafür ist es zu Straßenpreisen von rund 450 Euro recht günstig zu haben. (Bild: netzwelt)

Nach der Live TV-Aktivierung in den XBMC-Einstellungen und Konfiguration einer der möglichen Videorekorder-Erweiterungen empfangen Anwender auch die abgetasteten Programme über den Fernseher. Vorteil ist der Rückgriff auf Aufnahmen, was am Fernseher sonst nur über eine andere Set-Top-Box oder eine im TV-Gerät verbaute Videorekorderfunktion gelingt. Allerdings ist die Konfiguration der Videorekorderfunkton kein leichtes Unterfangen - weitere Informatonen zur Einrichtung finden sich auf der XBMC-Webseite.

Bedienung mit Maus und Tastatur

Thecus verbaut im N5550 übrigens einen Intel Atom D2550-Prozessor der Chipgeneration Cedar Trail mit 1,86 Gigahertz, der für flüssiges Abspielen von SD- und HD-Material sorgen soll. Als Grafikeinheit kommt der PowerVR SGX 545 von Imagination Technologies zum Einsatz. Mit der Wiedergabe von h264- und mp4-kodierten Videos in 1080p-Auflösung vom NAS gab es keine Probleme.

Für die XBMC-Bedienung müssen Tastatur und Maus herhalten - eine umständliche Lösung für ein NAS im Wohnzimmer. Eine alternative App für mobile Geräte zur Fernbedienung stellt der Hersteller nicht zur Verfügung. Dafür gibt es kostenlose Apps zur Steuerung der Software, etwa das Miniprogramm HippoRemote Lite. Thecus selbst hat für seine NAS-Systeme die Apps ThesucShare, Thecus Dashboard und T-OnTheGo im Portfolio, die nicht der Media Player Steuerung, aber dem Zugriff auf die Netzwerkspeicher dienen.

Fazit

Mit seinen fünf Festplatteneinschüben ist das N5550 von Thecus für den privaten Gebrauch zu überdimensioniert. Allerdings gibt es auch kleinere Systeme des Herstellers im Handel mit HDMI-Anschluss - etwa das N2800. Es eignet sich eher für den Betrieb im Wohnzimmer - das N5550 lässt man am besten im TV-Schrank verschwinden, wo auch die Geräuschentwicklung kaum stört.

Gefallen an der Nutzung des Thecus-NAS als HDMI-Multimedia-Zuspieler hat die XBMC-Integration. So reicht eine Software für den Live TV-Empfang und das Abspielen anderer Multimedia-Dateien. Eine App zur Bedienung am TV-Gerät wird allerdings schmerzlich vermisst: Tastatur und Maus sind eine schlechte Krücke für die Steuerung im Wohnzimmer.

Netzwelt hat bereits andere Multimedia-Netzwerkspeicher getestet: den TS-269L von QNAP, die Synology Disk Station DS213+ und das NAS AS 602-T von Asustor.

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Mit HDMI-Anschluss: Thecus N5550 als Multimedia-NAS
Mit dem XBMC-Player wird Thecus NAS-Tower N5550 zur Fernsehstation. Nur eine fehlende native App zur Bedienung schmälert den Eindruck.
http://www.netzwelt.de/news/95229-hdmi-anschluss-thecus-n5550-multimedia-nas.html
2013-02-25 15:47:53
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2013/5684/46333.jpg
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