Klein, groß, leuchtend oder ohne Licht

Mit Lesestoff in den Urlaub: Welcher E-Book-Reader soll in den Koffer?

Auf Reisen sind E-Book-Reader ein wahrer Segen. Tausende Bücher finden auf ihnen Platz, ohne für zusätzliches Gewicht zu sorgen. Der Markt ist groß: Amazon, Kobo, Sony, PocketBook und viele mehr buhlen um die Gunst der Kunden. Netzwelt hilft Ihnen dabei, das richtige Modell für Ihre Zwecke zu finden.

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Im Urlaub mit E-Book-Reader: Welches Modell ist das richtige für Sie? (Bild: PocketBook)
Im Urlaub mit E-Book-Reader: Welches Modell ist das richtige für Sie? (Bild: PocketBook)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Bindung an Amazon?
  2. 2E-Ink oder Farbdisplay?
  3. 3Nur Urlaub oder auch Arbeit?
  4. 4Mit Internetanbindung?
  5. 5Mit Beleuchtung?
  6. 6Groß oder klein?
  7. 7Wasserdicht und sonnenfest?
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Für welchen E-Reader Sie sich entscheiden, sollte nicht nur von Form und Farbe abhängen, sondern auch vom gewünschten Einsatzgebiet. Zentral ist beispielsweise die Frage, ob Sie mit dem E-Reader vor allem EPUB-Dateien oder lieber Dokumente in einem anderen Format lesen wollen. 

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Bindung an Amazon?

Romane und Sachliteratur liegen in der Regel im besagten EPUB-Format vor. Oft ist Lektüre mit dieser Dateiendung sogar kostenlos und völlig legal im Netz zu finden - eine Übersicht entsprechender Quellen finden Sie hier. Nicht alle E-Reader unterstützen jedoch dieses Format. Amazon beispielsweise hat bei seiner Kindle-Familie stattdessen das proprietäre AZW-Format eingeführt. EPUBs lassen sich also nicht ohne Weiteres auf dem Kindle oder Kindle Paperwhite lesen.

Wer mit einem E-Reader von Amazon liebäugelt, muss sich darauf einstellen, auch bei der Beschaffung von neuem Lesefutter an den Onlineversand gebunden zu sein. Bücher von Amazon sind natürlich im entsprechenden Format zu finden. Literatur aus anderer Quelle muss jedoch vom Leser erst umgewandelt werden, wofür beispielsweise die Freeware Calibre geeignet ist. Wer sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden kann, sollte sich keinen Kindle zulegen.

Wem das egal ist, der findet hier unseren Test des Kindle Paperwhite der ersten Generation. Das Modell unterscheidet sich nur in wenigen Details vom Nachfolger.

E-Ink oder Farbdisplay?

Wenn Sie vor allem lesen wollen, sollten Sie immer zu einem E-Reader mit E-Ink-Display greifen. Dieses kann zwar nur Graustufen und kein umfangreiches Farbspektrum darstellen, strengt Ihre Augen jedoch auch nicht so an wie ein normaler Bildschirm. Die Darstellung neuer E-Ink-Displays kommt dem Vorbild Buchseite bereits sehr nahe.

Amazons Kindle Fire oder der Kobo arc bieten sich hingegen kaum zum stundenlangen Lesen an. Bei diesen Geräten handelt es sich um Tablets, deren Funktionsumfang sehr viel umfangreicher ist. Wer nicht nur lesen will, sondern auch spielen, Fotos machen etc. sollte einen Blick auf unseren Tablet-Vergleichstets werfen.

PocketBook bietet mit dem Color Lux einen Kompromiss - einen E-Book-Reader mit farbigem E-Ink-Display. Dieser ist speziell für eifrige Comic-Leser interessant.

Nur Urlaub oder auch Arbeit?

Überlegen müssen Sie sich auch, ob Sie Ihren Reader nicht nur für die Freizeit, sondern ebenso im Berufsleben oder Studium nutzen wollen. Ist Letzteres der Fall, empfiehlt es sich, ein Gerät mit einer umfangreichen Dateiunterstützung zu kaufen. Idealerweise sollte der E-Reader einen guten PDF-Lesemodus bieten und auch Word-Dokumente auslesen können.

Ein Modell, das Doc- und EPUB-Dateien unterstützt und einen guten PDF-Lesemodus bietet, ist der Basic New von PocketBook für 80 Euro. Allerdings müssen Sie bei diesem Modell auf eine Internetanbindung verzichten.

Unabhängig davon um welches Gerät es sich handelt, ist das Lesen von anderen Dateien als EPUBs oder AZWs auf E-Book-Readern weniger komfortabel. Auch Anmerkungen und Notizen lassen sich in der Regel nicht in PDFs anfertigen, obwohl solche Funktionen bei EPUBs zur Grundausstattung gehören. Die Umwandlung der Dateiformate via Calibre ist ein Lösungsweg, führt aber in der Regel auch nicht zu perfekten Ergebnissen.

Mit Internetanbindung?

Viele, aber noch längst nicht alle E-Reader sind mit dem Internet verbunden. Personen mit Kabelphobie wird empfohlen, beim Kauf darauf zu achten, ein Gerät mit WLAN oder 3G-Unterstützung zu kaufen. So lässt sich vermeiden, Bücher-Nachschub per Kabel auf das Gerät zu ziehen. Speziell im Urlaub ist dies sinnvoll, da der Zugriff auf das Hotel-WLAN höchstwahrscheinlich einfacher umzusetzen ist als der Zugriff auf einen Hotel-Rechner in der Lobby. 

Welcher E-Reader ist der beste? Netzwelt wagt den Vergleich. (Bild: Kobo)
Mit Beleuchtung lässt sich auch im Dunkeln lesen. (Bild: Kobo)

Mit Beleuchtung?

Eine LED-Beleuchtung im Rand des E-Readers ist der neueste Clou auf dem Markt. Jeder E-Reader-Hersteller hat ein solches Modell im Angebot, um das Lesen von Büchern auch im Dunkeln zu gewährleisten. Eine praktische Funktion, wenn keine externe Lichtquelle vorhanden ist oder die Sonne auf das Display scheint.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Ein beleuchtetes E-Ink-Display verliert seinen Charme. Sinn der Technik ist es, dem Betrachter ein Buch-ähnliches Lesegefühl zu geben. Es sollte die Augen des Betrachters nicht überanstrengen wie beim stundenlangen Starren auf einen Bildschirm. Bei E-Readern verschluckt das Licht jedoch diese Eigenschaft. Schnell bekommt man das Gefühl, auf einen gewöhnlichen Bildschirm zu starren. Als alleinigen Kaufgrund sollten Nutzer die Beleuchtung also nicht betrachten.

Groß oder klein?

Die meisten E-Reader haben einen sechs Zoll großen Bildschirm. Ausnahmen sind der Kobo mini mit einer Bildschirmdiagonalen von fünf Zoll oder der TrekStor Pyrus mini mit 4,3 Zoll. Im Test wurde das kleinere Display nicht als hinderlich empfunden und auch der Lesespaß nicht geschmälert. Nutzer sollten dennoch in natura einen Blick auf den Kobo mini werfen. Nur so können Sie feststellen, ob Ihnen das kleine Display auf die Nerven geht. Der Vorteil ist in der Regel der günstigere Preis.

Größer als sechs Zoll ist beispielsweise der Kobo Aura HD - er bietet eine Displaydiagonale von 6,8 Zoll. Oder auch der PocketBook InkPad mit stattlichen acht Zoll.

Wasserdicht und sonnenfest?

Auch am Strand lesen ist mit E-Book-Reader kein Problem. Vorausgesetzt Sie achten darauf, dass Ihr Gerät nicht zu lange in der sengend heißen Sonne liegt. Die meisten Geräte halten zwischen minus zehn und plus 45 Grad aus - allerdings nicht stundenlang. Ebenso sollten Sie auf Ihren Reader bei einem Gang ins Meer verzichten und ihn vor einem Tauchgang im Pool bewahren. Für solche extremen Situationen ist kein Modell ausgestattet. Selbst der PocketBook Aqua überlebt nur einen kurzen Fall ins Wasser. 

Einen umfangreichen E-Reader-Vergleichstest finden Sie hier auf netzwelt.

Dieser Artikel wurde am 20. Juni 2014 aktualisiert.

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