Klein, groß, leuchtend oder ohne Licht

Kaufberatung: Welcher E-Reader passt zu mir?

E-Reader sind zum Lesen da. Dennoch gibt es bei den Modellen auf dem Markt einige Unterschiede, die es zu bedenken gilt. Netzwelt erklärt, welche Fragen Sie sich vor dem Kauf stellen sollten. 

?
?

Netzwelt zeigt, welcher E-Reader sich für welchen Einsatz eignet. (Montage: netzwelt)
Netzwelt zeigt, welcher E-Reader sich für welchen Einsatz eignet. (Montage: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Bindung an Amazon?
  2. 2E-Ink oder Farb-Display?
  3. 3Freizeit oder Arbeit?
  4. 4Mit Internetanbindung?
  5. 5Groß oder klein?
  6. 6Mit Beleuchtung?
Werbung

Für welchen E-Reader Sie sich entscheiden sollte nicht nur von Form und Farbe abhängen, sondern auch vom gewünschten Einsatzgebiet. Zentral ist die Frage, ob Sie mit dem E-Reader vor allem EPUB-Dateien oder lieber Dokumente in einem anderen Format lesen wollen. 

Bindung an Amazon?

Romane und Sachliteratur liegen in der Regel im besagten EPUB-Format vor. Oft gibt es Lektüre mit dieser Dateiendung sogar kostenlos und völlig legal im Netz zu finden wie beispielsweise beim Project Gutenberg. Nicht alle E-Reader unterstützen jedoch dieses Format. Amazon beispielsweise hat bei seiner Kindle-Familie stattdessen das proprietäre AZW-Format eingeführt. EPUBs lassen sich also nicht ohne weiteres auf dem Kindle oder Kindle Paperwhite lesen.

Wer mit einem E-Reader von Amazon liebäugelt muss sich also darauf einstellen, auch bei der Beschaffung von neuem Lesefutter an den Online-Versand gebunden zu sein. Bücher von Amazon sind natürlich im entsprechenden Format zu finden. Literatur aus anderer Quelle muss jedoch vom Leser erst umständlich umgewandelt werden. Wer sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden kann, sollte sich keinen Kindle zulegen.

E-Ink oder Farb-Display?

Wenn Sie vor allem Lesen wollen sollten Sie immer zu einem E-Reader mit E-Ink-Display greifen. Dieses kann zwar nur Graustufen und kein umfangreiches Farbspektrum darstellen, strengt Ihre Augen jedoch auch nicht so an wie ein normaler Bildschirm. Die Darstellung neuer E-Ink-Displays kommt dem Vorbild Buchseite bereits sehr nahe.

Amazons Kindle Fire oder der Kobo arc bieten sich hingegen weniger zum stundenlangen Lesen an. Bei diesen Geräten handelt es sich eher um Tablets, deren Funktionsumfang zwar sehr viel umfangreicher ist, aber die dadurch auch eher für unterschiedliche Einsätze und nicht ausschließlich fürs Lesen geeignet sind. 

Freizeit oder Arbeit?

Darüber hinaus sollten Sie sich überlegen, ob Sie ihren Reader nicht nur für die Freizeit, sondern auch im Berufsleben nutzen wollen. Ist letzteres der Fall, empfiehlt es sich, ein Gerät mit einer umfangreichen Dateiunterstützung zu kaufen. Idealerweise sollte der E-Reader einen guten PDF-Lesemodus bieten und auch Word-Dokumente auslesen können. Ein Modell, das Doc- und EPUB-Dateien unterstützt und einen guten PDF-Lesemodus bietet ist der Basic New von PocketBook für 80 Euro. Allerdings müssen Sie bei diesem Modell auf eine Internetanbindung verzichten. Einen ausführlichen Test finden Sie hier.

Unabhängig davon, um welches Gerät es sich handelt, ist das Lesen von anderen Dateien als EPUBs und AZWs weniger komfortabel. Auch Anmerkungen und Notizen lassen sich in der Regel nicht in PDFs anfertigen, obwohl solche Funktionen bei EPUBs zur Grundausstattung von E-Readern gehören.

Mit Internetanbindung?

Viele aber noch längst nicht alle E-Reader sind mit dem Internet verbunden. Personen mit Kabelphobie wird empfohlen, beim Kauf darauf zu achten, ein Gerät mit WLAN oder sogar 3G-Unterstützung zu kaufen. So lässt sich vermeiden Bücher-Nachschub per Kabel auf das Gerät ziehen zu müssen. Kobo, Bookeen und Amazon bieten entsprechende Modelle an.

Mit dem Kobo glo, Kobo mini und auch dem Bookeen HD Frontlight lassen sich Bücher so - ein offenes WLAN-Netz vorausgesetzt - auch unterwegs bequem runterladen. 3G-Unterstützung bietet hingegen nur der Kindle Paperwhite von Amazon. Für diese Datenverbindung entstehen dem Nutzer dabei keine zusätzlichen Kosten, denn diese werden vom Unternehmen selbst getragen. 

Bei allen erwähnten Geräten ist ein Online-Buchhandel direkt auf dem E-Reader installiert. Thalia und Amazon überzeugten im Test mit einem umfangreichen Sortiment. Bei Kobo fehlten allerdings einige Bestseller. Wer sich dennoch für den Kobo interessiert muss sich also darauf einstellen, mithilfe des integrierten Browsers auf die Suche nach einem alternativen Shop zu gehen.

Groß oder klein?

Die meisten E-Reader haben einen sechs Zoll großen Bildschirm. Eine Ausnahme ist der Kobo mini mit einer Bildschirmdiagonalen von fünf Zoll. Auf dem Papier klingt dieser Unterschied nicht groß, in der Praxis ist er es aber doch. Auch wenn im Test das kleinere Display nicht als hinderlich empfunden und auch der Lesespaß nicht geschmälert wurde, sollten Nutzer einmal in natura einen Blick auf den Kobo mini werfen. Nur so können Sie feststellen, ob Ihnen das kleine Display auf die nerven geht. Der günstige Preis von nur 70 Euro macht das Gerät ansonsten zu einem attraktiven Angebot.

Mit Beleuchtung?

Eine LED-Beleuchtung im Rand des E-Readers ist der neueste Clou auf dem Markt. Der Kindle Paperwhite, Kobo glo und Bookeen HD Frontlight sind entsprechend ausgestattet, um das Lesen von Büchern auch im Dunkeln zu gewährleisten. Eine praktische Funktion, wenn keine externe Lichtquelle vorhanden ist.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Ein beleuchtetes E-Ink-Display verliert nämlich in der Regel seinen Charme. Sinn der Technik ist es, dem Betrachter ein Buch-ähnliches Lesegefühl zu geben. Es sollte die Augen des Betrachters nicht überanstrengen wie beim stundenlangen Starren auf einen Bildschirm der Fall. Bei E-Readern verschluckt das Licht jedoch diese Eigenschaft. Schnell bekommt man das Gefühl auf einen gewöhnlichen Bildschirm zu starren. Als alleinigen Kaufgrund sollten Nutzer die Beleuchtung also nicht betrachten.

Einen umfangreichen E-Reader-Vergleichstest finden Sie hier auf netzwelt

Mehr zum Thema »


Alle netzwelt-Specials

Hintergrundwissen Android-Handys Der große Update-Fahrplan

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Android-Smartphones. Nicht alle nutzen aber eine aktuelle Version des freien Betriebssystems. Für welche...

Komplettsystem All-In-One-PC mit Android Viewsonic VSD241

Zum Mobile World Congress in Barcelona hat der Monitor-Hersteller Viewsonic mit dem VSD241 einen neuen All-In-One-PC vorgestellt. Das Besondere:...



Forum