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Ausprobiert: Asustor-NAS als TV-Zentrale und Media Player
AS-602T mit Software nachrüsten

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Der Netzwerkspeicher Asustor AS-602T kann mittels Zusatzsoftware in einen Media Player verwandelt werden. Eignet sich das NAS als Multimedia-Zuspieler fürs Wohnzimmer?

Mit nützlicher Software wird aus den Netzwerkspeichern der Asus-Tochterfirma Asustor ein Media Player mit Fernsehempfang. Netzwelt schaute sich die Funktion am Modell AS-602T näher an.

Der Netzwerkspeicher AS-602T der Asus-Tochter Asustor begrüßt den Anwender mit einer aufgeräumten und schicken Benutzeroberfläche. Bunte Symbolflächen wirken zeitgemäß und erleichtern den Zugang zum System des Gerätes. Das NAS verfügt über zwei Festplattenschächte und besitzt insgesamt sechs USB-Schnittstellen (2xUSB 3.0, 4xUSB 2.0) sowie zwei Gigabit-Ports.

Vorteil des Netzwerkspeichers ist ein HDMI-Anschluss, wie er auch am QNAP TS-269L anzutreffen ist. Darüber lässt sich eine Verbindung des Netzwerkspeichers mit einem Fernseher herstellen. Mit einer Software-Erweiterung wird der AS-602T dann zum Media Player. Mit der Zusatzanwendung DVBLink TV Server empfängt das NAS auch DVB-T-Streams.

Boxee als Media Player-Software

Der Reihe nach: Als Media Player-Software zur Bedienung am Fernseher setzt Asustor auf die bekannte Anwendung Boxee. Als Basis des Programms dient der XBMC-Player. Entsprechend umfangreich sind die Funktionen der Software - es werden unzählige Film- und Videoquellen aus dem Internet angezapft, ergänzende Apps sind installierbar, Netzwerkmedien abspielbar, viele Medienformate werden unterstützt. Auch die Optik gefällt durchweg. Leider liegt die Software in der älteren Version 0.9.28 vor. Die Installation der Boxee-Version erfolgt über den Software-Center App Central. Ob es ein Update auf eine neuere Version gibt, ist ungewiss.

Trotz der fraglichen Auffrischung - Boxee ist eine gelungene Media Center-Software. Wegen der Lüfter- und Festplattengeräusche sollte man das NAS am besten in den TV-Schrank stellen, will man den Netzwerkspeicher im Wohnzimmer am Fernseher betreiben. Als praktisch im Test erwies sich die Fernbedienung mit der Gratis-App AiRemote von Asustor. Die Kontrolle via Miniprogramm ist aber in der Regel umständlicher als mit einer herkömmlichen Steuerung. Das liegt in erster Linie an der Touchscreen-Steuerung und der virtuellen Tastatur. Alternativ setzen Anwender auf Tastatur und Maus als Fernbedienung der Boxee-Software.

Asustor: NAS als TV-Zentrale und Media Player

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Der Netzwerkspeicher der Asus-Tochter wird von einem Intel Atom Dual-Core-Prozessor mit 2,13 Gigahertz angetrieben. (Bild: netzwelt)

Fernsehen über TV-Erweiterung

Der DVB-T-Empfang wird über eine Erweiterung von dvblogic möglich. Der Anbieter stellt TV-Software für verschiedene Plattformen her, darunter auch für die Netzwerkspeicher von Asustor, aber auch für Synology und QNAP. Vorteil ist, dass der über App Central installierbare dvblink TV Server auch eine Unterstützung für Kabel (DVB-C) und Satellit (DVB-S/S2) mitbringt - es können also auch andere Sticks als Tunerquellen eingepflegt werden. Nachteil ist aber der Preis der Software: Für das Programm dvblink TVSource, das für das Abtasten der Fernsehkanäle verantwortlich ist, werden knapp 25 Euro fällig.

Netzwelt nutzte die Software in einer Testphase, um diese mit dem DVB-T-Stick von Elgato Eye DTT auszuprobieren. Anwender müssen dabei neben dem Setup die DVB-T-Transponder konfigurieren und nach der Kanalsuche lieferbare Kanäle auswählen. Die Konfiguration gestaltete sich umständlich, eine genaue Anleitung ist hier einzusehen. Eine Liste mit unterstützten Tunern hat dvblogic an dieser Stelle veröffentlicht.

VLC als Wiedergabe-Software

Bei der Wiedergabe setzt dvblogic auf den VLC Media Player - eine eigene Software, die das schnelle Umschalten von Kanälen ermöglicht, fehlt. So bietet die Plattform nicht die vom Fernseher gewohnte Bedienungsqualität. Allerdings ist es möglich, Aufnahmen per EPG zu programmieren und diese per DLNA im Netzwerk bereitzustellen.

Das macht es möglich, auch am Fernseher via Boxee auf diese zuzugreifen. Allerdings ist dieses Szenario umständlich: Die Programmierung erfolgt per PC oder Notebook-Zugriff, das Abspielen dann via HDMI und Boxee am TV-Gerät.

Ein alternativer, gangbarer Weg ist die App dvblink für Boxee. Sie macht es möglich, auf den laufenden und richtig konfigurierten TV-Server von dvblink auf dem NAS über die Media Player-Software zuzugreifen und Live-TV zu schauen. Im Test schlug der Start allerdings fehl, was auch mit der mangelnden Unterstützung an DVB-T-Sticks zu tun haben könnte. Die Liste an Tunern, die am Asustor-NAS mit dvblink funktionieren, ist nicht sehr umfangreich.

Fazit

Asustor setzt auf dvblink für den Fernsehempfang, eine native Lösung gibt es nicht. Weil die Software recht komplex aufgebaut und kostenpflichtig ist, ist die Anwendung voraussetzungsvoll.

Dvblink ermöglicht Live-Fernsehen auch bei Anschluss des AS-602T am TV-Gerät per HDMI. Die Liste an unterstützten Tunern ist aber nicht sehr lang. Boxee als Abspielsoftware ist an sich keine schlechte Wahl - wegen der Konzentration der Entwickler auf Hardware-basierte Media Player wie die Boxee Box ist aber nicht mit ständigen Updates zu rechnen. Die AiRemote indes ist eine gelungende App für iOS und Android zur Bedienung des NAS im Wohnzimmer.

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Ausprobiert: Asustor-NAS als TV-Zentrale und Media Player
Ausprobiert: Asustor-NAS als TV-Zentrale und Media Player
Mit der Boxee-Software werden NAS-Modelle der Asus-Tochter Asustor zu Media Playern fürs Wohnzimmer. Auch Unterstützung für Live-Fernsehen via DVB-T ist mit an Bord.
http://www.netzwelt.de/news/95196-ausprobiert-asustor-nas-tv-zentrale-media-player.html
2013-02-18 17:22:12
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2013/5679/46269.jpg
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