Sie sind hier:
 

Datenlücke: Google Play gibt Kundenprofile an Entwickler weiter
Verstoß gegen die Datenschutzrichtlinien

von Stephan Porada Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Der Android-App-Entwickler Dan Nolan berichtet in einem Blogeintrag, dass er in Google Play umfangreiche Nutzerdaten seiner Kunden einsehen kann. Dass dies möglich ist, sieht er kritisch. Nach den Datenschutzrichtlinen von Google dürfte der Umstand nicht möglich sein.

Der Android-App-Entwickler Dan Nolan hat in einem Blogeintrag erklärt, dass Google ihm detaillierte Nutzerdaten sämtlicher Käufer seiner App bereitstellt. Nolan vertritt die Meinung, dass dies nicht sein dürfe. Die Weitergabe der Daten steht auch im Kontrast zu den offiziellen Richtlinien von Google.

Der Entwickler kann viele detaillierte Daten einsehen. (Quelle: Google)

In dem Blogeintrag schildert Nolan, wie er mehr oder weniger zufällig über die Nutzerdaten gestolpert ist, die ihm Google zu Verfügung stellt. Der Entwickler wollte lediglich seine Zahlungsdetails aktualisieren. Als er dann zu seinem Händler-Konto wechselte, entdeckte er dort unter der Kategorie Bestellungen detaillierte Informationen zu den Käufern seiner App.

Umfangreiches Profil

Die Daten, die Nolan erhielt, waren E-Mail-Adressen, Wohnorte und in vielen Fällen auch die kompletten Namen der Käufer. Dass App-Entwickler in den Besitz dieser umfangreichen Profile kommen können, sieht Nolan kritisch. "Mit den mir durch das Bezahlsystem zu Verfügung stehenden Daten könnte ich Nutzer ausfindig machen, die negative Kritiken über die App geschrieben oder diese zurückgegeben haben, und sie bedrängen."

Nach der Auffassung des Entwicklers sind alle Nutzer von der Weitergabe der Daten betroffen, die eine App im Google Play Store gekauft haben. Ob persönliche Informationen auch bei kostenlosen Apps weitergegeben werden, konnte Nolan nicht sagen.

Dass dieser Umstand bis jetzt noch nicht publik geworden ist, erklärt sich Nolan dadurch, dass die detaillierten Daten von einigen Entwicklern weiterverkauft werden und für zusätzliche Einnahmen sorgen könnten. So oder so ruft Nolan Google dazu auf, das Problem zu beheben: "Das ist ein massives Datenschutzproblem. Behebt es. Sofort."

Gegen die eigene Datenschutzrichtlinie

Dass Entwickler umfangreiche Informationen zu ihren Käufer erhalten, steht auch im Kontrast zu den offiziellen Datenschutzrichtlinien von Google. In diesen steht, dass das Unternehmen Daten nur dann an Außenstehende weitergibt, wenn der Nutzer dafür seine explizite Einwilligung gegeben hat. Einzig nicht-personenbezogene Datensätze darf Google laut seiner Richtlinien beispielsweise an Verlage oder Werbeunternehmen weitergeben.

Eine Stellungnahme von Google selbst bezüglich des Themas steht noch aus.

Kommentare zu diesem Artikel

Der Android-App-Entwickler Dan Nolan berichtet in einem Blogeintrag, dass er in Google Play umfangreiche Nutzerdaten seiner Kunden einsehen kann. Dass dies möglich ist, sieht er kritisch. Nach den Datenschutzrichtlinen von Google dürfte der Umstand nicht möglich sein.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!
  • ExGoogleFanboy schrieb Uhr
    AW: Datenlücke: Google Play gibt Kundenprofile an Entwickler weiter

    Wenn ich lese was Google sich für gigantische Datenschutz-Frechheiten hinter der drolligen Facade leistet wird mir echt kotzübel. Das ist schon wirklich Menschenverachtend. Klar,ein Anwald könnte das aus den Datenschutzrichtlinien von Google rauslesen. Google ist eine echte Plage des Internets geworden und die User sollten sich ein für alle mal von dieser Firma abwenden. Außer man will verarscht werden.
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Datenlücke: Google Play gibt Kundenprofile an Entwickler weiter

    ... Problem ... Im Falle von Google berufen sie sich jedoch explizit auf ihre Datenschutzerklärung. Und in der steht: ... Wir geben keine personenbezogenen Daten an Unternehmen, Organisationen oder Personen außerhalb von Google weiter ... außer man stimmt der Weitergabe explizit zu, man lässt sich von einem "Domain-Administrator" unterstützen (den man allerdings selbst wählt, bzw. in einem Unternehmen u.U. gestellt bekommt), wenn andere Firmen im Auftrag von Google Daten bearbeiten (ebenfalls im Rahmen der Richtlinien, was bei der Weitergabe an "irgendeinen" Entwickler "irgendeiner" App absolut nicht gewährleistet ist) oder wenn beispielsweise eine Strafverfolgungsbehörde bei Google klingelt ...
  • M. Schmidt schrieb Uhr
    AW: Datenlücke: Google Play gibt Kundenprofile an Entwickler weiter

    Da sehe ich nun weniger in Problem drin, denn es besteht beim Kauf einer App nunmal ein Vertrag zwischen Käufer und Verkäufer und dazu gehört im Onlinehandel i.d.R. nun auch einmal die Adresse. Das ist bei anderen Platformen, wie Amazon und Ebay, nicht anders. Auch hier können diese Angaben weiterverkauft werden.

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
37264
Datenlücke: Google Play gibt Kundenprofile an Entwickler weiter
Datenlücke: Google Play gibt Kundenprofile an Entwickler weiter
Ein Android-App-Entwickler hat in einem Blogeintrag berichtet, wie ihm Google detaillierte Kundendaten bereitstellt.
http://www.netzwelt.de/news/95167-datenluecke-google-play-gibt-kundenprofile-entwickler.html
2013-02-14 10:42:12
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2013/entwickler-viele-detaillierte-daten-einsehen-bild-google-18040.jpg
News
Datenlücke: Google Play gibt Kundenprofile an Entwickler weiter