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Windows-8-Leichtgewicht: Lenovo IdeaTab Lynx im Test
Mit Atom-Prozessor

von Michael Knott
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Das Lenovo IdeaTab Lynx wiegt deutlich weniger als 700 Gramm und hat dennoch einen 11,6 Zoll großen Bildschirm und einen Atom-Prozessor. Auch eine Tastatur mit Akku ist erhältlich. Im Test zeigt sich: Das Tablet ist top, die Tastatur hingegen ein Flop.

Was Leichtes für zwischendurch, das bei Bedarf aber auch für einen extra langen Arbeitstag reicht: Die Rede ist vom nur knapp 640 Gramm schweren Windows-8-Tablet Lenovo IdeaTab Lynx mit Intel-Atom-Prozessor und akkubetriebener Tastatur. Im Test zeigt sich: Der Tablet-PC ist top, das zugehörige Tastatur-Dock hingegen ein Flop.

In der Theorie haben Hybrid-Geräte wie das Lenovo IdeaTab Lynx K3011 klassische Notebooks längst abgelöst. In der Praxis konnten sie sich hingegen noch nicht auf ganzer Linie durchsetzten. Oftmals liegt es an der nicht ausreichenden Leistung oder an zu knapp bemessenen Schnittstellen. Und oft müssen Besitzer von Hybrid-Geräten auch Kompromisse eingehen. Manche Modelle sind einfach mehr Tablet als Notebook, bei anderen, wie dem Dell XPS 12, schlagen am deutlichsten die Notebook-Gene durch.

Auch das Lenovo Lynx tritt an, gleichzeitig Tablet und Notebook zu sein. Die Gene erscheinen hier recht fair verteilt: Der Tablet-Zweig seines Stammbaumes steuert den berührungsempfindlichen Bildschirm, die Notebook-Ahnen die abnehmbare (aufpreispflichtige) Tastatur bei.

Ausstattung

Im Inneren des Lenovo-Tablets kommt eine Intel Atom Z2760-CPU zum Einsatz. Modelle mit diesem Chipsatz sind noch verhältnismäßig dünn gesät. Er findet sich aber beispielsweise auch im Samsung ATIV Smart PC Pro. Die Taktfrequenz beträgt 1,8 Gigahertz. Zusätzlich verbaut der chinesische Hersteller klassenübliche zwei Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 64 Gigabyte eMMC-Flashspeicher.

An der rechten Gehäuseflanke findet sich ein Micro-HDMI-Ausgang, der den Bildschirminhalt bei Bedarf auf dem großen Fernseher anzeigen kann. Auch der kombinierte Mikrofon-/Kopfhörereingang sitzt hier. Gegenüberliegend verbaut Lenovo eine Lautstärkewippe, die mit verhältnismäßig kräftigem Druck bedient werden will. Außerdem findet sich auf der linken Seite ein Knopf zur Bildschirmarretierung. Drückt man ihn, wird die automatische Bildschirmausrichtung unterbunden oder wieder freigegeben.

Je ein Lautsprecher auf der linken und rechten Seite sorgt für klangliche Untermalung und die Ausgabe von Systemtönen. Wobei sich Anwender besser auf Letzteres beschränken sollten, denn die Klangqualität der Mini-Speaker lässt zu Wünschen übrig. Besser, man nutzt den Kopfhörerausgang. Oberhalb des Displayrandes findet der Nutzer zudem noch eine eingebaute Webcam mit einer Auflösung von zwei Megapixeln vor. Eine Hauptkamera auf der Rückseite des Tablets fehlt hingegen.

Dafür nimmt ein per Gummilippe geschützter Speicherkartenschacht microSD-Karten entgegen. Auf diese Art und Weise können Nutzer den wahlweise 32 oder 64 Gigabyte großen internen Speicher mühelos und kostengünstig erweitern. Sehr gut: Die eingesteckte Speicherkarte "verschwindet" vollständig im Gehäuse und steht nicht über. Sie kann also dauerhaft im Gerät verbleiben.

Verarbeitung

Wie eingangs erwähnt ist das 300,9 x 188 x 9,48 Millimeter große Lynx vor allem eines - sehr leicht. Die geeichte Waage zeigt gerade einmal 635 Gramm an. Für einen Tablet-Computer mit 11,6 Zoll großem Display ist dies ein Spitzenwert. Zum Vergleich: Apples iPad mit 9,7 Zoll großem Display wiegt mit mindestens 650 Gramm schon mehr. Microsofts Surface RT hat ein 10,6-Zoll-Display und wiegt über 680 Gramm.

Ein niedriges Gewicht ist natürlich für denjenigen wichtig, der seinen Tablet-PC oft transportiert - etwa auf dem täglichen Weg ins Büro oder zur Universität. In den Händen fühlt sich das Testgerät von Lenovo dafür längst nicht so solide und hochwertig an wie die schwerere Konkurrenz von Microsoft und Apple.

Grobe Verarbeitungs-Schnitzer sind am Lenovo-Modell glücklicherweise nicht zu finden. Dennoch führt der konsequente Leichtbau etwa dazu, dass man das IdeaTab mit zwei Händen und ein wenig Druck relativ leicht verwinden kann (siehe Video). Die einzige physikalische Taste auf der Vorderseite, die Windows-Taste, verfügt zudem über einen kaum erfühlbaren Druckpunkt. Auch das ist zunächst gewöhnungsbedürftig.

Lenovo IdeaTab Lynx

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11,6-Zoll-Tablet samt passender Tastatur: Das Lenovo IdeaTab Lynx will Tablet und Notebook in einem Gerät sein. (Bild: netzwelt)

Gut: Die Rückseite aus Kunststoff ist lediglich gesteckt und kann vom Nutzer selbst entfernt werden. Dann wird der Blick aufs Innere frei. Aufgrund der extrem verdichteten Bauweise sollten sich nur erfahrene Nutzer daran wagen, Komponenten wie den Akku im Bedarfsfall zu wechseln. Immerhin - es ist möglich, wenn auch nicht so komfortabel wie bei Dells Latitude 10.

Display

Viel Gutes gibt es über die Anzeige des Tablets zu berichten. Der 11,6 Zoll große Bildschirm im Film-freundlichen 16:9-Format bietet mit einer Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten keine rekordverdächtige Pixeldichte, ist dafür aber sehr leuchtstark. Laut Hersteller beträgt die Leuchtkraft 400 Candela pro Quadratmeter, was trotz der nicht entspiegelten Oberfläche zu einer guten Ablesbarkeit auch unter freiem Himmel führt.

Eingaben von bis zu fünf Fingern gleichzeitig werden vom Display erkannt. Lenovo setzt zudem auf ein IPS-Panel, was dem Tablet hervorragende Blickwinkel mit kaum erkennbarem Verlust der Farbtreue beschert, egal wie schräg man auch auf den Monitor schaut. Kurzum: Für die Wiedergabe von Film- und Multimedia-Material ist das IdeaTab Lynx bestens geeignet.

Dockingstation

Es ist fast ein wenig kurios: Die Dockingstation, die laut Lenovo aus dem "Premium-Tablet ein produktives Notebook macht", wiegt mit 660 Gramm mehr als das Tablet selbst. Zusammen ergibt sich also ein Gewicht von knapp 1,3 Kilogramm. Für ein Laptop der Elf-Zoll-Klasse ist dies kein Spitzenwert, liegt aber noch im Rahmen. Die Verbindung zwischen den beiden Einheiten stellt der Nutzer durch Einsetzen des Tablets in eine transparente Kunststoffaufnahme her, die recht solide ist. Zwei Metallscharniere im Dock greifen in das Tabletgehäuse, ein Micro-USB-Anschluss stellt anschließend die Verbindung zwischen Tastatur und Tablet her, was das Lynx stets mit der Ausgabe eines Systemtons quittiert.

Die Aufnahme verdeckt den Windows-Knopf des Tablets. Dies ist jedoch nicht weiter tragisch, da die Tastatur natürlich ebenfalls über einen solchen verfügt. Praktisch: Beim Einstecken des Tablets in die Dockaufnahme wechselt das Lynx automatisch in den Dektop-Modus von Windows 8.

Die insgesamt 84 nicht beleuchteten Tasten verfügen über einen exakten Druckpunkt. Über zwei USB-Anschlüsse kann der Nutzer Zubehör wie Festplatte oder USB-Stick anschließen. Leider gibt beim Tippen vor allem der mittlere Bereich der Tastatur stark nach. Als sperrig erwies sich im Test auch das integrierte Trackpad mit einer Diagonalen von 8,5 Zentimetern. Nicht nur die Gleiteigenschaften, sondern auch die generelle Bauweise und die Erkennungsrate sind verbesserungswürdig und haben uns im Test öfter als bei anderen Hybrid-Modellen zum Touchscreen greifen lassen. Um einen Rechts- oder Links-Klick auszuführen muss der Nutzer die kleine Fläche an den jeweiligen Eckpunkten tief eindrücken.

Klappt der Nutzer das Display um mehr als 90 Grad nach hinten, heben sich die Gummifüße in die Luft. Die Folge: Die Standfestigkeit leidet.

Noch ein Kritikpunkt an der Lenovo-Tastatur: Die Unterseite stattet der Hersteller mit vier Gumminoppen aus, die das Rutschen der kompletten Einheit auf dem Schreibtisch unterbinden soll. Das funktioniert jedoch nur, solange der Aufstell-Winkel zwischen Tablet und Tastatur 90 Grad nicht überschreitet. Tut eres doch, drückt die transparente Kunststoff-Aufnahme die Tastatureinheit insgesamt nach oben, sodass zwei der vier Gummistopfen frei in der Luft hängen. Die Folge: Bei einem ergonomisch sinnvollen Winkel verrutscht die gesamte Konstruktion auf glatten Oberflächen beim Tippen zu schnell.

Dafür - und das ist der eigentliche Grund für das hohe Tastaturgewicht - erhöht das Dock die Akkulaufzeit des Lynx um acht auf bis zu 16 Stunden, die netzwelt im Test bei zwei Durchläufen auch annähernd erreichen konnte. Zum Aufladen des Tablets und der Tastatur kommt sinnigerweise das gleiche Netzteil zum Einsatz. Verbindet der Nutzer Netzteil und Tastatur miteinander, wird zunächst das eingelegte Tablet und anschließend der Tastatur-Akku geladen. Die Tastatur bietet Lenovo separat zum Preis von 150 Euro an.

Leistung und Software

Der Intel Atom-Prozessor (Z2760) mit zwei Kernen und einer Standardtaktfrequenz von 1,80 Gigahertz hat in Kombination mit den zwei Gigabyte RAM keinerlei Probleme, Apps zügig zu öffnen und HD-Videomaterial ohne nervige Aussetzer wiederzugeben.

Auch mit Spielen aus dem Microsoft Store wie etwa Reckless Racing Ultimate, welches auf Tablets mit Tegra-3-Plattform und Windows RT-Betriebssystem nicht immer reibungslos lief, hat das Lenovo-Tablet keine Probleme.

Nach einem Druck auf die Einschalttaste erwacht das Lenovo-Tablet umgehend aus dem Ruhemodus. Schaltet der Nutzer das Tablet vollständig aus, vergehen 24 Sekunden, bis das Lynx das installierte Windows 8 vollständig hochgefahren hat. Dann steht aber auch augenblicklich eine Internetverbindung zur Verfügung.

Neben einer Testversion von Microsoft Office finden Nutzer auch einige Lenovo-Apps wie den Cloud-Service SugarSync vorinstalliert. Auch eine Version von Norton Studio, das Intel AppUp Center und die Malsoftware Fresh Paint sind ab Werk installiert. Von insgesamt 64 Gigabyte theoretisch verfügbarem Speicher bleiben so nach dem erstmaligen Einschalten noch knapp 34 Gigabyte übrig. Den Rest belegen die vorinstallierten Apps und Windows 8.

Einen Marktüberblick über andere Windows-8-Tablets finden Sie an dieser Stelle auf netzwelt.

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6.4
Lenovo IdeaTab Lynx
Vorteile
  • Leicht
  • Vollwertiges Windows 8
Nachteile
  • Tastatur
  • Produktiveinsatz

Was Leichtes für Zwischendurch

Dieses Fazit ist ein zweischneidiges Schwert. Fangen wir mit dem Tablet an: Wer auf der Suche nach einem leichten Windows-8-Tablet mit großer Anzeige ist, kann bedenkenlos zuschlagen und wird derzeit auch nur wenige Alternativen finden. Hier bietet das Lynx einen gelungenen Kompromiss aus Leistung und Gewicht. Fast unbemerkt verschwindet es im Rucksack und fällt auch beim Tragen im wahrsten Wortsinn kaum ins Gewicht. Das sehr gute Display ist ein weiterer Pluspunkt. Das zugehörige Tastaturdock hingegen ist nur mit starken Einschränkungen empfehlenswert. Auf der Habenseite verbucht es zwar zwei USB-Anschlüsse und einen kräftigen, integrierten Akku. Über längere Zeit produktiv mit ihm zu arbeiten, wird aber schnell frustrierend. Ein Arbeitsgerät, mit dem man für alltägliche Aufgaben gut gerüstet ist, ist das Lynx K3011 daher nicht. Schade, dass der Hersteller der nach unserer Meinung weltbesten Tastaturen es in diesem Falle nicht geschafft hat, sein Know-how auch auf den Tablet-Bereich zu übertragen. Ob der Zubehörmarkt alternative, passgenaue Dockingstationen entwickeln wird, ist zudem aufgrund der propritären Aufnahmen stark zu bezweifeln.


Einzelergebnisse
Design, Display, Leistung, Ausstattung, Multimedia: Nach diesen fünf Hauptkriterien bewerten wir Tablet-Computer. Für jede Unterkategorie vergeben wir Punkte, maximal 10. Die Summe der Einzelbewertungen teilen wir durch 5 und erhalten so die Endnote. Diese spiegelt nicht zwangsweise auch das Endresultat. Der testende Redakteur kann am Ende noch eine individuelle Auf- oder Abwertung vornehmen. Wie wir Tablet-Computer im Detail testen, können Sie an dieser Stelle nachlesen.
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Design
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Display
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Leistung
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Ausstattung
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Multimedia
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Einsortierung
Lenovo IdeaTab Lynx von Lenovo wurde als Tablet-PC abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Alle Tablet-PCs. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Lenovo, Tablet-PC, Convertible, Windows 8, Review und Lenovo IdeaTab Lynx .
Kommentare zu diesem Artikel

Das Lenovo IdeaTab Lynx wiegt deutlich weniger als 700 Gramm und hat dennoch einen 11,6 Zoll großen Bildschirm und einen Atom-Prozessor. Auch eine Tastatur mit Akku ist erhältlich. Im Test zeigt sich: Das Tablet ist top, die Tastatur hingegen ein Flop.

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  • ErrorFinder schrieb Uhr
    AW: Windows-8-Leichtgewicht: Lenovo IdeaTab Lynx im Test

    Es ist mir immer noch ein Rätzel, wie eine Auflösung von 1366x768 in irgendeiner Weise etwas mit den vorhandenen Video-Auflösungen zu tun hat. 720i /720p /1080i /1080p immer muß interpoliert werden und man erzeugt eine Unschärfte und damit einen Echtheitsverlust. Warum wird der Verbraucher so hinters Licht geführt???
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Windows-8-Leichtgewicht: Lenovo IdeaTab Lynx im Test
Windows-8-Leichtgewicht: Lenovo IdeaTab Lynx im Test
Knapp 640 Gramm bringt das Lenovo IdeaTab Lynx auf die Waage. Dennoch bietet es einen geradezu riesigen Bildschirm und interessantes Zubehör.
http://www.netzwelt.de/news/95159-windows-8-leichtgewicht-lenovo-ideatab-lynx-test.html
2013-02-14 18:11:58
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/lenovo-ideatab-lynx-produktbild-114804.png
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