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Synology Video Station: Fernsehen mit dem Netzwerkspeicher im Test
Nützliche Erweiterung

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Auch mit den NAS-Systemen von Synology ist ein TV-Empfang per DVB-T möglich. Die App Video Station für mobile Endgeräte erweitert die Funktionalität. Trotzdem hat die Lösung noch ein paar Mängel - die nicht nur mit dem fehlenden HDMI-Anschluss zu tun haben.

Synologys Software-Erweiterung Video Station steht ab Version 4.1 der hauseigenen Betriebssystem-Software DiskStation Manager (DSM) für einige Netzwerkspeicher des Unternehmens zur Verfügung. Sie listet nicht nur Hintergrundinformationen auf dem NAS gespeicherter Filmen, sondern ermöglicht auch Live-Streaming per DVB-T und das Aufnehmen von Sendungen. Netzwelt testete die Videorekorderfunktion mit dem Netzwerkspeicher DS213+, der über zwei Festplattenschächte verfügt. Welche weiteren NAS-Systeme des Herstellers die Firmware DSM 4.1 und damit die Video Station unterstützen, können Sie hier einsehen.

Voraussetzung für den TV-Empfang ist ein DVB-T-Stick, der per USB an das NAS angeschlossen wird. Eine Liste der kompatiblen USB-Sticks hat Synology an dieser Stelle veröffentlicht. Die Installation der ebenfalls nötigen Erweiterung Video Station ist über das Software-Center Paketzentrum möglich.

Das NAS-System Synology DiskStation 213+ wird mit einer Erweiterung zur TV Station.

DVB-T-Sendersuche

Vor der Inbetriebnahme des DVB-T-Sticks am NAS muss ein Videoordner und ein Ordner für DVB-T-Aufnahmen definiert werden. Beides erledigt man in den Einstellungen der Video Station. Vorher müssen die Ordner unter "Systemsteuerung", "Gemeinsamer Ordner" eingerichtet werden.

Unter "TV Aufnahme" und "Kanal scannen" in der TV Station startet man anschließend die Sendersuche, die wir mit dem Teststick eyetv DTT von Elgato durchführten. Eine Anzeige, die Aussagen zur Empfangsqualität gibt, steht nicht zur Verfügung. Der Aufruf von TV-Programmen erfolgt über den VLC Player, wobei das NAS automatisch eine URL ausgibt, wenn das Live-Streaming gestartet werden soll. Eine recht umständliche Lösung, die aber problemlos funktionierte.

  • Im Synology-NAS sitzt eine Dual Core-CPU mit einer Taktfrequenz von rund einem GHz. Der Arbeitsspeicher beträgt 512 MB. (Bild: netzwelt)
  • Der Netzwerkspeicher nimmt zwei HDDs mit maximal je vier Terabyte auf. Die Laufwerke sind Hot Swap-fähig, können also auch im Betrieb herausgezogen werden. (Bild: netzwelt)
  • Zwei USB 3.0-Ports, eine Ethernet-Buchse, ein eSATA-Anschluss auf der Rückseite. (Bild: netzwelt)
  • Für den Empfang von DVB-T-Fernsehern müssen Anwender zunächst die Erweiterung Video Station aus dem Paketzentrum installieren. Die Software steht ab Version 4.1 der NAS-Firmware zur Verfügung. (Bild: Screenshot)
  • Nach dem Start der Anwendung muss ein Videoordner definiert werden. Dateien, die in diesem Ordner liegen, werden dann mit Hintergrundinformation aus dem Internet angezeigt. (Bild: Screenshot)
  • Anschließend sucht man DVB-T-Kanäle in der Region. Dafür muss der Tuner-Stick an eine der USB-Schnittstelen angeschlossen werden. (Bild: Screenshot)
  • Für den Fernsehempfang übergibt man TV-Streams dem VLC Player - eine recht umständliche Lösung. (Bild: Screenshot)
  • Die Aufnahmesteuerung ist über einen eingebauten EPG möglich. (Bild: Screenshot)
  • Programmierte Aufnahmen landen in einem gesonderten Reiter. (Bild: Screenshot)
  • Für die Anwendung Video Station ist auch eine kostenlose iOS-App erhältlich. (Bild: Screenshot)
  • Je nach Speicherort, greift das Miniprogramm auf Multimedia-Dateien zu. (Bild: Screenshot)
  • Mit der App lässt sich auch der EPG bequem steuern. (Bild: Screenshot)
  • Live-TV via Video Station-App ist leider nicht möglich: "Das Dateiformat kann nicht wiedergegeben werden." (Bild: Screenshot)
  • Gratis-Apps wie OPlayer Lite (iOS) und dem MX Player (Android) spielen die DVB-T-Streams aber auf mobilen Geräten ab. (Bild: Screenshot)
  • Aufgrund des fehlenden HDMI-Anschlusses kann man das NAS nicht direkt mit dem TV-Gerät verbinden. Allerdings ist eine Installation des Medienservers aus dem Paketzentrum möglich. (Bild: Screenshot)
  • Ist der Fernseher DLNA-fähig, kann man Aufnahmen per DVB-T und andere Multimedia-Dateien auch auf der Mattscheibe anschauen. (Bild: Screenshot)
  • Die Geräte müssen sich dafür nur im selben Netzwerk befinden. (Bild: Screenshot)

EPG für Aufnahmen

Die Programmierung der Aufnahmen ist über den Menüpunkt "TV-Aufnahmen" und dann über die Reiter "Zeitplan" und  "Programmführer" möglich. Im Test verzeichneten wir auf dem DS213+, aber auch auf einem anderen NAS des Herstellers einen leeren oder unvollständigen EPG. Eine Ursache für das Problem konnten wir nicht ausmachen. Der Programmführer stellt Kanäle in einer reduzierten Rasteransicht dar, Markierungen für aktuell laufende Sendungen fehlen, eine Umbelegung der Kanäle ist nicht möglich.

Für die Netzwerkspeicher des Herstellers gibt es eine Reihe an Apps. Interessant für die Videorekorderfunktion ist die App Video Station, die die Inhalte der gleichnamigen Erweiterung auf iPadiPhone und auf Android-Geräte bringt. Mit der übersichtlichen iPhone-App im Test empfang netzwelt auch EPG-Daten, auch die Zeitsteuerung von Aufnahmen funktionierte.

Mobiles DVB-T-Fernsehen

Die Aufnahmen landen im ts-Format auf dem Netzwerkspeicher. Zum Abspielen eignet sich der VLC Player auf stationären Rechnern, mit mobilen Geräten qualifiziert sich die kostenlose Software OPlayer Lite (iPhone/iPad) und der MX Player (Android) für die Wiedergabe. Die mobile Video Station-App für iOS und Android taugt nicht als Abspielstation.

Auch für das Live-Streaming von DVB-T-Kanälen ist die Software ungeeignet, dafür muss man wieder die genannten Player der Dritthersteller bemühen. Einmal installiert, startet die Software aber automatisch, wählt man einen der Kanäle über die Video Station-App aus. Sowohl auf dem iPad als auch auf einem Android-Smartphone gelangt der Empfang reibungslos. Mit dem iPhone 4 verzeichneten wir auch Abstürze des OPlayer Lite. Wer ein Android-Smartphone besitzt und mobil Live-TV verfolgen will, muss eine Aktualisierung auf die Beta-Version 1.1 der Video Station durchführen. Das gelingt im Paketzentrum, indem man den Einstellungen auf Beta-Kanal umstellt und anschließend eine Auffrischung über den Reiter "Aktualisieren" in Gang setzt.

HDMI-Anschluss (noch) nicht vorhanden

Einen HDMI-Anschluss besitzen die Netzwerkspeicher von Synology derzeit nicht, weswegen ein Direktanschluss am Fernseher nicht möglich ist. Eine solche Schnittstelle besitzt etwa der getestete Netzwerkspeicher TS-219 L von QNAP. Via HDMI und der Software-Erweiterung TV Station wird der Fernseher damit zum Media Player, weil die TV Station den beliebten XBMC-Player beinhaltet. Live-TV per DVB-T am Fernseher via NAS ist aber auch mit dem QNAP-Systm nicht möglich.

Bis Synology die Weitergabe von HDMI-Signalen mit ein paar neuen NAS-Modellen umsetzt, bleibt als Alternative ein DLNA-Medienserver, der als Erweiterung für die Netzwerkspeicher des Herstellers bereitsteht. Er sorgt dafür, dass definierte Multimedia-Dateien vom Fernseher abgerufen werden können, sofern dieser einen Netzwerkanschluss besitzt. Allerdings ist man dann auf einige wenige Dateiformate beschränkt, da der DLNA-Standard nicht sehr rigide ausgelegt ist und die meisten Fernseher als Empfänger in der Regel nur die bekanntesten Formate abspielen. Hier bietet XBMC mehr.

Fazit 

Die Video Station ist eine sinnvolle Ergänzung ausgewählter Netzwerkspeicher des Herstellers. Vor allem das Live-Streaming ist nützlich und gibt Anwendern mehr Freiheit beim Fernsehkonsum. Der eingebaute EPG der Erweiterung Video Station ist allerdings wenig komfortabel, auch im Vergleich zur Lösung von QNAP. Da DVB-T-Sticks in der Regel direkt mit Programmführern geliefert werden, dürfte ein Direktanschluss der Tuner am Rechner statt am NAS die bessere Alternative sein, zumal einige Hersteller ihre Geräte ebenfalls mit Apps für den mobilen TV-Empfang ausrüsten.

Was dem Netzwerkspeicher von Synology fehlt, ist ein HDMI-Ausgang, der DVB-T-Signale an den Fernseher weiterleitet. In diesem Zusammenhang sollte der Hersteller gleichsam Media Player-ähnliche Funktionen integrieren, wie es QNAP bereits umsetzt.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit der Software-Erweiterung Video Station werden NAS-Systeme von Synology zu DVB-T-Empfängern. Ein Manko hat die Funktion: An den Netzwerkspeichern gibt es noch keine HDMI-Anschlüsse zur Weiterleitung an Fernsehgeräte.

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  • Manfred11 schrieb Uhr
    AW: Synology Video Station: Fernsehen mit dem Netzwerkspeicher im Test

    Warum will man einen NAS an einen TV anschließen, dann kann man auch ein Notebook nehmen. Der Witz eines NAS ist, dass es Festplattenspeicher im Netz bietet. Wofür also HDMI (ES IST KEIN VOLLWERTIGER RECHNER). ChromeCast oder AppleTV an den TV(!), streamen und fertig. Sinnvoller wären dirkte Streams auf dem NAS von onlineanbietern laufen zu lassen.

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Synology Video Station: Fernsehen mit dem Netzwerkspeicher im Test
Synology Video Station: Fernsehen mit dem Netzwerkspeicher im Test
Mit der Software-Erweiterung Video Station werden NAS-Systeme von Synology zu DVB-T-Empfängern. Ein Manko hat die Funktion: An den Netzwerkspeichern gibt es noch keine HDMI-Anschlüsse zur Weiterleitung an Fernsehgeräte..
http://www.netzwelt.de/news/95141-synology-video-station-fernsehen-netzwerkspeicher-test.html
2013-02-13 15:35:10
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Synology Video Station: Fernsehen mit dem Netzwerkspeicher im Test