Was steht drin im Kleingedruckten?
Link-Wink: Terms of Service; Didn't Read hilft beim AGB-Kurzcheck
Einer US-amerikanischen Studie zufolge bräuchte der durchschnittliche Nutzer 76 Arbeitstage im Jahr, um AGB genutzter Dienste zu lesen. In Anbetracht dieses Aufwands greifen viele zur Notlüge und bestätigen die Nutzungsbedingungen, ohne sie zu lesen. Doch was unterschreibt man da eigentlich? Wer wissen will, was im Kleingedruckten steht, kann auf einen neuen Dienst zurückgreifen: Terms of Service; Didn´t Read.
Inhaltsverzeichnis
- 1Mit Transparenz gegen die AGB-Notlüge
- 2Böse Überraschungen: Nicht nur bei den Nutzungsrechten
- 3Mit dem Wikipedia-Prinzip gegen die Übermacht langer AGB
- 4Bisher nur auf Englisch
Mit Transparenz gegen die AGB-Notlüge
Terms of Service; Didn´t Read heißt die ehrenamtlich betriebene Plattform, auf der das Kleingedruckte in Gemeinschaftsarbeit dechiffriert wird. Freiwillige brechen Tausende Zeilen auf wenige griffige Hinweise herunter. Mit farbigen Icons in Grün, Orange und Rot ist sofort erkennbar, welche Macken ein Dienst hat.
Welcher Dienst eignet sich klammheimlich Nutzungsrechte an meinen Fotos an? Welches Unternehmen gibt meine Daten ungefragt an Dritte weiter? Werde ich über Änderungen der Geschäftsbedingungen überhaupt informiert? Wie ist es um den Datenschutz bestellt? Was passiert, wenn ich mich abmelden möchte? Mit einem Blick kann man abschätzen, ob nicht doch Fallstricke im Kleingedruckten lauern. Terms of Service; Didn't Read gibt Antworten für zahlreiche beliebte Dienste.
Böse Überraschungen: Nicht nur bei den Nutzungsrechten
Wer gerne Fotos ins Netz stellt, sollte auf der Hut sein. Denn in vielen AGB von Foto-Diensten verstecken sich versteckte Klauseln zu den Nutzungsrechten an den eigenen Inhalten. Nicht wenige Anbieter räumen sich Rechte an den hochgeladenen Nutzerfotos ein. Für Hobbyfotografen kann das nicht selten mit einer bösen Überraschung enden.
Bilder-Dienste: Digitale Enteignung durch die AGB? (Bild: Screenshot tos-dr.info)
Mit dem Wikipedia-Prinzip gegen die Übermacht langer AGB
Bei dem Gemeinschaftsprojekt kann jeder mitmachen. Wer sich also aus Allgemeine Geschäftsbedingungen ganz oder in Teilen genauer anschaut, kann sein Wissen nun mit anderen teilen. Die Plattform unterscheidet Bewertungen danach, wie viele an der Analyse teilgenommen haben. Wenn zu wenige sich beteiligen, wird eine endgültige Bewertung nicht vorgenommen. Bei jedem Dienst ist ein direkter Link zu den AGB verfügbar - wer will, kann also gleich mit der trockenen Lektüre anfangen oder Bewertungen direkt nachprüfen.
Doch das eigentliche Übel unverständlicher AGB beseitigt der Dienst leider nicht. Die verpflichtende Einführung einheitlicher Icons für Internetdienste, die die wichtigsten Infos aus den AGB auf einen Blick veranschaulichen, ist eine Lösung, die immer mehr Befürworter findet. Eine konkrete Umsetzung ist jedoch nicht in Sicht. Dienste wie "Terms of Service; Didn´t Read" helfen bis dahin, mehr Klarheit in den Paragraphendschungel zu bringen und geben einen Ausblick darauf, wie nutzerfreundliches AGB-Design aussehen könnten.
Was macht mein Anbieter mit meinen Daten? (Bild: Screenshot tos-dr.info)
Bisher nur auf Englisch
Die Initiative ist leider derzeit nur auf Englisch verfügbar. Zusätzlich müssen Nutzer noch bedenken, dass einige wenige Dienste für deutsche oder europäische Nutzer abweichende Nutzungbedingungen haben. Da die Initiative voll und ganz ehrenamtlich abläuft, gibt es keine Garantie für Richtigkeit oder Aktualität der Angaben. Manchmal werden bei Diensten nur einige wenige Punkte angegeben, oft fehlen viele Angaben oder beziehen sich nicht auf die aktuelle Fassung der Geschäftsbedingungen.
Trotzdem ist der Dienst eine sinnvolle und derzeit eine von nur wenigen Hilfen, um an dem vorherrschenden AGB-Wirrwarr nicht zu verzweifeln. Weitere Link-Winks finden Sie hier auf netzwelt.


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Beiträge
insgesamt 2 Beiträge@Helge: Danke für den interessanten Tipp
Schaut Euch mal www.wikimarx.de an. (deutsche crowdsourcing Plattform zur gemeinsamen Vertragsanalyse von AGB)