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Business-Ultrabook: Dell Latitude 6430u im Test
Mit Magnesium-Gehäuse und vielen Anschlüssen

von Michael Knott
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Das Latitude 6430u ist laut Dell das robusteste Ultrabook aller Zeiten und soll vor allem Geschäftskunden durch den Arbeitsalltag begleiten. Magnesium-Gehäuse und matter 14-Zoll-Bildschirm kommen da gerade recht. Davon sowie von der übrigen Ausstattung profitieren Alltagsnutzer aber genauso wie Anzugträger.

Unter Latitude-Flagge verkauft der US-Hersteller Dell seit jeher seine auf Geschäftskunden zugeschnittenen Geräte. Vor Kurzem präsentierte das Unternehmen mit dem Latitude 10 etwa einen geschäftstauglichen Tablet-Computer. Das Latitude 6430u ist dabei das erste Ultrabook unter Latitude-Flagge. Die Anforderungen an ein geschäftliches Notebook decken sich zu einem großen Teil mit denjenigen, die auch Schüler und Studenten an ihre Hardware stellen: Möglichst leicht sollen die mobilen Rechner sein und mit ausreichend Leistung bestückt.

Im Online-Konfigurator von Dell beginnen die Preise für das 6430u derzeit bei knapp 900 Euro. Dann steckt ein Intel Core i3-Prozessor im Latitude. Das Testgerät von netzwelt mit einem Intel Core i5-3427U, vier Gigabyte RAM und 128 Gigabyte fassendem Flash-Speicher schlägt mit derzeit 969 Euro zu Buche. Kurz nach der offiziellen Vorstellung betrug der Listenpreis für diese Ausführung noch 1.349 Euro.

Verarbeitung

Das Dell Latitude 6430u hinterlässt in den Händen zunächst einen guten Eindruck. Das Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung, welche Dell mit einer "Soft-Touch" genannten Oberfläche überzieht. Diese fühlt sich in der Hand zunächst ungewohnt an, sammelt Fingerabdrücke wie Tatort-Kommissare, besteht dafür aber den Kratztest von netzwelt mit Bravour - was auf Dauer wichtiger sein dürfte. Obwohl es sich leichter anfühlt, attestiert die Waage der Testkonfiguration ein Gewicht von 1,63 Kilogramm, was das Latitude 6430u nicht gerade zum Leichtgewicht macht.

Ärgerlich: Das Rezensionsexemplar von netzwelt weist einen beträchtlich großen Spalt bei der Display-Einfassung auf. Die grundsätzliche Funktion der Anzeige ist dadurch zwar nicht gefährdet, jedoch sammelt sich an dieser Stelle mit der Zeit Schmutz, auch könnte Feuchtigkeit eindringen. Und es steht im krassen Widerspruch zum von Dell proklamierten Titel "Härtestes Ultrabook aller Zeiten".

Ausstattung 

Im Inneren des Testgeräts kommt ein Intel Core i5-3427U-Prozessor mit einer Standardtaktfrequenz von 1,80 Gigahertz (Turbomodus: 2,3 Gigahertz) zum Einsatz. Der installierte Arbeitsspeicher beträgt vier Gigabyte, maximal sind 16 Gigabyte RAM, verteilt auf zwei Steckplätze, möglich. Die Kapazität der eingesetzten Flash-Festplatte misst 128 Gigabyte, wovon im Auslieferungszustand nur noch 84 Gigabyte zur freien Verfügung standen. Die Grafikausgabe übernimmt - typisch für aktuelle Ultrabooks - Intels HD Graphics 4000.

Bei der Anzahl verfügbarer Schnittstellen kann das Business-Latitude punkten: Drei USB-Anschlüsse, HDMI-Ausgang sowie Ethernet- und VGA-Schnittstelle finden sich rund um die Gehäuseflanken verteilt. Hinzu kommt ein Kartenleser sowie eine Webcam. Leider bietet das Latitude 6430u keine Möglichkeit, eine Dockingstation anzuschließen. Software- und Hardwareseitig sorgen optional Intels Trust Technologie und Trusted Platform Module 1.2 für zusätzliche Sicherheit. In Verbindung mit weiterem Dell-Zubehör wie Fingerabdruckleser und umfangreichen Service-Optionen (etwa dreijähriger Pro-Support und Vor-Ort-Service) ergibt sich ein guter Rudumschutz, der sich sogar noch weiter ausbauen lässt.

  • Matter 14-Zoll-Bildschirm und auswechselbarer Akku: Das Latitude 6430u soll vor allem Business-Kunden ansprechen. (Bild: netzwelt)
  • Leider ist die Auflösung der Anzeige nicht mehr zeitgemäß. Auch fallen die vertikalen Blickwinkel sehr gering aus. (Bild: netzwelt)
  • An Anschlüssen herrscht kein Mangel. Insgesamt stehen zum Beispiel drei USB-Schnittstellen zu Verfügung. (Bild: netzwelt)
  • Die Tasten bieten einen kurzen Hub. Ein separates Nummernfeld fehlt. (Bild: netzwelt)
  • Alternative Steuerungsmöglichkeit ist der Trackpoint. (Bild: netzwelt)
  • Der HDMI-Ausgang befindet sich platzsparend auf der Geräte-Rückseite. (Bild: netzwelt)
  • Entriegelt man die Abdeckung auf der Rückseite, ist der Weg frei zu den wichtigsten Komponenten. Auch der Akku lässt sich austauschen. (Bild: netzwelt)
  • Die eingebauten Lüfter sind nur bei rechenintensiven Aufgaben zu hören und verhalten sich ansonsten unauffällig. (Bild: netzwelt)
  • Seltenheit: Neben einem Ethernet-Port verfügt das Testgerät auch über einen VGA-Ausgang. (Bild: netzwelt)

Eingabegeräte

Im aufgeräumten Innenraum des Latitude empfängt ein in vier Stufen beleuchtbares Tastenfeld den Nutzer. Die 84 Tasten ermöglichen schnelle Schreibarbeit. Der Hub ist vergleichsweise gering, der Druckpunkt jedoch klar definiert. Wie andere Hersteller auch lagert Dell einige Funktionen über eine Tasten-Doppelbelegung aus. Diese sind per FN-Taste zu erreichen. Ein separater Nummernblock fehlt bauartbedingt. Die Tasten zur Regelung der Lautstärke sowie zur Stummschaltung führt Dell bei diesem Latitude-Modell als berührungsempfindliche und beleuchtete Sensorflächen aus, die im Test gut funktonierten.

Das Touchpad mit einer Diagonalen von zehn Zentimetern hätte Dell nach Geschmack von netzwelt ruhig üppiger dimensionieren können. Auch fällt der Druckpunkt der beiden separierten Maustasten sehr schwammig aus. Wer will, kann das Steuern des Mauszeigers auch über einen Trackpoint übernehmen. Der Mini-Joystick sitzt zwischen den Tasten "G", "H" und "B". Unterhalb der Leertaste finden Nutzer drei weitere Maustasten, die dem Trackpad assistieren. Ein Druck auf die mittlere Taste etwa ermöglicht das bequeme Blättern in langen Listen oder das Scrollen auf Webseiten.

Display

Die 14 Zoll große Anzeige mit einer vergleichsweise niedrigen Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten bietet eine für viele Nutzer wichtige Eigenschaft: Sie ist wirksam entspiegelt. Dies ermöglicht auch einen stressfreien Einsatz unter freiem Himmel. Selbst bei direktem Lichteinfall bleibt Schrift lesbar. Dazu muss jedoch die Bildschirmhelligkeit auf den Maximalwert gestellt sein, was zu Lasten der Akkulaufzeit geht.

Subjektiv brillieren Kontrast und Farbtreue nicht. Bei der Wiedergabe von hochaufgelöstem Video-Material kommt daher auch keine Heimkino-Atmosphäre auf, was bei einem Business-Notebook zu verschmerzen ist. Schrift, Tabellen und andere Inhalte lassen sich problemlos und auch über längere Zeiträume schmerzfrei ablesen. Die Blickwinkel fallen horizontal ausreichend hoch aus. In der Vertikalen kommt es jedoch sehr schnell zu Farbverfälschungen.

Leider bietet Dell im hauseigenen Konfigurator aktuell noch keine Möglichkeit, dem Latitude einen höher auflösenden Bildschirm zu spendieren.

Leistung

Die Testkonfiguration ist für anfallende Business- und Studenten-Aufgaben völlig ausreichend. Die Kombination aus Windows 8 und der verbauten SSD führt zu schnellen Boot- und Aufwach-Zeiten. Auch größere Tabellen öffnet das Ultrabook zügig. Windows 8 gibt einen Leistungs-Index von 4,9 für das Latitude 6430u aus.

Nach dem Durchführen des Benchmarktests Cinebench 11.5 stehen 13,15 Bilder in der Sekunde an. Der CPU-Test ergibt einen Wert von 2,38 Punkten. Damit ist das Testgerät mit anderen Ultrabooks vergleichbar. Grafikintensiveren Anwendungen und Blockbuster-Spielen schiebt die schwache, integrierte Grafik vorzeitig einen Riegel vor.

Der Akkutest von netzwelt ergibt eine maximale Laufzeit von knapp über sieben Stunden (Profil: Energiesparmodus). Dazu müssen jedoch die Bildschirmhelligkeit auf das untere Drittel reduziert und sämtliche Funkverbindungen gekappt sein. Im Praxis-Mix mit aktivierter WLAN-Verbindung, dem einstündigen Betrachten eines Videos (Bildschirmhelligkeit auf 75 Prozent) und Nutzen der Textverarbeitung verlangte das Dell-Notebook nach vier Stunden nach einer Steckdose.

Umwelt und Erweiterbarkeit

Der Akku lässt sich austauschen - eine immer seltener zu beobachtende Laptop-Eigenschaft, die dem Testgerät Pluspunkte einbringt. Der Nutzer muss zum Batterie-Wechsel einfach einen Schieber auf der Rückseite umlegen und eine Klappe entfernen - schon liegt der Akku frei. Auch erhält der Besitzer einfachen Zugang zu weiteren Komponenten wie dem Arbeitsspeicher, die er bei Bedarf selbst auswechseln kann.

Im Normalbetrieb verhalten sich die verbauten Lüfter unauffällig und sind kaum hörbar. Bei den von netzwelt durchgeführten Benchmark-Tests waren die Lüfter deutlich hörbar, nach dem Beenden der Tests verstummten sie aber umgehend, was auf ein effizientes Wärme-Management schließen lässt.

Als Alternative zum Dell Latitude 6430u bietet sich etwa das Lenovo Thinkpad X1 Carbon an. Weitere Testberichte und Neuigkeiten rund um das Thema Ultrabook hat netzwelt auf dieser Übersichtsseite für Sie zusammengestellt.

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