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HDR-PJ780VE im Kurztest: Sony-Camcorder mit integriertem Beamer
Für den schnellen Dia-Abend zwischendurch

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Der HDR-PJ780VE gehört zu Sonys neuestem Camcorder-Line-up. Besonderheit ist der integrierte Beamer, der sich in dem aufklappbaren LC-Bildschirm des Geräts befindet. Netzwelt hatte die handliche Kamera zwei Wochen im intensiven Praxiseinsatz und zieht ein positives Fazit.

Der Sony-Camcorder HDR-PJ780VE ist für das Aufnehmen von Videos genauso wie für das Schießen von Fotos geeignet. Als Extra befindet sich in der handlichen Kamera ein kleiner Beamer, der gerade aufgezeichnete Filme und Bilder an eine Wand wirft. Im zweiwöchigen Praxistest bewies das Sony-Modell, dass es strapazierfähig und für anspruchsvolle Hobbyfilmer ein idealer Begleiter ist.

Der HDR-PJ780VE ist das High-End-Gerät des im Januar 2013 vorgestellten Camcorder-Line-ups von Sony. Auffälligstes Merkmal ist der integrierte Projektor des Geräts. Wie bereits von den Vorgängern der PJ-Serie bekannt, befindet sich dieser im ausklappbaren Display des Camcorders.

Praktischer Beamer

Der Beamer ist dabei nicht nur für die Ausgabe selbst aufgenommener Videos und Fotos geeignet, sondern kann praktischerweise auch Bilder und Filme eines anderen Geräts wie etwa der PlayStation 3 an die Wand werfen. Im Test gelang dies mithilfe des im Lieferumfang enthaltenen Mini-HDMI-Kabels reibungslos - der HDMI-Anschluss ist ein Novum im Vergleich zu den Vorgängern. Manko ist jedoch der Mangel an Leuchtstärke und Bildschärfe. Erstere gibt der Hersteller mit maximal 35 Lumen an. Bilder zeigt der Projektor mit einer Auflösung von 854 x 480 Pixeln und einem Kontrast von 1200:1 an. Die Anzeigefläche beträgt dabei höchstens 250 Zentimeter. Ein erstklassiges Farbvergnügen dürfen Zuschauer also nicht erwarten. Der Vorführraum sollte zudem ausreichend abgedunkelt sein, um die Anzeige erkennen zu können.

Wir gehen jedoch davon aus, dass die Mehrheit der Nutzer die Funktion eher zum schnellen Betrachten gerade aufgenommener Videos und Fotos nutzen wird und nicht für einen ausgiebigen Filmabend. Für solche Anlässe ist der Projektor nicht geeignet. Hier würde auch die mäßige Qualität der integrierten Lautsprecher Anwendern einen Strich durch die Rechnung machen.

Bildstabilisation

Ein weiteres Highlight des Modells ist die freie Aufhängung der eingebauten Linse. Bei Erschütterungen wird sie ausbalanciert, was die negativen Effekte auf die Videoaufnahme minimieren soll. Darüber hinaus sorgt die von Sony bekannte SteadyShot-Technik für Stabilität. In der Praxis erwies sich diese Kombination als effektiv. Bei freihändigen Aufnahmen wirkte das Bild kaum verwackelt, auch Videos ohne Stativeinsatz blieben ansehnlich. Folgendes Video wurde freihändig mit dem HDR-PJ780VE aufgenommenen.

Das verbaute Vario-Sonnar T-Objektiv ist, wie bei Sony üblich, von Carl Zeiss. Es bietet eine maximale Blendenöffnung von F1.8, die über den 10-fachen optischen Zoombereich bis auf F3.4 abnimmt. Die Brennweite reicht von 26 bis 260 Millimeter im 16:9-Format (Kleinbild) und 31,8 bis 318 Millimeter im 4:3-Format.

Sensor

Im HDR-PJ780VE ist ein 1/2,88 großer, rückwärtig belichteter Exmor R CMOS-Sensor verbaut. Er löst bei der Fotoaufnahme maximal mit 24,1 Megapixeln auf. Bilder lassen sich gleichzeitig während der Videoaufnahme schießen. Als störend empfanden wir hierbei in der Praxis, dass sobald der Nutzer auf den Auslöser drückt, ein Balken auf dem Display erscheint, der die Aufnahme anzeigt. Allerdings wird aus der Darstellung nicht deutlich, in welchem Moment das Bild geschossen wird und ob die Aufnahme erfolgreich war. Ein eindeutiger Hinweis auf dem drei Zoll großen LC-Display des Camcorders wäre hier sinnvoller. Gespeichert wird jedes Bild als JPEG.

Videoaufnahmen sind mit dem Sony Handycam in 1.920 x 1.080 Pixeln bei 50, 25 oder 24 Bildern pro Sekunde möglich. Alternativ stehen noch die Auflösungen 1.440 x 1.080 und 720 x 576 zur Auswahl. Als Formate bietet der Camcorder Sonys proprietäres AVCHD (MPEG4-AVC/H.264) für HD-Aufnahmen und MPEG2-PS für SD-Videos. Letzteres preist Sony speziell für das Teilen von Videos in Sozialen Netzwerken an, allerdings besitzt der Camcorder standardmäßig keinen Internetzugang. Wer will, kann separat ein WLAN-Modul für 79 Euro erwerben.

 Schnittstellen

Fleißige Hobbyfilmer werden sich freuen, zu hören, dass sich neben dem integrierten Zoom-Mikrofon, das in Surround aufzeichnet, auch ein externes Mikrofon sowie Kopfhörer anschließen lassen, um den Ton noch während der Aufnahme zu überprüfen. Hierfür finden sich Stereo-Minibuchsen am Gerät. Außerdem sind ein Composite-, ein USB- und der erwähnte HDMI-Ausgang mit an Bord. Mit einem Computer wird die Kamera über ein integriertes kurzes USB-Kabel verbunden. Zum Glück legt Sony dem Gerät ein Verlängerungskabel bei, da sonst der Anschluss speziell an Desktoprechner schwierig werden drüfte.

Wer will, kann sich zur Bilder- und Videoverwaltung und einfachen Bearbeitung die Sony-Software Play Memories Home herunterladen. Auf die Dateien der Kamera lässt sich aber auch ohne das Programm zugreifen.

Im Einsatz

Während unseres zweiwöchigen Testeinsatzes des HDR-PJ780VE erwies sich der Camcorder als widerstandsfähig und praktisch. Speziell das geringe Gewicht von rund 600 Gramm mit Akku und die kompakten Maße des Geräts - 137,5 x 84,6 x 74,2 Millimeter - gefielen. Unabhängig davon, ob wir uns die Zeit zum Finden eines geeigneten Drehorts nahmen oder schnell eine Aufnahme begannen, um eine aktuelle Szenerie spontan einzufangen, war der Camcorder stets einsatzbereit. Bis zum Start einer Aufnahme vergingen in der Regel nur wenige Sekunden.

Neben dem erwähnten LC-Bildschirm steht dem Nutzer auch ein Sucher zum Finden des richtigen Bildausschnitts zur Verfügung - speziell bei störender Sonneneinstrahlung ein Retter in der Not. Bei der Steuerung ist der Nutzer dann aber doch wieder auf den Touchscreen des Displays angewiesen. Selbiger ist nicht kapazitiv, sondern resistiv, reagiert also nur auf starken Druck und nicht auf leichte Berührung. Ein Umstand, an den man sich gewöhnen muss. Ergänzend liegt dem Camcorder eine Fernbedienung bei.

Am Camcorder selbst befinden sich nur wenige Tasten, die jedoch allesamt gut verarbeitet sind. Um den Zoom-Regler gleichmäßig zu bedienen, bedarf es allerdings etwas Übung. Das Scharnier des ausklappbaren Bildschirms wirkt wie das schwächste Glied in der Kette. Ansonsten überzeugt die Verarbeitung der Kamera jedoch.

Nutzeroberfläche

Sonys Nutzeroberfläche ist übersichtlich und geordnet. Als negativ viel uns lediglich die Sortierung von Schnappschüssen und Filmen unter den Stichworten Highlight und Karte auf. Erste Bezeichnung meint die Anordnung der Dateien nach Datum, letztere nach GPS-Standort - auch ein solches Modul ist in die Kamera integriert. Speziell die Bezeichnung als Highlight empfanden wir anfänglich als verwirrend.

Über den Bildschirms können Nutzer einfache Bearbeitungen eines Videos vornehmen - vorausgesetzt es ist im AVCHD-Format. So lassen sich Fotos herauskopieren oder auch Szenen schneiden. Wirklich leicht geht die Bearbeitung aufgrund des resistiven Touchscreens aber nicht von der Hand.

Als sinnlos empfanden wir auch die Highlight-Wiedergabe, durch die der Anwender eine Diashow starten kann, die sich mit einem der vorinstallierten Musikstücke hinterlegen lässt. Das Ergebnis ist nicht besonders ansprechend und daher überflüssig.

Gespeichert wird entweder auf dem internen 32 Gigabyte großen Flash-Speicher oder auf einer externen Speicherkarte. Kompatibel sind Sony-eigene Memory Stick Pro Duo, Pro-HG Duo, XC-HG Duo und SD-, SDHC- sowie SDXC-Speicherkarten. Dateien lassen sich, wenn gewünscht, direkt am Gerät löschen.

Automatik und manuelle Einstellungen

Wer will, kann dem HDR-PJ780VE die ganze Arbeit überlassen und die im Test überzeugende Automatik des Camcorders ausnutzen. Es stehen aber auch zahlreiche manuelle Konfigurationsoptionen zur Auswahl. So lassen sich etwa der Fokus, die Beleuchtung, Verschlusszeit und der Weißabgleich individuell einstellen. Neben der Linse befindet sich hierfür ein Drehrädchen, das mit den verschiedenen Funktionen belegt werden kann und sich gut zur Feinjustierung eignet.

Überraschend gelungen ist auch der Zeitlupen-Modus. Allerdings sind nur äußerst kurze Clips in diesem Aufnahmemodus möglich. Einzige Automatik, die im Test enttäuschte war der Smile Shutter. Dieser soll beim Lächen des Fotomodells automatisch auslösen, was in der Praxis jedoch nicht funktionierte.

Bildqualität

Wie die meisten Camcorder hat auch der HDR-PJ780VE bei Tageslicht kaum Probleme, ein ansprechendes Bild zu liefern, bei schlechten Lichtverhältnissen sieht dies meistens schon wieder ganz anders aus. Der Blitz, der auch als Videoleuchte fungiert, konnte hier nur wenig Abhilfe schaffen. Dafür konnte der Nightshot-Modus des Camcorders durchaus überzeugen. Das Bildrauschen hielt sich selbst beim Xbox One Preview-Event auf der Gamescom in Köln in Grenzen. Hier das entsprechende Video.

Preis

Der HDR-PJ780VE ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.399 Euro erhältlich. Im Netz findet man den Camcorder auch schon für etwa 1.051 Euro.

Fazit

Der Camcorder Sony Handycam HDR-PJ780VE überzeugte im Test durch einfache Handhabe, gute Bildqualität und überzeugende Automatik, wobei Sony Hobbyfilmern genug Raum für manuelle Nachbesserungen lässt.

Günstig ist der HDR-PJ780VE jedoch nicht, und wer keinen persönlichen Nutzen aus dem integrierten Beamer zieht, sollte sich anderweitig umschauen. Der größtenteils baugleiche HDR-CX410VE des Herstellers ist beispielsweise eine Alternative, die nur die Hälfte kostet - allerdings auch in puncto Hardware schlechtere Spezifikationen bietet.

Weitere Camcorder-Tests finden Sie hier auf netzwelt.

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Der HDR-PJ780VE gehört zu Sonys neuestem Camcorder-Line-up. Besonderheit ist der integrierte Beamer, der sich in dem aufklappbaren LC-Bildschirm des Geräts befindet. Netzwelt hatte die handliche Kamera zwei Wochen im intensiven Praxiseinsatz und zieht ein positives Fazit.

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HDR-PJ780VE im Kurztest: Sony-Camcorder mit integriertem Beamer
Der HDR-PJ780VE ist das High-End-Gerät unter Sonys Camcorder-Line-up 2013. Netzwelt hatte die handliche Kamera zwei Wochen lang im ausführlichen Praxistest und ist überzeugt.
http://www.netzwelt.de/news/95100-hdr-pj780ve-kurztest-sony-camcorder-integriertem-beamer.html
2013-10-01 10:47:10
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HDR-PJ780VE im Kurztest: Sony-Camcorder mit integriertem Beamer