Sie sind hier:
 

eBook Reader 4 Ink von Weltbild und TrekStor im Test
Von Weltbild und TrekStor

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

Share
Tweet
+1
Share
SHARES

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger kommt der eBook Reader 4 Ink ohne farbiges LC-Display und ohne Android-Betriebssystem daher. Eine gute Entscheidung seitens Hersteller TrekStor. Der niedrige Preis des Geräts geht jedoch zu Lasten der technischen Ausstattung und Verarbeitung, wie der Test deutlich zeigt.

Groß und klobig

Im Gegensatz zum eBook Reader 3.0 ist der Bildschirm des neuen Modells nun etwas kleiner und misst die für E-Reader typischen sechs Zoll. Die Auflösung beträgt 800 x 600 Pixel. EPUBs, PDFs und Bilder können in insgesamt 16 Graustufen dargestellt werden. Das komplette Gerät misst 170 x 120 x 9 Millimeter und wiegt dabei 216 Gramm. Etwas höhere Werte als bei der Konkurrenz von Amazon, Bookeen oder Kobo, was den Reader klobig wirken lässt.

Das Gerät liegt zwar grundsätzlich gut in der Hand, sollte der 4 Ink einmal herunterfallen, könnte es jedoch schon vorbei sein mit dem Lesespaß. Im Test fiel der Reader aus rund einem Meter Höhe auf Kurzflor-Teppich und verlor sogleich seine Rückseite. Diese ließ sich im Anschluss nicht mehr einwandfrei befestigen. Die Funktionstüchtigkeit wurde aber zum Glück nicht beeinträchtigt.

Schlechter als bei anderen Geräten auf dem Markt ist das Material des 4 Ink. Das gummierte Gehäuse des Readers ist zwar rutschfest, zieht jedoch Fussel und Schmutz an. Auf der Rückseite sind Fingerabdrücke sofort zu erkennen. Die Nähte sind zudem fehlerhaft verarbeitet. In den auftretenden Spaltmaßen sammelt sich schnell der Schmutz. Eine Schutztasche ist auch aufgrund des Sturzresultats zu empfehlen.

Ohne Touchscreen und Internet

Wie beim vorangegangenen Modell verbaut TrekStor keinen Touchscreen. Die Steugerung gelingt über mehrere Tasten. So befinden sich am linken und rechten Rand des eBook Readers 4 Ink jeweils zwei Tasten zum Vor- und Zurückblättern. Außerdem lassen sich durch vier weitere Felder am unteren Rand Startbildschirm, Menü und Tastatur aufrufen oder man kann zum vorherigen Bildschirm zurückkehren. Im Zentrum befindet sich ein 5-Wege-Steuerkreuz, das zur Anwahl der einzelnen Menüpunkte taugt.

Vergebens suchen Anweder beim 4 Ink einen Online-Shop oder Browser. Zwar steht Nutzern vorzugsweise das Buchsortiment von Weltbild offen - der Buchhandel vertreibt den Reader in Deutschland - und einige Leseproben, wie zum Beispiel die ersten 100 Seiten von Ken Follets Roman Winter der Welt, sind vorinstalliert, das Gerät besitzt jedoch kein WLAN- oder UMTS-Modul. Anwender können also nur über das mitgelieferte Micro-USB-Kabel Bücher auf den Reader laden. Schade, dass TrekStor hier nicht nachgerüstet hat.

eBook Reader 4 Ink im Test

Bild 1 von 4
Gebaut wird der E-Reader von TrekStor, Vertrieben über Weltbild beziehungsweise Hugendubel. (Bild: netzwelt)

Zum Speichern von elektronischen Büchern stehen zwei Gigabyte interner Speicher zur Verfügung. Mithilfe einer MicroSDHC-/MicroSD-Karte lässt sich diese Kapazität erweitern.

Bedienung

Wünscht man sich bei manch anderen E-Book-Readern mit Touch-Steuerung ein, zwei physikalische Tasten zur schnelleren Bedienung, gibt es bei dem 4 Ink eindeutig zu viele Knöpfe und zu viele Untermenüs. Die Navigation mit dem 5-Wege-Steuerkreuz ist in Ordnung, strengt jedoch an, besonders im Vergleich zum Touch-optimierten Kobo mini. Die Tastatur reagierte im Test gut auf Eingaben, wird jedoch auch seltener gebraucht, da wie gesagt kein Online-Shop angebunden ist, in dem gesucht werden könnte.

Die Nutzeroberfläche des 4 Ink ist nicht besonders ansprechend gestaltet. Unnötig ist es zudem, Felder wie "Mehr E-Books" anzuführen, wenn hinter diesen nur der Hinweis zu finden ist, dass Nutzer das Gerät an den Rechner anschließen müssen, um neue Inhalte zu bekommen.

Ghosting

Die Auflösung des 4 Ink-Bildschirms kann zwar nicht mit der neuesten Generation der Konkurrenz mithalten, ist aber solide. Treppenbildungen sind nur bei stark vergrößeter Schrift zu erkennen. Selten treten Unregemäßigkeiten im Schriftbild auf. Neben der Schriftgröße lässt sich auch die Breite des Randes auswählen. Der Font ist jedoch festgelegt.

Variieren lässt sich auch die Häufigkeit des Neuladens einer Buchseite. Allerdings zeigte sich in der Praxis, dass es sich nicht empfiehlt, den 4 Ink erst nach fünf Seiten komplett neu aufbauen zu lassen. Das Ghosting - also das Durchschimmern vorangegangener Zeilen auf dem Display - ist bei dem Gerät von TrekStor nämlich so stark, dass die Lesequalität leidet. Strom sparen durch seltenes Neuladen können Anwender nicht.

PDFs nicht lesbar

PDFs sind auf dem 4 Ink praktisch nicht lesbar. Zwar unterstützt der E-Reader das Format, der Lesemodus ist jedoch nicht dafür geeignet, etwas in entsprechenden Dokumenten zu erkennen. Im Test musste zunächst weit in die PDFs hineingezoomt werden. Dadurch ließen sich einzelne Sätze jedoch nicht mehr komplett auf dem Display anzeigen.

Der Nutzer muss also nach rechts und links scrollen, um den Rest lesen zu können. Dadurch, dass sich die Ansicht des 4 Ink jedoch nicht stufenlos, sondern nur in zwei Schritten verschieben lässt, bleiben manche Teile des Satzes für die Augen des Betrachters verborgen.

Buchsortiment

Das Buchsortiment von Weltbild beziehungsweise Hugendubel ist umfangreich und mit dem von Thalia und Amazon vergleichbar. Alle aktuellen Bestseller waren zu finden. Obwohl der eBook Reader 4 Ink über den Buchhandel vertrieben wird, sind Nutzer aber natürlich nicht an das Angebot gebunden und da kein Online-Shop auf dem E-Reader vorinstalliert ist, hat der Weltbild Online-Shop auch keinen Vorteil im Vergleich zur Konkurrenz.

Aktuelle Preise
Shop Preis Bewertung
Neu ab 85,00 €
Keine Bewertung
netzwelt
5.0
Weltbild eBook Reader 4 Ink
Vorteile
  • günstig
  • liegt gut in der Hand
Nachteile
  • schlechte Verarbeitung
  • umständliche Bedienung
  • Fehler im Schriftbild
  • PDFs nicht lesbar
  • kein Shop installiert
  • keine Internetanbindung

Zerbrechlich

Weltbild und TrekStor machen mit dem eBook Reader 4 Ink für nur 59,99 Euro (UVP) ein verlockendes Angebot. Dass Nutzer dafür nicht die allerbeste Technik erwarten können, ist klar. Allerdings ist das Fehlen eines WLAN-Moduls ein großer Kompromiss, den Nutzer für den günstigen Preis eingehen müssen. Gepaart mit dem Ghosting-Problem, der minderwertigen Verarbeitung und dem schlechten PDF-Reader lässt sich auch Sparfüchsen nicht zu dem Gerät raten. Wer sich damit nicht abfinden will, sollte sich den Kobo mini anschauen. Der E-Reader besitzt einen Touchscreen, Browser und WLAN und kostet nur rund zehn Euro mehr.


Einzelergebnisse
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Design/Verab.
5
Anzeige
5
E-Book-Store
5
Bedienung
5
Software
5
Einsortierung
Weltbild eBook Reader 4 Ink von TrekStor wurde als E-Book Reader abgelegt. Es befindet sich auch in der Bestenliste "Die besten E-Book-Reader 2012/2013". Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Digitalkamera, Mobile Computing, E-Book, TrekStor, Günstig, E-Book Reader, Weltbild, Review und Weltbild eBook Reader 4 Ink .
Kommentarfunktion derzeit deaktiviert
article
37183
eBook Reader 4 Ink von Weltbild und TrekStor im Test
eBook Reader 4 Ink von Weltbild und TrekStor im Test
Der eBook Reader 4 Ink lockt durch seinen günstigen Preis. Ein gutes Angebot ist das Gerät von TrekStor und Weltbild aber nicht.
http://www.netzwelt.de/news/95079-ebook-reader-4-ink-weltbild-trekstor-test.html
2013-02-11 10:55:56
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/08/weltbild-ebook-reader-4-ink-produktbild-114920.jpeg
ReviewHardwareEbookReader
eBook Reader 4 Ink von Weltbild und TrekStor im Test