BlackBerry Z10 im Test

Multimedia

Die rückseitige Kamera löst mit acht Megapixeln auf. Videos kann sie in Full HD aufzeichnen. Eine lichtstarke Blende, eine LED-Fotoleuchte sowie ein BSI-Sensor sollen auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Fotos ermöglichen. Im Test lieferte die Z10-Kamera unter Kunstlicht brauchbare Schnappschüsse. Allerdings wirken Konturen teils leicht verschwommen und Farben nicht natürlich. Ein leichter Blaustich macht sich hier bemerkbar. Ein mit dem BlackBerry Z10 aufgenommenes Foto finden Sie hier. Bilder können über eine HDMI-Schnittstelle auf den Fernseher wiedergegeben werden.

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Der Lautsprecher ist kräftig und taugt zur Hintergrundbeschallung. Auf voller Lautstärke ist jedoch ein leichtes Scheppern zu vernehmen. Über Kopfhörer reicht der Klang an hochwertige MP3-Player heran. Allerdings vermisst netzwelt beim MP3-Player einen Equalizer und einen Sleeptimer.

Software

Das Z10 nutzt als erstes Smartphone die neue Plattform BlackBerry 10. Das System erinnert dabei stark an MeeGoo von Nokia und Intel und bedient sich eines ähnlichen 3-Bildschirme-Konzepts. Einen Überblick über alle Neuerungen des Systems finden Sie hier auf netzwelt.

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Nach nun knapp drei Tagen mit BlackBerry 10 gibt es einige Punkte, die für und einige, die gegen das System sprechen: Ein großes Plus ist die Bedienung. Hat man sich einmal darauf eingelassen, gehen die besagten Bediengesten leicht von der Hand. Einige sind auch schon aus der Android-Welt bekannt, sodass sich der Lernaufwand in Grenzen hält.

BlackBerry Z10

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Die zentrale Geste ist der sogenannte Peek. Besitzer des BlackBerry Playbook werden Sie bereits kennen: Mit einer Daumenbewegung vom jeweils unteren Bildschirmrand minimiert der Nutzer die laufende App und wechselt zu einer anderen Anwendung oder wirft einen kurzen Blick ins Postfach. Hält er den Daumen gedrückt aufs Display, ist es auch möglich, aus einer App nur kurz ins Postfach zu blicken und dann sofort wieder an die Stelle zurückzukehren, wo man war, indem man nur den Daumen hebt. BlackBerry 10 erlaubt also echtes Multitasking.

Ein richtiges Highlight ist die virtuelle Tastatur. Tippen geht auf ihr äußerst leicht von der Hand. Das liegt zum einen an den großen Buttons, zum anderen auch an den "intelligenten" Wortvorschlägen. Diese lassen sich mit nur einem Daumenwisch übernehmen, sodass der Nutzer nicht die Finger von der virtuellen Tastatur nehmen muss, sondern direkt weiter schreiben kann. Auch die Autokorrektur lernt: Korrigiert sie ein Wort des Nutzers nicht nach seinem Wunsch, reicht bereits ein Druck auf die Zurück-Taste und das zuvor geschriebene Wort erscheint wieder. Weitere Details zur virtuellen Tastatur von BlackBerry 10 finden Sie in unserem Kurztest an dieser Stelle.

Ebenfalls positiv: BlackBerry legt Wert auf Datenschutz. Der Nutzer kann beispielsweise selbst entscheiden, ob er seine Telefonkontakte zu Facebook hochladen möchte, wenn er sein Telefon mit dem Facebook-Account verknüpft. An einigen Stellen krankt das neue System aber noch: Zwar stehen zum Start 70.000 Apps zur Verfügung, darunter ist aber auch viel Unnützes. Offenbar ist BlackBerry hier nach dem Prinzip Masse statt Klasse verfahren. Von vielen auf dem Launch-Event angekündigten Apps fehlt zudem in der BlackBerry World noch jede Spur: Weder Skype noch WhatsApp oder Jetpack Joyride waren aktuell verfügbar.

Nervig ist es auch, dass die Synchronisation von Musik, Bildern etc. zwischen BlackBerry und PC beziehungweise Mac über eine Software namens BlackBerry Link installiert werden muss. Erst danach kann auch auf das Gerät via Massenspeicher zugegriffen werden.

Fazit

Die eingangs gestellte Frage lässt sich nach dem Test eindeutig beantworten: Ja! Das BlackBerry Z10 ist ein konkurrenzfähiges Touchscreen-Smartphone mit einer ausgezeichneten virtuellen Tastatur. Wer ein Touchscreen-Smartphone sucht, auf dem sich auch unterwegs bequem Mails oder Texte schreiben lassen, könnte im BlackBerry Z10 seinen idealen Begleiter finden. 

Das BlackBerry Z10 wird im Februar in Deutschland erscheinen, unter anderem bei den Mobilfunkanbietern Vodafone und O2. Eine offizielle unverbindliche Preisempfehlung gibt es noch nicht. Der Preis dürfte aber bei rund 500 Euro liegen.

Sind Sie ein Fan echter Handy-Tastaturen, müssen Sie sich noch gedulden: Das erste BlackBerry 10-Modell mit QWERTZ-Tastatur erscheint erst in den nächsten Monaten. Einen Kurztest des BlackBerry Q10 finden Sie hier.

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