Gelungene virtuelle Tastatur, hochwertige Verarbeitung

BlackBerry Z10 im Test: Touchscreen-Smartphone für Vielschreiber

Die ersten reinen Touchscreen-Smartphones von BlackBerry waren wahrlich keine Meisterwerke. Der neue Hoffnungsträger Z10 hat bis auf den BlackBerry-Schriftzug nur noch wenig mit Storm und Co. gemein. Trotzdem bleibt die bange Frage: Kann der angeschlagene kanadische Handyhersteller ein konkurrenzfähiges Touchscreen-Smartphone bauen? Und lässt sich darauf auch noch schnell tippen?

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BlackBerry Z10 im Test: Das BlackBerry Z10 ist das erste Smartphone des kanadischen Herstellers mit der neuen Plattofrm BlackBerry 10. Ob Sie überzeugen kann, verrät der Test von netzwelt. Zum Video: BlackBerry Z10 im Test

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Design und Verarbeitung
  2. 2Hardware
  3. 3Sprachqualität und Akkulaufzeit
  4. 4Multimedia
  5. 5Software
  6. 6Fazit
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Design und Verarbeitung

Beim ersten Anblick des BlackBerry Z10 fühlen sich viele Betrachter an das Apple iPhone 5 erinnert. Größere Ähnlichkeiten, abgesehen von den abgerundeten Ecken, kann netzwelt zwischen beiden Modellen aber nicht ausmachen. Auch mit den bisherigen Full-Touch-Geräten von BlackBerry hat das Z10 optisch wenig gemein.

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Das Design ist schnörkellos, das Z10 scheint fast in einem Guss gefertigt zu sein. Das Gehäuse wird, abgesehen vom Einschalter am oberen Rand sowie den Medientasten an der rechten Seite, von keinen Elementen unterbrochen. Der Metallrahmen, der das Display umgibt, verleiht dem Z10 zudem eine schlichte Eleganz. Erhältlich ist das Modell in Weiß und Schwarz. 

Die gummierte Rückseite sorgt für einen ordentlichen Grip, aus der Hand rutschen dürfte das BlackBerry Z10 dem Nutzer daher kaum. Die Haptik ist aber etwas gewöhnungsbedürftig, hier hat netzwelt im Vergleich die Soft-Touch-ähnliche Beschichtung der Rückseite des BlackBerry Q10 besser gefallen.

Ein Leichtgewicht ist das Z10 mit 137,5 Gramm zwar nicht, das Gewicht ist aber ein angenehmer Kompromiss aus zu leicht und zu schwer. Auch die Abmessungen halten sich mit 130 x 65,6 x 9 Millimetern in Grenzen. Das BlackBerry Z10 lässt sich daher problemlos noch mit einer Hand bedienen und in der Hosentasche verstauen - ohne dass das Modell aufträgt. Die Verarbeitung ist also hochwertig, mit einem kleinen Makel: Am unteren Rand des Smartphones gibt es einen Spalt zwischen Akkudeckel und Gehäuse, dennoch sitzt der Deckel fest auf.

Hardware

Im Inneren des BlackBerry Z10 werkelt ein 1,5-Gigahertz-Dual-Core-Prozessor. Welcher Chipsatz genau zum Einsatz kommt, verrät BlackBerry nicht. In einigen Märkten soll das Z10 wie der Tablet-PC PlayBook noch mit einem OMAP-Prozessor von Texas Instruments ausgestattet sein. Da der US-Hersteller aber dabei ist, sich mit seinen Chipsätzen aus dem Smartphone- und Tablet-Geschäft zu verabschieden, kommt in einigen Märkten bereits ein Qualcomm-Chipsatz im Z10 zum Einsatz. Für den Nutzer ist nicht ersichtlich, welcher Chip in seinem Modell steckt.

Die Performance des Chipsatzes in unserem Testgerät hinkt anderen Chips hinterher. Das wurde im Browserbenchmark Sunspider deutlich: Den Test absolviert das BlackBerry Z10 durchschnittlich in 1.726,9 Millisekunden. Aktuelle Android- und Windows Phone-Spitzenmodelle sowie das iPhone 5 benötigen für den Test nur rund 1.000 Millisekunden.

Weitere Benchmarks stehen aktuell für BlackBerry 10 noch nicht zur Verfügung. Nach den ersten Testtagen lässt sich aber sagen, dass der Prozessor auch bei vielen geöffneten Anwendungen für eine weitestgehend flüssige Bedienung sorgt. Vereinzelt kommt das System beim Wechsel zwischen den geöffneten Apps aber dann doch leicht ins Stocken - trotz zweier Gigabyte Arbeitsspeicher. Anzumerken ist auch, dass sich das Z10 unter Last schnell erwärmt.

Anders als beim Q10 kommt im Z10 kein Super-AMOLED-Display, sondern ein LC-Bildschirm zum Einsatz. Die Bilddiagonale beträgt 4,2 Zoll, die Auflösung 1.280 x 768 Pixel. Dies ergibt eine Pixeldichte von 356 Pixel per Inch (ppi) - höher als die Pixeldichte des Retina-Displays von Apple. Angenehm scharf ist dementsprechend die Darstellung. Vor allem bei Schrift lassen sich an den Buchstaben keine einzelnen Pixel oder ausgefräste Ränder ausmachen.

BlackBerry Z10

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Die Farben wirken satt und kräftig. Allerdings hat der Bildschirm Probleme bei der Darstellung größerer Weißflächen; diese wirken bei niedriger bis mittlerer Displayhelligkeit gräulich. Erst wenn der Nutzer den Helligkeitsregler bis zum Anschlag zieht, stellt das BlackBerry Z10 Weiß auch wirklich weiß dar. Die Blickwinkel fallen dagegen angenehm groß aus.

Von den 16 Gigabyte Speicher stehen dem Nutzer ab Werk rund 12 Gigabyte zur Verfügung. Das sollte erst einmal reichen. Wer mehr Platz für MP3s, Bilder und Videos benötigt, kann alternativ den Speicher per MicroSD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweitern.

Das Z10 unterstützt ab Werk auch die neuen Mobilfunktechniken NFC und LTE. Bei LTE werden laut Spezifikationen die Frequenzen 1.800, 2.600, 900, 800 und 700 Megahertz unterstützt, damit ist das Z10 uneingeschränkt zu allen deutschen LTE-Netzen kompatibel. 

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des BlackBerry Z10 ist gut, vor allem Hintergrundgeräusche werden, wie von den Kanadiern gewohnt, effektiv gefiltert. Gesprächspartner klingen aber nicht natürlich, sondern leicht gedämpft. Die eigene Stimme kam bei der Gegenseite im Test leicht verzerrt an. Im Freisprechmodus profitiert der Nutzer aber vom kräftigen Lautsprecher. Eine Status-LED informiert zudem gut sichtbar über verpasste Anrufe.

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