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60-Euro-Kopfhörer: RHA SA950i im Test
Mit Fernbedienung für i-Geräte

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Der RHA SA950i ist ein ohraufliegender Kopfhörer zum Preis von knapp 60 Euro. Dank Kabelfernbedienung samt eingebautem Mikrofon lassen sich auch Apples i-Geräte mit ihm bedienen. Im Test muss er beweisen, was er kann.

Der Herstellertext zum SA950i der britischen Firma RHA liest sich fast schon zu gut: "Indem sich der SA950i-Kopfhörer Technologien bedient, wie man sie gewöhnlich nur in Studioausrüstung gängiger Größe findet, bietet er professionelle Akustik in kompaktem, supra-auralem Design", heißt es dort. Blickt man dann noch auf das Preisschild, sollte man eigentlich sofort zuschlagen: Gerade einmal 60 Euro soll der Spaß kosten, da kann eigentlich nicht viel schief gehen.

Verarbeitung und Lieferumfang

Beim Auspacken macht sich jedoch Ernüchterung breit, denn professionelles Studio-Equipment sieht anders aus. Außer dem Kopfhörer selbst findet sich lediglich eine schmale Bedienungsanleitung im kompakten Karton. Adapter-Stecker oder eine Transporthülle - Fehlanzeige. Solche Extras sind in dieser Preisklasse zwar nicht selbstverständlich, aber natürlich dennoch gerne gesehen.

Die Ohrmuscheln sind mit schwarzem Klavierlack überzogen und schnell zerkratzt. Dies gelingt besonders schnell, wenn man versucht, die über eine Draht-Konstruktion befestigten Ohrmuscheln über das Maß hinaus zu verdrehen. Dann springt die Ohrmuschel aus der Führung und das Gestell kratzt auf dem Lack.

Der Bügel ist mit Kunstleder bezogen, beim Testexemplar von netzwelt löste sich bereits eine Naht. Zu einer dauerhaften Beeinträchtigung bei der Benutzung des Kopfhörers sollte es aber dennoch nicht kommen. Insgesamt ist der SA950i ordentlich zusammengebaut, wenn auch nicht mit den besten Materialien.

Ergonomie

Der Bügel lässt sich stufenlos verstellen und bietet keine festen Einrastpunkte. Die meisten netzwelt-Redakteure empfanden die Passform des knapp 100 Gramm schweren SA950i auf dem Kopf als angenehm. Je nach Größe der Ohren überdecken die weichen Polster des RHA-Kopfhörers so eben die Lauscher des Trägers. In den meisten Fällen lassen sie aber ein gutes Stück frei.

Die Ohrmuscheln lassen sich nach oben und unten, jedoch nicht zur Seite neigen. Dies führt bei manchen Kopfformen dazu, dass die Kopfhörer - wie im Falle des Testers - ein wenig spitz anliegen. Am besten gilt daher auch bei diesem Modell: Vor dem Kauf Probehören.

Dank einer Kabellänge von 1,52 Metern gibt es im Alltag keine Probleme, wenn etwa das Smartphone oder der MP3-Player in der Hosentasche oder im Rucksack verweilen. Dank der Kabelfernbedienung mit integriertem Mikrofon lassen sich zudem iPhone und Co. steuern. Praktisch: Da das Kabel abnehmbar ist, lässt sich die Fernbedienung je nach Geschmack oben oder unten anbringen.

Klang und Umwelt

In dieser Disziplin überrascht der RHA, denn wer den vergleichsweise günstigen Kopfhörer erst einmal auf dem Kopf hat, sieht über die nicht ganz so ansprechende Materialwahl und die verbesserungswürdige Passform vielleicht hinweg. Die klanglichen Stärken des SA950i liegen ganz besonders bei den tiefen und hohen Frequenzen, was ein wenig auf Kosten der Neutralität geht, denn Mitten gehen bei manchen Stücken nach unserem Geschmack leicht im Hintergrund unter.

  • Knapp 60 Euro verlangt der britische Hersteller RHA für den Apple-kompatiblen Bügelkopfhörer SA950i. (Bild: netzwelt)
  • Die Passform ist im wahrsten Sinne des Wortes Kopfsache, denn die Einstellmöglichkeiten sind begrenzt. (Bild: netzwelt)
  • Die Kunststoffschalen in Klavierlack-Optik sind schnell zerkratzt. (Bild: netzwelt)
  • Das Kabel ist über 1,50 Meter lang und damit ausreichend bemessen. (Bild: netzwelt)
  • Überraschung beim Hörtest: Der SA950i klingt besser, als es das Preisschild vermuten lässt. Nur die Mitten gehen leicht unter. (Bild: netzwelt)

Den Titel "Uprising" von "Muse" setzen die mit Titan umhüllten 40-Millimeter-Treiber mit solch ordentlichem Punch um, dass sich manch ein Kopfhörer der 200-Euro-Klasse sich davon gerne eine Scheibe abschneiden darf. Bei komplexeren Arrangements, vor allem in Klassikbereich aber auch immer dann, wenn viele Instrumente im Einsatz sind, wünschten wir uns beim Hörtest mehr Separationsvermögen vom RHA. Extrem anspruchsvolle Ohren sollten ohnehin von einem Kopfhörer der 60-Euro-Klasse absehen, denn mit hochaufgelöstem Audiomaterial kommt auch das Frequenzband des Testmodells (16 bis 22 Kilohertz) nicht zurecht.

Dank seiner nicht vollständig geschlossenen Bauweise bietet sich der RHA-Kopfhörer auch als täglicher Begleiter im öffentlichen Raum, auf dem Weg zur Arbeit und in öffentlichen Verkehrsmitteln an. Fahrradklingeln bleiben bis in den oberen Lautstärkebereich wahrnehmbar. Und auch der Busnachbar bekommt nicht allzu viel vom aktuellen Lieblingsstück des SA950i-Besitzers mit, sofern dieser es mit der Lautstärke nicht allzu sehr übertreibt.

Fazit

Der RHA SA950i hat durchaus Stil - wer einen erschwinglichen Kopfhörer für den Alltagseinsatz sucht und über Schwächen bei Material und Verarbeitung hinwegsehen kann, findet mit ihm einen guten Allrounder, der sich klanglich nicht verstecken muss.

Als günstigere Alternative bietet sich der Klassiker Koss Porta Pro an. Eine Liga höher spielt der sehr empfehlenswerte Harman Kardon CL auf. Was Sie grundsätzlich beim Kopfhörerkauf beachten sollten, hat netzwelt an dieser Stelle für Sie zusammengefasst.

Kommentare zu diesem Artikel

Zum Preis von 60 Euro macht der Kopfhörer SA950i von RHA seine Sache im Test gut. Sieht man von ein paar Verarbeitungsschwächen und der Materialwahl ab.

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60-Euro-Kopfhörer: RHA SA950i im Test
60-Euro-Kopfhörer: RHA SA950i im Test
Zum Preis von 60 Euro macht der Kopfhörer SA950i von RHA seine Sache im Test gut. Sieht man von ein paar Verarbeitungsschwächen und der Materialwahl ab..
http://www.netzwelt.de/news/95055-60-euro-kopfhoerer-rha-sa950i-test.html
2013-02-01 16:47:26
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60-Euro-Kopfhörer: RHA SA950i im Test