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Microsoft Office 2013 im Test
Abo-Modell für Privatanwender

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Microsoft bezeichnet Office 2013 als "das neue Office" und tatsächlich hat sich einiges bei der Bürosoftware geändert. Neben den klassischen Suiten mit Word, Excel und Co. bietet Microsoft nun auch das Abo-Modell Office 365 für Privatkunden an. Netzwelt hat das Angebot getestet.

Mit Office 2013 geht Microsoft nicht nur mit dem Abo-Modell Office 365 viele neue Wege. Das neue Büropaket soll Nutzern mehr Spaß machen, sie überall hin begleiten und leichter zu bedienen sein. Netzwelt hat dem "Office zur Miete" auf den Zahn gefühlt.

Oliver Gronau von Microsoft präsentierte das neue Office in Hamburg.

Ein frischer Wind weht durch das neue Office. Und das liegt nicht nur am Re-Design im Windows 8-Style. Oliver Gronau, verantwortlich für Office bei Microsoft, wurde es beim Launch-Event von Microsoft in der Hamburger Hafen City nicht müde zu betonen, wie viel flexibler, moderner, sozialer, schneller, einfacher und natürlich besser Office 2013 ist. Und tatsächlich hat sich einiges geändert.

Das ist Office 365 Home Premium

Symbolisch für die Veränderungen steht das von Gronau als "Flaggschiff" bezeichnete Produkt Office 365 Home Premium. Dabei handelt es sich um einen Abo-Service für Privatnutzer, mit dem Microsoft dem Video-on-Demand- und Music-on-Demand-Trend folgt.

Anwender zahlen jährlich knapp 100 Euro und erhalten dafür die Desktop-Versionen aller Office-Programme - sprich Word, Excel, PowerPoint, Access, Outlook, Publisher und OneNote - sowie 20 Gigabyte Speicherplatz im Cloud-Service SkyDrive und monatlich 60 Freiminuten für die Telefonie-Funktionen von Skype. Im Paket enthalten ist zudem ein Update-Service, durch den Anwender immer sofort die neueste Version von Office bekommen sollen. Microsoft versprach auf dem Event in Hamburg, den Update-Zyklus zu beschleunigen und stets an alle Office 365-Nutzer auszurollen. Außerdem können Office 365-Käufer den Service Office on Demand nutzen. Dazu später mehr.

Anwender erhalten beim Kauf von 365 gleich fünf Nutzungslizenzen, die nicht nur auf PCs, sondern auch auf Macs verwendet werden können - Publisher, OneNote und Access funktionieren auf Apple-Rechnern jedoch nicht. Die Lizenzen sind allerdings an ein Microsoft-Konto gebunden, das beim Kauf von Office 365 eingerichtet werden muss. Nur über dieses gelingt die Installation auf anderen Rechnern. Bei der Einrichtung ist es dann aber möglich, ein unabhängiges Microsoft-Konto anzulegen, um beispielsweise einen eigenen SkyDrive-Account zu haben. Einmal im Monat müssen sich Nutzer zudem mindestens bei Office über die fünf verbundenen Geräte anmelden, um ihre Lizenz zu verifizieren.

Microsoft Office 2013 im Test

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Microsoft geht mit Office 2013 nicht nur beim Logo neue Wege. (Bild: Screenshot)

Automatisch verlängert sich das Abo nach einem Jahr nur, wenn dies vorher ausgewählt wird. Standardmäßig wandelt Microsoft nach einem Jahr ohne Verlängerung alle online gespeicherten Dateien in einen Read-only-Modus um, in dem sie nur noch angesehen oder runtergeladen werden können.

Es ist übrigens nicht tragisch, wenn ein Rechner mal den Geist aufgeben sollte, während eine der kostbaren Lizenzen noch auf ihm verwendet wird. Nutzer können sich mit ihrem Microsoft-Konto auf jedem beliebigen Rechner bei Mein Office anmelden und die Lizenzen dort zentral verwalten.

Weitere Produkte

Neben Office 365 Home Premium gibt es auch Office 365 University für vergünstigte 74 Euro für vier Jahre. Allerdings können nur Studenten dieses Angebot nutzen. Für die geschäftliche Nutzung wird es noch eine Professional-Variante geben, deren Details jedoch erst am 27. Februar bekannt gegeben werden. Außerdem lassen sich wie gewohnt Office-Suiten kaufen. Eine Auflistung selbiger finden Sie hier.

Zusätzlich existiert zudem eine Office 2013 RT-Variante für ARM-Tablets wie Microsofts Surface.

Der Start

Nach dem Kauf von Office 365 Home Premium oder auch einer anderen Office-Variante erhält der Nutzer einfach nur einen Product Key, den er auf der Setup-Seite von Office eingeben muss. Eine DVD mit der Software zur Sicherung erhält der Nutzer nur noch auf Nachfrage bei Microsofts Hotline und gegen eine Gebühr.

Während der Einrichtung wird - wie schon erwähnt - ein Microsoft-Konto erforderlich. Die erworbenen Lizenzen sind fortan an diesen Account geknüpft und werden über diesen auch verwaltet. Zu den zentralen Systemvoraussetzungen von Office 2013 gehört Windows 7 oder Windows 8. Ältere Versionen werden nicht mehr unterstützt. Eine vollständige Liste der Anforderungen finden Sie hier.

Click-to-run

Danach beginnt die Installation beziehungsweise das "Click to run"-System, wie Microsoft es nennt. Durch diese Neuerung soll der Nutzer innerhalb von zwei, drei Minuten Office öffnen und darin arbeiten können. Dies gelingt dadurch, dass das System zunächst nur die wichtigsten Teile der Software auf den Computer streamt, die der Anwender dann bereits nutzen kann, während der Rest des Programms im Hintergrund weiter lädt.

Im Test ließen sich die ersten kleineren Einstellungen tatsächlich schon nach einer Minute vornehmen. Die tatsächliche Nutzung war dann allerdings doch erst nach rund zehn bis 15 Minuten möglich. Dies ist jedoch sehr von der Geschwindigkeit des eigenen Rechners und der Internetverbindung abhängig.

Touch-optimiert

Optisch erinnert Office 2013 stark an die Designsprache von Windows 8. Nutzer können hier nur leicht variieren, so lassen sich die Titelleisten individuell gestalten und man kann zwischen touch-optimierter und Maus-optimierter Nutzeroberfläche wählen. Microsoft zufolge erkennt Office 2013, wenn ein Desktop-PC, Notebook oder Convertible einen Touchscreen besitzt und stellt die UI entsprechend ein. Im Test funktionierte dies bei einem resistiven Touchscreen allerdings nicht.

Große Unterschiede bestehen zwischen den beiden Ansichten nicht. Bei der für Touchscreens optimierten Oberfläche sind die Schaltflächen lediglich etwas größer, um die Trefferquote zu erhöhen. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell: Wer produktiv mit Office arbeiten will, wird zur Maus und Tastatur greifen, um einfach schneller und zielsicherer Arbeiten zu können. Für das schnelle Bearbeiten von Dokumenten unterwegs auf dem Tablet oder das kurze Beantworten einer E-Mail ist die Steuerung mit den Fingern aber sicherlich auch geeignet.

Office on Demand

Zu den Highlights von Office 365 Home Premium gehört zum einen die Anbindung an den Cloud-Dienst SkyDrive und zum anderen der Service Office on Demand. Beide Programme ermöglichen es, von überall auf gespeicherte Dokumente zuzugreifen und Office zudem an jedem beliebigen PC zu nutzen, ohne das Programm erst immer installieren zu müssen.

Dafür loggt der Nutzer sich im Netz auf dem Portal Mein Office ein und klickt auf das Programm, das er nutzen möchte. Im Anschluss streamt der betreffende Rechner Word, Excel, Access, Publisher oder auch PowerPoint auf den Rechner, ohne es jedoch zu installieren. Der Vorteil: Meldet sich der Nutzer wieder ab, ist alles wieder vom PC verschwunden. Seine Daten kann der Betreffende in SkyDrive oder auch lokal speichern.

Spaß macht das Streaming allerdings nur, wenn die Internetverbindung und der verwendete Rechner ausreichend schnell sind. Im Test gelang das Streaming während der Bearbeitung eines Word-Dokuments flüssig mit einem All-in-one-Rechner von Asus mit Intel Atom Prozessor, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Internetgeschwindigkeit von 17 Megabit pro Sekunde.

Admin-Rechte sind für die Ausführung des Service nicht erforderlich. Allerdings lässt sich dieser Dienst nur von dem Käufer von Office 365 verwenden. Nutzer, die auf eine der vier anderen Lizenzen zugreifen, erhalten diesen Luxus nicht.

SkyDrive-Anbindung

SkyDrive wiederum ermöglicht Nutzern, ihre Daten auszulagern und dadurch privaten Speicherplatz zu sparen sowie plattformübergreifend zu synchronisieren. Zusätzlich lassen sich in dem Cloud-Dienst die sogenannten Office WebApps nutzen. Dabei handelt es sich um Browser-Anwendungen von Word, Excel, PowerPoint, Access und Publisher, die im Netz genutzt werden können.

Zwar ist der Funktionsumfang eingeschränkt, alltägliche Aufgaben lassen sich jedoch problemlos in ihnen erledigen. Auf diese Weise sollen Nutzer überall und zu jeder Zeit an ihren Dateien arbeiten können - vorausgesetzt sie haben diese in SkyDrive gespeichert. Dies gelingt in Office 2013 ganz einfach, denn SkyDrive wird als erste Option zum Speichern in den einzelnen Programmen angezeigt. Wenn gewünscht lassen sich Dateien jedoch auch weiterhin nur lokal speichern.

Darüber hinaus ermöglicht es SkyDrive, Dokumente parallel mit anderen Nutzern zu bearbeiten. Dafür gibt der Nutzer sein Projekt einfach frei. Andere Anwender können die Datei dann einsehen. Eine Bearbeitung ist allerdings erst mit Microsoft-Konto möglich.

Office-Apps

Zu den zentralen Neuerungen in Word, Excel und Co. gehören die Office-Apps. Allerdings ist das Angebot selbiger momentan noch äußerst begrenzt. Anwendungen sind aktuell zudem nur auf Englisch erhältlich. Sinn ergeben Apps wie Britannica Researcher, die beim Recherchieren von Fakten hilft. Die begrenzte Auswahl begründete Microsoft zum Office-Launch mit fehlendem Interesse auf der Entwicklerseite. Man bemühe sich jedoch, diesem auf die Sprünge zu helfen und gegebenenfalls auch selbst entwickelte Apps nachzuliefern.

Zentrale Neuerungen in Word, Excel und Co.

In Word lassen sich nun ganz einfach ODT-Dateien und PDFs anlegen, öffnen und bearbeiten, ohne dafür extra Software installieren zu müssen. Im Test funktionierte die Umwandlung problemlos. Auch Diagramme und Bilder wurden nicht "zerschossen" und an die richtigen Plätze gesetzt. Wahrlich eine Erleichterung. Darüber hinaus lassen sich Kommentare in Dokumenten nun direkt beantworten, wodurch eine Baumstruktur entsteht, die sehr viel übersichtlicher ist als die vorherigen Sprechblasen. Darüber hinaus lassen sich YouTube-Videos einbinden und direkt im Dokument abspielen.

Excel wiederum analysiert nun logische Beispiele, die der Nutzer eintippt, und führt regelmäßige Abfolgen fort. Wenn man beispielsweise anfängt, Namen aus zwei verschiedenen Spalten in einer dritten zusammenzuführen, merkt Excel, was der Anwender vorhat und komplettiert die Liste automatisch. Darüber hinaus erkennt das Programm, welche Diagramme am besten zur Darstellung von Zahlen und Werten geeignet sind, und schlägt solche vor.

In PowerPoint ist es nun möglich, direkt Kommentare und Hinweise zu vermerken und diese an einen Kollegen weiterzuleiten, ohne erst einen Screenshot von der Präsentation zu machen und diesen dann wiederum in ein Word-Dokument einzufügen. Außerdem sieht der Anwender im Präsentationsmodus auf seinem Bildschirm, wie lange seine Präsentation schon dauert, wie die nächste Folie aussieht und welche Notizen er sich gemacht hat, während er auf dem Präsentationsbildschirm die gewohnte Ansicht sieht.

In Outlook wiederum lassen sich nun Facebook- und Twitter-Kontakte integrieren sowie weitere Soziale Dienste verknüpfen. Eine E-Mail lässt sich nun beantworten, ohne ein Extra-Fenster dafür öffnen zu müssen. Am unteren Rand befindet sich jetzt eine Navigationsleiste, die den Wechsel zwischen Adressbuch, Posteingang und Kalender ermöglicht. Beim Verweilen des Mauszeigers über einem der Felder wird zudem eine Vorschau der Termine etc. angezeigt.

Öffnen und speichern lassen sich die Dateien aller Programme in den altbekannten Formaten (z. B. .doc) oder in in den neuen Formaten (z.B. .docx). Nur letzteres gewährleistet jedoch den vollen Funktionsumfang.

Fazit

Mit Office 2013 führt Microsoft viele sinnvolle Neuerungen ein, die besonders Nutzer von mobilen Touchscreen-Geräten und Social Networker freuen dürften. Für Personen, die das Büropaket eher für die alltägliche Arbeit nutzen, sind Änderungen wie die Bearbeitbarkeit von PDFs und ODTs, die Anbindung an SkyDrive und Office on Demand interessant.

Mit Office 365 Home Premium schafft Microsoft zudem ein attraktives Angebot - vorausgesetzt, das Versprechen regelmäßig Software-Updates mit neuen Funktionen auszuliefern, wird eingehalten. Schade ist, dass sich das Streaming-Angebot von Office on Demand nur von dem ursprünglichen Käufer der Lizenzen nutzen lässt und dass auf Macs weiterhin nicht das volle Büropaket zur Verfügung steht.

Sie wollen einen Überblick über alle verfügbaren Office 2013-Versionen? Dann schauen Sie hier auf netzwelt vorbei.

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Kommentare zu diesem Artikel

Microsoft bezeichnet Office 2013 als "das neue Office" und tatsächlich hat sich einiges bei der Bürosoftware geändert. Neben den klassischen Suiten mit Word, Excel und Co. bietet Microsoft nun auch das Abo-Modell Office 365 für Privatkunden an. Netzwelt hat das Angebot getestet.

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  • Ahotep schrieb Uhr
    AW: Office 2013: Das kann Microsofts neues Büropaket

    Ich selbe habe Microsoft Office 2007 Premium installiert. Aber um viele weitere Dienste nutzen zu können (Primär OneDrive for Business + OneDrive für den normalen Cloud nützt mir diese Version nichts mehr.) Hinzu kommt Anbindung an Windows Azure/ WebMatrix3. Im günstigsten Fall nioch die Version 2010. Das betrifft insbesondere OneNote und Excel.
  • Runzel schrieb Uhr
    AW: Office 2013: Das kann Microsofts neues Büropaket

    Im Vergleich mit MS Office 2013 schlägt sich LibreOffice sehr gut: https://wiki.documentfoundation.org/Feature_Comparison:_LibreOffice_-_Microsoft_Office Zuverlässiger bei umfangreichen Dokumenten ist es ja nach wie vor.
  • headmaster007 schrieb Uhr
    AW: Office 2013: Das kann Microsofts neues Büropaket

    das denke ich auch...der verkauf wird drastisch einbrechen vor allem weil kostenlose office pakete immer attraktiver werden zumindest für den privatgebrauch
  • Harwin schrieb Uhr
    AW: Office 2013: Das kann Microsofts neues Büropaket

    Ohha: Home&Student Sparversion für 125 € Meine 2007er hat damals nur 60 gekostet und lag damit unter der Preisschwelle, die Openoffice durch ein passables kostenloses Produkt ordentlich runtergezogen hatte. Für 125€ muss der Mehrwert für den Durchschnittsnutzer schon ziemlich groß sein...
  • grunzer schrieb Uhr
    AW: Office 2013: Das kann Microsofts neues Büropaket

    ... Ich glaube auch unter 2003 war sowas schon dabei und trotzdem hat es nie jemand ernsthaft benutzt. Denn wer sowas braucht hält keine flüssigen Vortäge :cool:
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Office 2013: Das kann Microsofts neues Büropaket

    ... Office 2007 ...

    Ja, Du hast Recht - im Artikel-Wortlaut hätte man meinen können, es wäre eine neue Funktion. Wurde angepasst. Danke dafür.
  • Eugen Klass schrieb Uhr
    AW: Office 2013: Das kann Microsofts neues Büropaket

    "Außerdem sieht der Anwender nun im Präsentationsmodus wie lange seine Präsentation schon dauert, wie die nächste Folie aussieht und welche Notizen er sich gemacht hat auf seinem Bildschirm, während er auf dem Präsentationsbildschirm die gewohnte Ansicht sieht." Dies ist keine Neuerung! Office 2007 hat dieses Feature längst im Umfang. Dies nennt sich Referentenansicht und lässt sich im Menüpunkt "Bildschirmpräsentation" einschalten (Natürlich nur wenn ein zweiter Bildschirm angeschlossen ist) MFG Eugen Klass

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Microsoft Office 2013 im Test
Microsoft Office 2013 im Test
Microsoft Office 2013 ist da - und schneidet im netzwelt-Test gut ab.
http://www.netzwelt.de/news/95044-microsoft-office-2013-test.html
2013-01-31 17:23:05
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2013/oliver-gronau-microsoft-praesentierte-neue-office-hamburg-bild-netzwelt-17903.jpg
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