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Kobo mini im Test
Günstige Alternative zum Kobo glo

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Mit dem Kobo mini hat nun der kleinste auf dem Markt befindliche E-Reader das netzwelt-Testlabor durchlaufen. Der Hersteller preist das Gerät vor allem mit seinem günstigen Preis an. Doch bringt das Mini-Display Spaß beim Lesen?

Der Kobo mini ist der kleinste E-Reader auf dem Markt. Neben der Größe minimiert Hersteller Kobo auch die technische Ausstattung des Modells, um den günstigen Preis von rund 70 Euro zu halten. Ob sich der Kauf dennoch lohnt, verrät der netzwelt-Test.

Der Kobo glo und touch haben einen sechs Zoll großen Bildschirm, der Kobo mini besitzt hingegen nur fünf Zoll. Auf dem Papier klingt dieser Unterschied zunächst nicht weiter dramatisch, hat man die E-Reader jedoch erst einmal vor sich liegen, wirkt der Kobo mini doch recht zwergenhaft.

Das Gerät passt mit seinen 102 x 133 x 10 Millimetern locker in eine Hand und in jede Hosentasche. Wer sich bequem hinsetzen will, muss den E-Reader bei engen Hosen dann aber doch herausnehmen. Das Gewicht von 135 Gramm ist praktisch nicht der Rede wert.

Ansonsten ist das Design mit dem Rest der neuen Kobo-Familie identisch. Der mini ist mit weißem und schwarzem Rahmen und verschiedenfarbiger Rückseite zu haben. Diese ist gummiert und daher rutschfest. Im Gegensatz zu den anderen Readern von Kobo lässt sich beim Mini zudem der Gehäuserücken austauschen.

Reicht das Mini-Display aus?

Nun jedoch zur wichtigsten Frage: Reicht das Mini-Display aus, um das typische Buchlesegefühl eines E-Ink-Displays zu bewahren? Die Antwort lautet: ja oder eher jein. Wenn Sie ein Leser sind, der gerne zu Taschenbüchern greift und den Reclam-Hefte nicht abschrecken, dann dürfte auch das kleine Kobo-Display Sie nicht stören - zumal die Schriftgröße und -art sowie der Zeilenabstand genauso variiert werden können wie bei anderen Readern. Hardcover-Leser dürften sich auf dem handgroßen Bildschirm allerdings nicht wohl fühlen.

Bei der Qualität des Bildschirms gibt es kaum etwas zu meckern. Die Auflösung von 800 x 600 Pixeln ist dem Kobo glo zwar unterlegen, doch für das 5-Zoll-Display ausreichend. Auf Berührung reagiert der E-Reader allerdings mit seinem 800-Megahertz-Prozessor etwas langsamer als das Highend-Modell - jedoch nicht so, dass der Lesefluss behindert würde. Allerdings traten im Test hin und wieder leichte Fehler auf, speziell bei kleiner Schriftgröße, wodurch die Buchseite so aussah, als ob die digitale Tinte ausgegangen wäre. Beleuchtung besitzt der Kobo mini nicht, weshalb der Nutzer bei direkter Sonneneinstrahlung möglicherweise beim Lesen behindert wird.

Kobo mini im Test

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Wem durchschnittliche E-Book-Reader noch zu sperrig sind, sollte einen Blick auf den Kobo mini mit 5-Zoll-Display werfen. (Bild: netzwelt)

Genau wie sein großer Bruder besitzt der Reader eine Speicherkapazität von zwei Gigabyte, wovon allerdings nur einer wirklich nutzbar ist. Erweitern lässt sich der Speicher zudem nicht. Kobo zufolge lassen sich dennoch 1.000 E-Books auf dem Gerät speichern. Die Akku-Laufzeit gibt Kobo mit einem Monat bei ausgeschaltetem WLAN an.

Lücken im Buchsortiment

Die Software-Ausstattung ist mit dem Kobo glo weitgehend identisch. Unterschiedliche Bilder können in 16 Graustufen angezeigt werden. Textpassagen lassen sich markieren und in Wörterbüchern nachschlagen. Mit an Bord ist auch das Statistik-Tool Reading Life, mit dem Nutzer ihre Leseverhalten im Auge behalten können und Auszeichnungen für gelesene Bücher sammeln.

Genau wie beim Kobo glo finden sich Mini-Spiele wie Sudoku und Schach auf dem E-Reader. Die Notizblock-App, die das handschriftliche Notieren von Memos ermöglichen soll, ist allerdings nicht zu gebrauchen. Der integrierte Browser sorgt dafür, dass Nutzer auch aus dem Netz über WLAN aus anderen Quellen als dem Kobo-Shop Bücher im EPUB- oder PDF-Format herunterladen können. Für ausgiebiges Surfen ist der Browser allerdings wie bei jedem Reader nicht geeignet.

Die Nutzung von alternativen Quellen zur Buchbeschaffung ist mitunter auch notwendig, denn das Sortiment des Kobo-Shops ist zwar umfangreich, aber nicht lückenlos. Im Test fehlten einige aktuelle Titel, die sich auf der Spiegel Bestseller-Liste tummelten und bei Konkurrenten wie Amazon bereits erhältlich waren. Zeitungen und Zeitschriften stehen in Deutschland zudem nicht zur Verfügung.

Auch bei der Suche im Shop zeigt der mini die gleichen Probleme wie sein großer Kollege, denn die Suche lässt sich nicht nach Kriterien wie Autor oder Titel eingrenzen. Die virtuelle Tastatur verschluckt zudem hin und wieder ein paar Buchstaben, was die erneute Eingabe von Suchbegriffen um so langwieriger macht. Wahlweise können Nutzer natürlich auch über ihren Heim-PC nach Büchern suchen und diese über Micro-USB-Kabel - über das der mini auch geladen wird - an den E-Reader schicken. Eine Software ist hierfür nicht extra erforderlich.

PDFs machen keinen Spaß

Keinen Spaß macht es, auf dem Kobo mini PDFs zu lesen. Das Display ist zu klein, als dass sich irgendein Dokument bei 100-Prozent-Größe lesen ließe. Der Leser muss also in das Dokument zoomen, diese Vergößerung lässt sich jedoch nicht auf die Breite des Bildschirms ausrichten wie bei EPUBs der Fall, wodurch ein Hin- und Herschieben des Texts mit dem Finger erforderlich wird. Auch die Möglichkeit, die Ansicht ins Querformat zu drehen, hilft bei diesem Problem nicht.

Attraktiv macht den Kobo mini wieder sein unschlagbarer Tiefpreis von nur 69 Euro, für die er im Netz zu haben ist.

Aktuelle Preise
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Keine Bewertung
netzwelt
5.4
Kobo Mini
Vorteile
  • gutes Design
  • extrem handlich
Nachteile
  • kein PDF-Reflow-Modus
  • nicht alle aktuellen Bestseller im E-Book-Shop
  • störende Bugs

Das Nischen-Gerät

Der Kobo mini ist ein günstiger und sehr gut verarbeiteter E-Book-Reader mit solider Software. Die leichten Verzögerungen beim Anwählen von Menüs und die hin und wieder auftretenden Fehler bei der Schrift waren im Test nicht so stark, dass das Lesen keinen Spaß mehr machte. In puncto PDF-Lesequalität und Buchsortiment hat der Kleine jedoch die gleichen Probleme wie sein großer Vetter Kobo glo - einen Testbericht finden Sie hier. Vor dem Kauf sollten Nutzer sich bei einem Selbst-Test vergewissern, dass sie die geringe Display-Größe nicht stört. Eine Alternative ist zum Beispiel der Kobo touch, der für zehn Euro mehr im Netz zu haben ist.


Einzelergebnisse
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Design/Verab.
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Anzeige
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E-Book-Store
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Bedienung
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Software
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Einsortierung
Kobo Mini von Kobo wurde als E-Book Reader abgelegt. Das Produkt wurde in die E-Book Reader-Bestenlisten Alle eBook-Reader und Die besten E-Book-Reader 2012/2013 aufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Digitalkamera, Mobile Computing, E-Book, Günstig, E-Book Reader, Review, Kobo und Kobo Mini .
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Mit dem Kobo mini hat nun der kleinste auf dem Markt befindliche E-Reader das netzwelt-Testlabor durchlaufen. Der Hersteller preist das Gerät vor allem mit seinem günstigen Preis an. Doch bringt das Mini-Display Spaß beim Lesen?

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Kobo mini im Test
Kobo mini im Test
Der Kobo mini ist der kleinste E-Reader auf dem Markt. Reicht das Mini-Display trotzdem zum Lesen aus? Der Test verrät mehr.
http://www.netzwelt.de/news/95024-kobo-mini-test.html
2013-01-30 12:56:10
http://img.netzwelt.de/dw320_dh240_sw320_sh240_sx430_sy514_sr4x3_nu0/picture/original/2014/09/kobo-mini-produktbild-139236.jpeg
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