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CeBIT-Preview: Wasserfestes Fujitsu Stylistic M702 im Video
Für Baustellen, Kliniken oder die heimische Badewanne

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Mit dem Stylistic M702 hat Fujitsu ein robustes, aber auch sehr teures Android-Tablet mit eingebautem Wasserschutz im Programm. Im Test gibt es an der allgemeinen Leistung nicht allzu viel zu kritisieren. Ein Bad in der Elbe überstand das Tablet schadlos. Dennoch lohnt sich die teure Investition nur für einen sehr eng gefassten Käuferkreis.

Nicht nur für den geschäftlichen Einsatz ist das Android-Tablet Stylistic M702 von Fujitsu gedacht. Auch Privatkunden profitieren von dem nach IP-Norm wassergeschützten und stoßfesten Gehäuse. Selbst Klinik- und Baustellenarbeiter sollen das 10-Zoll-Gerät mit Android-OS nutzen. Im Test musste das knapp 1.000 Euro teure Tablet jedoch erst einmal ein Bad in der Elbe über sich ergehen lassen.

Mit einer ganzen Reihe an Besonderheiten sticht das Fujitsu-Tablet Stylistic M702 aus der Masse heraus. Leider beginnt dies beim Blick auf das Preisschild. Satte 1.000 Euro verlangt das in Deutschland produzierende Unternehmen für das Android-Tablet. Allein dadurch spielt es bereits in einer anderen Liga, als etwa das ebenfalls vor eindringender Feuchtigkeit geschützte Sony Xperia Tablet Z.Ausstattung

Beim von netzwelt getesteten Modell kommen Ausstattungsdetails wie ein Fingerabdruck-Scanner oder ein eingebautes LTE-Modem hinzu, welches das Tablet fit für den geschäftlichen Einsatz machen. Aber auch Privatnutzer werden diese Features mit Sicherheit zu schätzen wissen.

Die Höhe des Arbeitsspeichers beträgt zwei Gigabyte. Hinzu kommen 32 Gigabyte eMMC-Flash-Kapazität, die der Nutzer durch das Einlegen einer microSD-Speicherkarte erweitern kann. Beim Prozessor setzt der Hersteller noch auf die nicht mehr ganz aktuelle Nvidia-Plattform Tegra 3. Drahtlos nimmt das Testgerät via Bluetooth 4.0, NFC und WLAN Kontakt zu anderen Geräten auf.

Anschlussseitig kann das Stylistic M702 zudem mit einem Micro-USB-Anschluss und Kontaktflächen für die mitgelieferte Dockingstation punkten. Kurios: Das Tablet selbst bietet keinen Stromanschluss. Nutzer müssen also stets die zwar leichte, aber dennoch vergleichsweise sperrige Dockingstation mitführen, um das Tablet per Netzteil aufzuladen. Alternativ klappt die Stromversorgung jedoch auch über den Micro-USB-Anschluss.

Fujitsu Stylistic M702

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Stolze 1.000 Euro verlangt Fujitsu für das outdoorfähige Android-Tablet Stylistic M702. (Bild: Fujitsu)

Neben einer Lautstärkewippe und einem Power-Knopf findet sich noch ein weiterer Knopf am Fujitsu-Tablet. Die als Home-Button getarnte Taste beherbergt den auf den ersten Blick unsichtbaren Fingerabdruck-Scanner, mit dem Nutzer das Tablet bei Bedarf auch entsperren können.

Verarbeitung

Dem M702 sind seine Nehmerqualitäten auf den ersten Blick überhaupt nicht anzusehen. Ähnlich wie beim Sony Xperia Tablet Z unterscheidet es sich äußerlich kaum von anderen Android-Tablets. Auffällig ist bestenfalls die in Weiß abgesetzte Rückseite. Wie die meisten anderen Hersteller setzt auch Fujitsu auf Kunstoff - auch sämtliche Tasten und Abdeckungen sind aus Plastik gefertigt.

Die Verarbeitungsqualität ist auf den ersten Blick gut. In den Händen fühlt sich das Tablet ein wenig rutschig an, was vor allem an der nicht strukturierten Rückseite liegt. Die Gehäuserückseite lässt sich nach Geschmack von netzwelt etwas zu weit eindrücken. Auch gibt das Tablet Knarz-Geräusche von sich, wenn man es in den Händen etwas verbiegt - dieser Eindruck will nicht ganz zu einem Outdoor-Tablet passen, auf die eigentliche Funktion hat dieser Umstand zum Glück keinen weiteren Einfluss.

Wassertest

Sämtliche Anschlüsse am Fujitsu Stylistic M702 sind vor eindringendem Wasser und Staub geschützt. Auch der Kopfhörer-Anschluss, der bei anderen sogenannten "ruggedized" Tablets oft durch einen zusätzlichen Stopfen gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt wird, ist ab Werk sicher. Eine innenliegende Gummilippe schützt das Tablet vor Nässe.

So bestückt kann das Android-Tablet laut Auskunft von Fujitsu bis zu einer halben Stunde lang einen Meter unter Wasser getaucht werden, ohne dass es Schaden nimmt. Im Test gönnte netzwelt dem teuren Tablet ein kurzzeitiges Bad in der sommerlichen Elbe. Dieses überstand das Tablet genauso unbeschadet wie das vollständige Untertauchen in einer Badewanne.

Display

Das 10,1 Zoll große Display könnte mehr Leuchtkraft vertragen. Letztere reicht bei Weitem nicht aus, um Inhalte auch im Sonnenlicht lesen zu können und ist gerade in Hinblick auf Outdoor-Aktivitäten streng genommen unterdimensioniert. Das lässt sich von der Auflösung nicht behaupten. Dank 1.920 x 1.200 Bildpunkten werden Inhalte stets scharf und klar dargestellt, zum gefürchteten Treppeneffekt kommt es praktisch kaum.

Subjektiv gefallen auch Farbdarstellung und Kontrast, wenngleich Weiß stets ein wenig gräulich erscheint. Nichts auszusetzen gibt es an den Blickwinkeln auf die 10-Zoll-Anzeige. Zu Farbverfälschungen kommt es erst, wenn Nutzer aus sehr unnatürlichen Winkeln auf den Touchscreen schauen.

Leistung und Software

Um für den geschäftlichen Einsatz gewappnet zu sein, verbaut Fujitsu Sicherheitsfunktionen wie den bereits erwähnten Fingerabdrucksensor. Hinzu kommen ab Werk installierte Sicherheits- und Office-Lösungen wie Norton Tablet Security, oder ein Programm zur Verwaltung von Visitenkarten. Daten, die auf einer im Tablet eingelegten SD-Karte gespeichert werden, lassen sich auf Wunsch genauso verschlüsseln, wie die übrigen auf dem Tablet hinterlegten.

Als Betriebssystem kommt Google Android in der Version 4.0.4 (Ice Cream Sandwich) zum Einsatz. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckt man einige Änderungen gegenüber der Rohversion des Google-Betriebssystems.

Auch ein Bad in der Elbe...

Praktisch etwa: In der Taskleiste, direkt neben der Uhrzeit, ist stets ein Symbol zur Bildschirmaufnahme zu finden. Klickt der Nutzer es an, wird nicht nur der aktuelle Bildschirm aufgenommen, sondern es öffnet sich sofort ein Programm zum Bearbeiten des Bildes. Mit "NX! Eco" finden sich zudem besondere Einstellmöglichkeit zum Energiemanagement.

Einen augenscheinlichen Leistungsmangel gibt es beim Testgerät nicht zu bemängeln. Apps öffnen sich prinzipiell zügig. Leichte Ruckler konnte netzwelt jedoch beim flinken Blättern über die Startbildschirme beobachten. Und auch beim heftigen Multitasking kommt es zu minimalen Aussetzern. Etwas Bedenkzeit räumt sich das Tablet zudem beim Wechsel der Bildschirmausrichtung ein. Die getesteten Spiele - größtenteils aus der Tegra Zone von Nvidia - liefen im Test flüssig.

Der fest verbaute und daher nicht auswechselbare Akku bietet eine durchaus üppige Kapazität von knapp über 10.000 Milliamperestunden. In der Praxis ist er für Laufzeiten zwischen sieben und über zehn Stunden gut. Im Mischbetrieb (WLAN-Verbindung aktiv, Bluetooth deaktiviert, Bildschirmhelligkeit auf mittlerer Einstellung beim Mix aus Video-Wiedergabe, Internetsurfen und Office-Tätigkeiten) verlangte das Testgerät nach 8,5 Stunden nach einer Steckdose.

...überstand das Fujitsu Stylistic M702 ohne Schaden zu nehmen.

Multimedia

Auch bei den Multimedia-Fähigkeiten soll das M702 laut Hersteller Fujitsu ordentlich punkten. Die zum Nutzer hin abstrahlenden Frontlautsprecher entfächern erwartungsgemäß kein virtuelles Orchester im inneren Auge des M702-Besitzers, tönen aber immerhin besser als die Speaker vieler anderer Tablets. Verschiedene Dolby-Einstellungen, die Fujitsu ab Werk in einem Widget auf dem Homescreen verankert, haben jedoch nur geringen Einfluss auf das Klangerlebnis und kommen erst beim Anschließen von Kopfhörern zum Tragen.

Bei den verbauten Digitalkameras gibt es viel Licht und Schatten - im wahrsten Wortsinn. Während die Hauptkamera auf der Rückseite des Tablets mit einer Auflösung von 8,1 Megapixeln dank Bildern mit nur dezentem Farbrauschen durchaus überzeugen kann, enttäuscht das 1,2-Megapixel-Pendant auf der Vorderseite. Die für Video-Telefonate so wichtige Frontkamera benötigt fast schon gleißend helles Tageslicht, um brauchbare Ergebnisse abzuliefern.

Fazit

Fingerabdrucksensor, GPS, LTE-Modem, robustes Gehäuse, ab Werk installierte Sicherheitslösungen - das Fujitsu Stylistic M702 bietet viel Ausstattung, die für die anvisierte Zielgruppe von Außendienstmitarbeitern sicherlich sinnvoll ist. Gegen einen Einsatz im Freien spricht jedoch das zu dunkle, nicht entspiegelte Display. Privatnutzer sollten eher einen Blick auf das Sony Xperia Tablet Z werfen, wenn sie ein outdoor-fähiges Android-Tablet suchen. Letzteres bietet zwar keinen Fingerabdrucksensor, kostet dafür aber auch nur die Hälfte.

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Mit dem Stylistic M702 hat Fujitsu ein robustes, aber auch sehr teures Android-Tablet mit eingebautem Wasserschutz im Programm. Im Test gibt es an der allgemeinen Leistung nicht allzu viel zu kritisieren. Ein Bad in der Elbe überstand das Tablet schadlos. Dennoch lohnt sich die teure Investition nur für einen sehr eng gefassten Käuferkreis.

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Satte 1.000 Euro verlangt der japanische Hersteller Fujitsu für sein Outdoor-Tablet Stylistic M702. Als Gegenleistung gibt es unter anderem einen Fingerabdrucksensor und Sicherheits-Software. Der Test zeigt, ob sich die Investition lohnt.
http://www.netzwelt.de/news/94997-cebit-preview-wasserfestes-fujitsu-stylistic-m702-video.html
2013-08-01 17:02:18
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/erneut-wurde-playstation-network-hackern-angegriffen-bild-screenshot8930.jpg
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