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Kommentar: Anarchisten im Web Kim Dotcom, Julian Assange und Co.

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Dotcom gibt Ratschläge auf Twitter

Kim Schmitz hatte in einem Twitter-Beitrag beschrieben, wie einfach es seiner Meinung nach ist, die Piraterie zu stoppen. Schaffe tolle Inhalte, mache den Kauf einfach, veröffentliche den Inhalt weltweit am gleichen Tag, mache einen fairen Preis, lasse die Inhalte auf jedem Gerät wiedergeben.

Klingt gut, ob das aber wirklich funktioniert, bezweifle ich. Gerade das mit den fairen Preis überzeugt nicht. Es gibt immer noch genügend Musikliebhaber, die eine CD auch dann raubkopieren würden, wenn sie nur noch zehn Cent kostet. In Debatten zu diesem Thema taucht regelmäßig der Verweis auf Studien auf, die besagen, dass Menschen, die sich über Filesharing kostenlos Musik besorgen, am Ende mehr CDs kaufen als solche, die Filesharing nicht nutzen. Die Schlussfolgerung daraus: Lass die Leute ruhig deine Filme und deine Musik kostenlos kopieren und tauschen, am nächsten Tag kommen sie zurück und kaufen doppelt so viel.

Musik und Filme und Bier und Chips

Das ist ungefähr so, als würde man einem Lebensmittelhändler, der in der Nähe eines Fußballstadions sein Geschäft hat, raten, er solle die vorbeiziehenden Hooligans ruhig seinen Laden plündern und alle Chipstüten und Bierdosen klauen lassen, sie würden spätestens beim Rückspiel wieder da sein und dann schön bei ihm einkaufen. Denn Studien haben bewiesen: Wer ab und zu mal eine Tüte Chips mitgehen lässt, kauft mehr Chips als jemand, der niemals eine Tüte Chips mitgehen lässt.

Betrachtet man sich einmal die bisherige Karriere von Kim Dotcom, müssen sich die Hüter von Recht und Ordnung aber vielleicht keine allzu großen Sorgen machen. Diese Art von Internet-Abenteurer stolpert gerne mal im vollen Lauf über die eigenen Füße. Shawn Fannings Napster ist schnell kaputt gegangen, Fabian Thylmann schlägt sich gerade mit den Steuerfahndern herum und Julian Assange versteckt sich in der Botschaft Ecuadors vor den US-Behörden. Faszinierendes Rebellentum und tolldreiste Fahrlässigkeit gehen allzu oft Hand in Hand.

Piraten auf dem Ausflugsdampfer

Das ist ein bisschen so wie bei der Piratenpartei. Zuerst haben die Piraten mit ihrem draufgängerischen Gehabe und unkonventionellen Ideen viele begeistert und anderen Angst gemacht. Dann haben sie sich selbst zerlegt. Sie haben versucht, Rebellion und Anarchie mit der konventionellen Politik zu verbinden. Das ist ungefähr so, als würde man versuchen, ein Piratenschiff in einen Ausflugsdampfer zu verwandeln - und zwar ohne die Mannschaft auszuwechseln.

Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass Mega nicht die letzte spektakuläre Firma sein wird, die Kim Dotcom mit großem Getöse gründet und dann mit großem Getöse an die Wand fährt.

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6 Kommentare

  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Anarchisten im Web

    Argumentativ ... Natürlich unterscheiden sich beide Personen in ihren möglichen Ansichten und Antrieben. Hier können wir aber auch nur spekulieren. Aber wenn wir schon mal dabei sind: Beide haben ein gewisses Geltungsbedürfnis. Beide stellen sich öffentlich als Wohltäter aus dem Internet dar. Beide polarisieren enorm. Und natürlich stellen beide eine Infrastruktur zur Verfügung auf der Daten geteilt werden, die andere dort lieber nicht haben würden. Bzw. "hat gestellt" im Fall von Kim Dotcom, denn zu seinem neuen Dienst gibt es ja anscheinend noch keine öffentlichen Beschwerden. Außerdem leben beide außerhalb ihrer ursprünglichen Heimat. In Verbindung mit den bereits vorher genannten Punkten würde ich sagen die beiden haben mehr Gemeinsamkeiten als sagen wir Thorsten Heins und Stephen Elop. In meinen Augen ist der Vergleich durchaus legitim. PS: Berichte über Ermittlungen gegen Assange gab es schon lange, bevor da die Vergewaltigungsvorwürfe aufkamen: www.netzwelt.de/news/85535-kurz-notiert-ermittlungsakten-gegen-assange-internet-aufgetaucht.html
  • ein weiterer Gast schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Anarchisten im Web

    Argumentativ lässt sich das auch so verdeutlichen: Es geht um das Internet, es geht um Websites und es geht um Menschen die Informationen auf diesen zur Verfügung stellen. Tolle Verbingung... O.o a. Er wird aufgrund der Vergewaltigungsvorwürfe verfolgt. b. Ich würde Assange nicht mit Kim Dot Com gleichstellen, was hier eindeutig gemacht wird. Beide nutzen zwar das Internet, aber mit völlig unterschiedlichen Zielsetzungen und Modellen.
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Anarchisten im Web

    Mal ehrlich, was hat Enthüllung von Kriegsverbrechen und brutale Morde und Foltermethoden gegen Zivilisten mit dem Download von Musik/Filmen zu tun? ... Die Verbindung ist, dass in beiden Fällen die Bundespolizei hinter den Verantwortlichen her ist. Eine weitere Verbindung ist, dass in beiden Fällen die Infrastruktur zur Verfügung gestellt wird, die dann wiederum von anderen genutzt wird. Eine dritte Verbindung ist, dass ohne Internet keines der beiden Vorhaben realisierbar gewesen wäre. Und dann geht's noch in beiden Versionen um das Nutzen und Bereitstellen von Daten.
  • ein weiterer Gast schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Anarchisten im Web

    Mal ehrlich, was hat Enthüllung von Kriegsverbrechen und brutale Morde und Foltermethoden gegen Zivilisten mit dem Download von Musik/Filmen zu tun? @netzwelt: Überdenkt mal die Kompetenz Eurer Kolumnisten und stellt jemanden dafür ab, der dieser Aufgabe nicht nur textlich/didaktisch, sondern auch informativ gewachsen ist.
  • nur ein Gast schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Anarchisten im Web

    Der Vergleich mit den Chipstüten und dem Bier hingt sowas von hiter her. Jeder weiss wie die Chips oder das Bier schmecken. Da werden nicht perm die Zutaten geändert. Es gibt verschiedene Geschmacksorten, aber das ist ein anderes Thema. Spiele, die heutzutage auf dem Markt kommen, ohne eine Möglichkeit eine Demo zu spielen und dann noch das Recht auf den Gebrauchtmarkt zu unterbinden (und und und) und quasi die Katze im Sack kaufen zu müssen ist hingegen ein ganz anderer Punkt. Ich will nicht sagen, dass Raubkopieren gut ist, aber es gibt dem Menschen die Möglichkeit zu verhindern übers Ohr gehauen zu werden. "Ist die Ware gut, kaufe ich das" - nach dem Motto. Und Musik geniesst man in Qualität und nicht in kastrierter Form. Genauso auch die Filme. Wer sich das antut mit einer miesen Quali, der würde mit sicherheit auf den Kauf oder den Besuch ins Kino verzichten, wenn er nicht die Filme in übler Quali schauen könnt. Nach dem Motto "kann, muss aber nicht". Es werden doch immer nur Rechtfertigungen gesucht anstatt mal zuzuhören/lesen warum es wirklich so ist, wie es ist. Aber man glaubt den Menschen nicht/den armen Bürgern. Sie sind alle grundlegend schlecht, haben den hang zur kriminalität und sind nicht zurechnungsfähig. Und wenn ich das lesen...Anarchie...Anarchie hält man z.B. im Reichstag ab, da sitzen die Anarchisten!
  • Peter12342 schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Anarchisten im Web

    Schlechter, voreingenommer Artikel der keinerlei Recherchen o.ä. aufweist. Die Ironie in diesem Artikel ist absolut fehl am platz.

Darüber lacht die Netzwelt

Das Internet erzählt viele lustige und skurrile Geschichten, die besten haben wir euch hier zusammengestellt.

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Mehmet Toprak
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