Kommentar: Anarchisten im Web

Ein gelungener Coup

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Man könnte einwenden, dass Mega in einem Milieu und Umfeld agiert, das es sehr wahrscheinlich macht, dass zumindest ein Teil der Daten illegal sind. Man könnte weiter argumentieren, dass das ganze Konzept von Mega ja darauf ausgerichtet ist, illegale Daten vor dem Zugriff der Behörden zu bewahren. Aber harte Beweise sind das nicht. Es sieht also so aus, als hätte Kim Dotcom wieder mal einen Coup gelandet, der ihm ein paar Millionen Dollar in die Kassen bringt, bis ein findiger Staatsanwalt wieder einen Dreh findet, die Server von Mega stürmen zu lassen.

Denn zweifellos wird es nicht nur der Entertainment-Industrie missfallen, wenn sie vermuten muss, dass ihre teuer produzierten CDs und Filme terabyteweise auf den Servern von Mega zum kostenlosen Tausch bereit liegen.

Den Sicherheitsbehörden ist es ohnehin prinzipiell ein Dorn im Auge, wenn Privatleute im Internet die Möglichkeit haben, ihren Datenverkehr zu verschlüsseln oder verschlüsselte Daten auf Servern abzulegen. Wer der Meinung ist, dass Internetnutzer jederzeit das uneingeschränkte Recht auf Privatsphäre haben, darf dann aber nichts dagegen haben, wenn Sicherheitsbehörden hilflos dastehen, weil Gangster solche sicheren Internetverstecke für ihre Zwecke nutzen. Früher oder später wird es auch in der digitalen Welt eine international abgestimmte Regelung zwischen den Sicherheitsinteressen von Regierungen und der Bevölkerung einerseits und dem Recht auf Privatsphäre des einzelnen geben müssen.

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