Belkin WeMo im Test: Heimautomatisierung per iPhone

Auf ins Internet der Dinge

Das Belkin WeMo-Set liefert mit dem Internetdienst "If this then that" (IFTTT) aus San Francisco ein interessantes Zusatzgimmick. IFTTT ermöglicht die Kombination verschiedener Anweisungen (Rezepte), die zum großen Teil auf Internetangeboten beruhen. Zum Beispiel: "Benachrichtige mich per SMS, wenn ich auf einem Facebook-Foto getaggt worden bin". Oder: "Sende einen Twitter-Feed an meine Follower, wenn ich ein neues Bild auf Instagram veröffentlicht habe". Insgesamt stehen 47 Dienste zur Verfügung, die miteinander verknüpft werden können, und eine Million vorgefertigter Anweisungen aus dem Pool der Nutzer. 

Werbung

In Kombination mit dem Belkin WeMo-Set ergeben sich daduch spaßige, unterhaltende und auch nützliche Anwendungsszenarien. Beispielsweise kann man sich per E-Mail informieren lassen, wenn eine Bewegung in der Wohnung registriert wird oder das Licht angeht, obwohl man unterwegs ist. Auch der Sprößling kann auf diese Weise kontrolliert werden: Die Eltern sind etwa im Theater und der Sohn sollte um acht Uhr zu Hause sein. Mit dem Bewegungsmelder ist eine Kontrolle möglich, wie es der Sohn mit der Pünktlichkeit hält.

Die Suche nach sinnvollen Anweisungen

Es müssen aber keine Szenarien der Überwachung sein: "Schalte das Licht an innerhalb eines Zeitraumes 15 Minuten nach Sonnenuntergang" lässt sich mithilfe des zur Verfügung stehenden Wetterdienstes auf den eigenen Standort anpassen und aktivieren. Das funktioniert umgekehrt auch mit dem Sonnenaufgang. Oder man will den Kaffeekonsum kontrollieren und kombiniert das Einschalten der Maschine per Belkin Switch mit einem Google Kalender-Eintrag.

Nicht alle Anweisungen, die man IFTTT befehligen kann, sind sinnvoll. Überhaupt sollten Interessierte bedenken, dass man den Dienst in der Regel mit Nutzerdaten speisen muss, damit er Zugriff auf die fremden Internetangebote erhält. Viele Ereignisse sind zudem auf die eigene Tätigkeit bei Diensten wie Foursquare oder Youtube bezogen, was die Kombination mit den Belkin-Geräten wenig nützlich erscheinen lässt. 

Im Test musste netzwelt auch feststellen, dass die Autorisierung der Belkin-Geräte bei IFTTT mehrfach scheiterte. Hier muss man schon etwas Geduld aufbringen, bis der Dienst auf die Haussteuerung zugreifen kann. Erstaunlich auch, dass die Auslösung eines Ereignisses per SMS bei den Providern Telekom und O2 scheiterte. Wo hier das Nadelöhr liegt, kann aber nur vermutet werden.

Fazit

Der Bewegungsmelder, die Konzentration auf die App-Bedienung und der spielerische sowie unterhaltende Ansatz dank IFTTT-Integration sind die wesentlichen Merkmale, welche die Heimautomatisierung Belkin WeMo von der Schaltsteckdose von AVM unterscheiden. Dadurch vergrößert sich der Anwendungspielraum und das eigene Heim wird per App steuerbar - egal ob von zu Hause oder von unterwegs. 

Im Test funktionierte die Steuerung per App prima und macht Hunger auf neue Szenarien - etwa in Form einer Webkamera. Nachholen sollte der Hersteller einen Browserzugriff auf die Heimsteuerungsgeräte, denn derzeit bleiben alle Nutzer ohne iPhone außen vor. Zusätzlich wäre eine Energie-Verbrauchskontrolle sinnvoll.


Alle netzwelt-Specials

Prozessor Samsung Galaxy S4 Gerüchte um Acht-Kern-Prozessor

Samsungs Galaxy S4 könnte mit einem stromsparenden und trotzdem leistungsstarken Octo-Core-Prozessor ausgestattet sein.

Multimedia Zentraler Speicher Diese Funktionen bieten Netzwerkspeicher

Netzwerkspeicher dienen als zentrale Datenspeicher und sind doch noch viel mehr als das. Netzwelt klärt auf, für wen sich ein NAS eignet und was...



Forum