Bringt Licht ins Dunkel

Der Beleuchtungsprofi: Kobo glo im Test

Der Kobo glo ist ein E-Book-Reader mit Handicap, denn im Vergleich zur Konkurrenz von Amazon oder Bookeen fehlt die Anbindung an ein lückenloses Buchsortiment. Im Test ließ die überzeugende Leuchttechnik des Kobo glo diesen Nachteil jedoch fast vergessen.

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Kobo glo im Test: Der E-Book-Reader Kobo glo lässt sich nicht nur bei Licht, sondern durch die integrierte Beleuchtung auch im Dunkeln zum Lesen verwenden. Im Test schnitt die sogenannte ComfortLight-Technik des Geräts sehr gut ab. An anderer Stelle hakt es jedoch. Zum Video: Kobo glo im Test

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Licht vs. Buchlesegefühl
  2. 2Unterschiede im Vergleich zum Kobo touch
  3. 3Störungsfreies Leseerlebnis
  4. 4Probleme bei PDFs
  5. 5Mit Browser zum Surfen
  6. 6Das Handicap
  7. 7Schlechte Suchfunktion 
  8. 8Fazit

Der Kobo glo gehört zu den drei auf dem Markt befindlichen E-Book-Readern, die eine Display-Beleuchtung besitzen und daher auch das Lesen im Dunkeln ohne externe Lichtquelle ermöglichen. Praktisch, wenn man seinen Bettnachbarn nicht mir einer Nachttischlampe nerven oder bei Nacht im Flugzeug oder Bus lesen will. 

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Licht vs. Buchlesegefühl

Ein Hinweis jedoch gleich vorweg - auch wenn das Licht des Kobo glo nicht auf die Augen des Betrachters, sondern auf den Bildschirm gerichtet ist, verschlechtert die Beleuchtung die Lesequalität dennoch. Speziell wenn im Umfeld absolute Dunkelheit herrscht. Das Buchgefühl, das E-Ink-Displays im unbeleuchteten Zustand erzeugen, verschwindet durch das Licht.

Dieses Problem hat aber nicht nur der Kobo, sondern auch der Kindle Paperwhite und der Cybook Odyssey HD Frontlight von Bokeen. Im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten ist das Licht des glo zudem sehr viel störungsfreier.

Am unteren Rand des Kobo glo bilden sich nur leichte Schatten, ausgeprägte Lichthöfe sind nicht zu erkennen. Dies liegt auch daran, dass die LED, die für die Beleuchtung sorgen, gut verbaut sind. Von außen ist nicht ersichtlich, dass die kleinen Lampen am unteren Rand des Bildschirms sitzen. Die Lichtträgerfolie leistet hier ganze Arbeit und verteilt das Licht gleichmäßig über das ganze Display. Die Helligkeit lässt sich zudem stufenlos regulieren. Schon die geringste Stärke reicht dabei aus, um auf dem sechs Zoll Bildschirm auch im Dunkeln lesen zu können. 

Unterschiede im Vergleich zum Kobo touch

Im Vergleich zum Vorgänger Kobo touch hat der Hersteller vor allem die Auflösung des Bildschirms verbessert, die nun 1.024 x 758 Pixel aufweist. 16 Graustufen hat der Kobo glo zudem zur Verfügung, um nicht nur Bücher als EPUB oder PDF, sondern auch Bilder im JPEG-, GIF-, PNG- oder TIFF-Format darzustellen. Der interne Speicher beläuft sich auf zwei Gigabyte. Er lässt sich auf Wunsch durch eine Micro-SD-Karte auf 32 Gigabyte erweitern. 

Außerdem ist die physikalische Home-Taste weggefallen. Die Bedienung erfolgt nun nur noch über den Touchscreen. Eine kleine Verschlechterung, sind doch jetzt zwei Klicks notwendig, um aus einem Buch zum Startbildschirm zu gelangen. Darüber hinaus ist der neue Kobo mit 114 x 157 x 10 Millimetern und 185 Gramm Gewicht insgesamt kleiner und leichter.

Die Verarbeitung ist wie beim Vorgänger sehr gut gelungen. Es sind keine Materialfehler oder störenden Spaltmaße zu erkennen. Die Rückseite ist leicht gummiert und dadurch rutschsicher. Der Kobo glo liegt zudem gut in der Hand und auf Berührung reagiert das Display sofort. Beim Umblättern hat der E-Reader sogar etwas an Geschwindigkeit gewonnen. 

Kobo glo im Test

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Störungsfreies Leseerlebnis

Ansonsten hat sich am Leseerlebnis im Vergleich zum Kobo touch nicht viel geändert. Die Schriftart und -größe sowie der Zeilenabstand und die Ausrichtung des Texts lassen sich nach Belieben individualisieren. Über den Menüpunkt Reading Life lässt sich das persönliche Leseverhalten wie gewohnt nachverfolgen und mit virtuellen Auszeichnungen für besonders eifriges Lesen versüßen.

Auf dem E-Reader lassen sich Bücher des Weiteren durchsuchen oder auch mit Anmerkungen versehen. Wer ein englischsprachiges Buch ließt und bei der Übersetzung Hilfe braucht, kann auf das integrierte Wörterbuch zurückgreifen. Für andere Sprachen stehen jedoch leider nur einsprachige Nachschlagewerke zur Verfügung.

Wie schon beim Vorgänger können Nutzer zudem selbst entscheiden, ob sie den Akku sparen und erst nach sechs Mal Umblättern den Bildschirm komplett neu laden wollen oder nach jeder Buchseite. Die Akkulaufzeit gibt Kobo mit 55 Stunden bei dauerhaftem Betrieb und eingeschaltetem Licht an.

Probleme bei PDFs

Von den eben genannten Annehmlichkeiten des Leseerlebnis auf dem Kobo glo fallen jedoch einige Funktionen weg, sobald es sich um ein PDF handelt. So lassen sich beispielsweise die individuell regulierbaren Zoomstufen nicht feststellen, Wörter können nicht markiert und daher auch nicht für die Übersetzung ausgewählt werden. Dass bei PDF-Dokumenten im Gegensatz zu EPUB-Büchern eine Queransicht möglich ist, ist in dieser Hinsicht nur ein schwacher Trost. 

Mit Browser zum Surfen

Versöhnlicher stimmen die Extras des Kobo glo. Auf dem E-Reader finden sich Mini-Spiele wie Schach und Sudoku, ein Notizbuch und ein Browser. Leider erwies sich das Notizbuch, dass das Schreiben von handschriftlichen Memos auf dem E-Ink-Display ermöglichen soll, als praktisch unbrauchbar. Schon bei einfachen Wörtern scheiterte der Reader bei der Erkennung der Schriftführung.

Der Browser hingegen lieferte eine solide Leistung. Natürlich ist es nicht besonders komfortabel, mit einem E-Reader zu surfen, da dieser bei jedem neuen Ladevorgang einer Seite den ganzen Bildschirm kurz schwarz schaltet. Beim Aufbau von Webseiten entsteht dadurch der berühmt berüchtigte Flacker-Effekt. Für das Aufrufen von Seiten zum Download von E-Books wie des Projekt Gutenbergs beispielsweise oder das Nachschlagen von Fakten reicht der Browser aber allemal. Ins Netz gelangt der Kobo glo über WLAN. 

Das Handicap

Der große Haken beim Kobo glo ist das eingangs bereits erwähnte Handicap: das begrenzte Sortiment. Der E-Book-Shop von Hersteller Kobo rühmt sich mit 2,2 Millionen Büchern und Kooperationen mit Verlagen, Zeitungen und Zeitschriften weltweit. In Deutschland bekommen Anwender jedoch bisher weder Magazine noch Tageszeitungen geboten.

Im Buch-Sortiment fehlten zudem gleich mehrere Bücher aus den Top 5 der Spiegel-Bestseller-Liste (Stand 23.01.13). Alternativ ist es natürlich möglich, sich mithilfe des integrierten Browsers Bücher von Amazon, Thalia oder einem anderen Online-Shop herunterzuladen. Wer mag kann auch den etwas umständlicheren Weg über Micro-USB-Kabel und Computer gehen.

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