Fast schon ein Netbook-Konkurrent

Mit Windows 8 und Wechsel-Akku: Dell Latitude 10 im Test

Austauschbarer Akku, Stiftbedienung, Dual-Core-Prozessor von Intel, vollwertiges Windows 8: Die technischen Daten zum Dell Latitude 10, dem ersten Business-Tablet der Marke, lesen sich vielversprechend. Und auch das Unboxing hat Lust auf mehr geweckt. Höchste Zeit, dem Dell-Tablet im ausführlichen Test genauer auf den Zahn zu fühlen.

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Dell Latitude 10 im Test: Für Business-Kunden gedacht, aber auch für Privatanwender interessant: Das Windows-8-Tablet Latitude 10 von Dell überzeugt vor allem mit seinem austauschbaren Akku. Aber auch die übrige Hardware schlägt sich im Test gut. Zum Video: Dell Latitude 10 im Test

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Akkuwechsel in Sekundenschnelle
  2. 2Ausstattung und Verarbeitung
  3. 3Display
  4. 4Sicherheit
  5. 5Software und Bedienung
  6. 6Multimedia
  7. 7Leistung
  8. 8Ausstattungsvarianten und Preise
  9. 9Fazit

Bereits auf der Deutschland-Premiere in München konnte Dells Latitude 10 mit seinem Konzept überzeugen, denn allein der austauschbare Akku stellt ein Alleinstellungsmerkmal dar. Aber auch Verarbeitung und Schnittstellen und der Atom-Prozessor von Intel konnten überzeugen. 

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Daran hat sich beim nun fertigen Seriengerät kaum etwas geändert. Das leicht gummierte Gehäuse liegt angenehm in den Händen. Bei längerem Gebrauch und bei höheren Außentemperaturen neigen die Hände jedoch zum Schwitzen und das Material bringt hier, im Gegensatz zu Aluminium, kaum kühlende Eigenschaften mit. 

Akkuwechsel in Sekundenschnelle

Das wird nicht nur Geschäftskunden, sondern vor allem auch umweltbewusste Technikkäufer freuen: Beim Testgerät von netzwelt ist der große Vier-Zellen-Akku mit einer Kapazität von 60 Wattstunden eingelegt. Über einen auf der Tablet-Rückseite angebrachten Schieber lässt er sich schnell entfernen und gegen ein optional erhältlichen Zusatzakku austauschen. Der Energiespeicher ist nicht Hot-Swapping-fähig - das bedeutet, dass Nutzer den Tablet-PC zunächst ausschalten müssen und der Akkuwechsel im laufenden Betrieb nicht möglich ist. Ansonsten droht Datenverlust. 

Dell schummelt bei der Gewichtsangabe heftig: Laut Datenblatt soll der Latitude 10 mit eingelegtem Vier-Zellen-Akku 820 Gramm wiegen. Die geeichte Waage von netzwelt zeigt jedoch mit 861 Gramm knapp 40 Gramm mehr an. Ohne eingelegten Lithium-Ionen-Akku sind es immer noch vergleichsweise schwere 495 Gramm. Andere Tablets mit 10-Zoll-Display sind da wesentlich leichter. Der kräftigere Akku beult das Tablet auf der Rückseite zudem stark aus - nur der Zwei-Zellen-Akku ermöglicht eine plane Rückseite.

Ausstattung und Verarbeitung

Wie schon beim in München gezeigten Vorserienmodell lässt sich die einzige Taste auf der Vorderseite, der Windows-Button, nur sehr schwer eindrücken. Offenbar ist dies vom US-amerikanischen Hersteller so beabsichtigt, um eine versehentlich ausgelöste Fehlbedienung zu vermeiden. Ansonsten gibt es an der Fertigungsqualität des Dell-Tablets nicht das Geringste zu beanstanden. Auch gegenüber Kratzern ist das Gerät dank seines gummierten Gehäuses, das unter anderem aus einer Magnesiumlegierung besteht, und eines Displays aus Gorilla Glas gut gewappnet. 

Für einen Tablet-PC weist der Latitude 10 außerordentlich viele Schnittstellen auf. So findet der Nutzer nicht nur einen normal großen USB-Anschluss, sondern gleich auch noch einen micro-HDMI-Port, einen SD-Kartenschacht, einen weiteren Mini-USB-Anschluss, der jedoch nur dem Laden dient, sowie eine Vorrichtung für ein Kensington-Schloss und einen Dockingstation-Anschluss vor. Für letztere Schnittstelle bietet Dell unter anderem eine optional erhältliche Docking-Station an. Diese bietet weitere USB-Schnittstellen und einen LAN-Port. Das Tablet lässt sich so relativ problemlos in einer waschechten Arbeitsumgebung nutzen.

Zu den Schnittstellen gesellen sich die bei den meisten Tablets inzwischen vorhandenen Kameras auf Vor- und Rückseite. Im Falle des Testgeräts weist die rückwärtige Kamera neben einem Sensor, der mit acht Megapixeln auflöst, auch noch eine praktische LED-Hilfsleuchte auf. Die Frontkamera, hauptsächlich für Videochats konzipiert, bietet eine Auflösung von guten zwei Megapixeln.

Display

Das Display mit einer Diagonalen von 10,1 Zoll bietet eine Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten. Dell verwendet wie die meisten Anbieter hochpreisiger Tablets ein IPS-Panel. Gut so - denn dies hat zur Folge, dass die Anzeige sehr blickwinkelunabhängig ist. Auch wenn man das Tablet noch so sehr schräg hält, zu Farbverfälschungen kommt es praktisch nie. 

Auch wenn einige Außendienstmitarbeiter es sich sehnlichst wünschen werden: Ein entspiegeltes Display bietet auch das Latitude 10 nicht, Dell baut auch keines gegen Aufpreis ein. Grund: Laut Dell gibt es bislang schlichtweg keine Hersteller, die matte Displays in Tablet-Größe herstellen würden.

Dell Latitude 10 im Test

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Zum Glück ist die maximal erreichbare Helligkeit hoch genug, um über die ein oder andere nervige Spiegelung "hinwegstrahlen" zu können. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig, nur in den Ecken sind ganz leichte Lichthöfe zu erkennen. Auch Farbtreue und Kontrast gefallen. Schwarz stellt das Dell-Tablet prinzipiell mit einem ganz geringen Lila-Stich dar - aber das ist Kritik auf hohem Niveau.  

Sicherheit

Wie es sich für ein Business-Tablet gehört, kann das Dell-Tablet auf Wunsch umfangreich vor fremden Zugriffen geschützt werden. Das fängt bei der Möglichkeit an, ein Sicherheitsschloss anbringen zu können. Damit lässt sich der Tablet-Computer zum Beispiel bei Präsentationen oder bei öffentlichen Meetings gegen Langfinger absichern. 

Software- und Hardwareseitig sorgen optional Intels Trust Technologie und Trusted Platform Module 1.2 für zusätzliche Sicherheit. In Verbindung mit weiterem Dell-Zubehör wie Fingerabdruckleser und umfangreichen Service-Optionen (etwa dreijähriger Pro-Support und Vor-Ort-Service) bietet sich das Latitude 10 für einen Einsatz im geschäftlichen Umfeld an.

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