Sie sind hier:
 

FRITZ!DECT 200 von AVM im Test
Ab 49 Euro erhältlich

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Heimautomatisierung ist teuer und bisweilen aufwändig. Ein leichter und erster Einstieg ist mit der Funksteckdose FRITZ!DECT 200 möglich.

Die Kaffeemaschine von unterwegs anschalten: Die Funksteckdose FRITZ!DECT 200 von AVM bietet einen kostengünstigen Einstieg in die Welt der Heimautomatisierung. Sie schaltet elektrische Geräte, misst den Stromverbrauch und lässt sich auch via Smartphone und Tablet bedienen. Dafür müssen aber einige Voraussetzungen stimmen.

Heimautomatisierung ist eine teure und bisweilen auch aufwendige Sache. Das liegt an der Vielfalt der verwendeten Standards wie Zigbee oder Z-Wave und auch an der Tatsache, dass eine Komplettvernetzung bislang meist nur bei einer Renovierung des eigenen Hauses oder einem Neubau möglich war. Einen einfacheren Weg über das hausinterne IP-Netzwerk bieten etwa Energieversorger an, daneben gibt es Fertiglösungen wie die Heimautomatisierung MiCasaVerde oder das Angebot von Kuhn Media und inHaus. Billig sind solche Lösungen nicht - mehrere Hundert Euro wandern über die Ladentheke.

Ein einfacher und abgespeckter Start zum Ausprobieren der technischen Heimautomatisierungs-Möglichkeiten stellt die intelligente Steckdose FRITZ!DECT 200 von AVM für 49 Euro dar. Dabei handelt es sich um eine Schaltsteckdose, die sich via Router oder vom Smartphone aus der Ferne per Funk steuern lässt. Weitere Geräte zur Hausautomatisierung wie ein Heizungsthermostat hat AVM bereits angekündigt. Netzwelt hat sich zunächst die FRITZ!DECT 200 näher angeschaut.

DECT-Standard

Zur Kommunikation zwischen Steckdose und Computerelektronik setzt AVM auf den Funkstandard DECT ULE. DECT dient schon seit Jahren als Standard für schnurlose Telefone und unterstützt in der Weiterentwicklung CAT-iq auch die Übermittlung von Internetinformationen. DECT ULE wiederum soll sich durch geringen Stromverbrauch auszeichnen und arbeitet in dem 1.880-1.900 Megahertz-Bereich, was im Gegensatz zu WLAN, ZigBee und Bluetooth einen weitestgehend störungsfreien Betrieb garantieren dürfte.

Der Betrieb der FRITZ!DECT 200 setzt einiges voraus. Man benötigt eine FRITZ!Box mit DECT-Basis und ein Update auf die Firmware FRITZ!OS 5.50, die derzeit nur für den AVM-Router FRITZ!Box 7390 zur Verfügung steht. Das Update dürfte aber in Kürze auch für weitere DECT-fähige Geräte des Herstellers ausgeliefert werden. Bis dahin taugt eine Firmware aus dem AVM-Labor zur Inbetriebnahme der Steckdose mit anderen Routern des Herstellers.

FRITZ!DECT 200 im Test

Bild 1 von 6
Im Gegensatz zu mechanischen Zeitschaltsteckdosen ist das AVM-Gerät per Funk steuerbar. (Bild: netzwelt)

Bis zu zehn Steckdosen steuerbar

Die Verbindung per Router mit der Schalteinheit geschieht einfach per Knopfdruck der DECT-Taste. Im Backend der FRITZ!Box dient der Eintrag Smart Home unter Heimnetz in FRITZ!OS 5.50 der Einrichtung und Steuerung der Steckdose. Im Test reagierte die Schaltung flink per Router-Backend - das angeschlossene elektrische Gerät war in einer Reaktionszeit unter einer Sekunde eingeschaltet. Bis zu zehn FRITZ!Box DECT!200 lassen sich hinzufügen und per Router steuern.

Im Vergleich zu mechanischen Zeitschaltuhren, wie man sie im jeden Elektronikmarkt bekommt, wäre der Mehrwert gering, wenn die Steckdose nur die Intelligenz für die Zustands-Regelung "Ein/Aus" besäße. AVM geht aber weiter und ermöglicht Energiesparern auch die genaue Kontrolle der Leistungsaufnahme des angeschlossenen Geräts. Die Leistung wird grafisch aufbereitet, wahlweise in 10-Minuten, 24-Stunden-, Monats- oder Jahres-Intervallen, und lässt sich auch per Push-E-Mail versenden. Hierzu ist aber eine Einrichtung unter "System" und "Push-Service" nötig.

Schaltung per Google-Kalender

Einen weiteren interessanten Mehrwert bietet die automatische Schaltung: Sie ermöglicht eine wochentägliche, tägliche, zufällige, rhythmische, einmalige, astronomische (Sonnenauf- und -untergang) und eine Steuerung nach dem Google-Kalender. Im Test funktionierte die Schaltung einwandfrei. Die Einrichtung des Google-Kalenders ist etwas aufwendiger und gelingt nur bei entsprechendem Google-Konto, neu angelegtem Kalender und Authentifizierung der FRITZ!Box für den Kalender.

Von außen gelingt die Kommunikation über den MyFRITZ!-Dienst (ab FRITZ!OS 5.20) von AVM - die Anmeldungsseite erreicht man direkt aus dem Router-Backend. Zusätzlich muss man noch unter "System" und "FRITZ!Box-Kennwort" einen Nutzer und ein Passwort hinzufügen sowie unter "Internet" und "MyFRITZ" den Internetzugriff aktivieren. Dann ist die Steckdose per Browser von Notebooks oder Tablet aus steuerbar, alternativ auch via Android-App MyFRITZ!. Ein Miniprogramm für iOS soll folgen.

Per App reagiert die Schaltsteckdose im internen Netzwerk etwas zögerlicher auf Eingaben als per Browser. In der mobilen Standardansicht bietet das Miniprogramm zudem nur einen reduzierten Zugang zu den Einrichtungsfunktionen. Beim Wechsel in die klassische Browser-Ansicht aus der App heraus passt sich das Miniprogramm nicht an die Displaygröße an, wodurch die Bedienung umständlich wird. Dafür stehen dann alle Einrichtungsparameter zur Verfügung, die es auch via Browser gibt.

Fazit

Die FRITZ!DECT 200 bietet Energieoptimierern dank Verbrauchsmessung und Auswertungsmöglichkeiten eine nützliche Kontrolle ihrer elektrischen Geräte. Als Zeitschalteinheit verrichtet sie einen guten Dienst - aus dem Heimnetzwerk und von unterwegs. So stellt man die Kaffeemaschine per Smartphone an, wenn man noch im Auto sitzt, und hat später frischgebrühten Kaffee im Haus - ohne lange Wartezeiten.

Die Android-App lässt allerdings zu wünschen übrig und eine iOS-App ist noch nicht verfügbar. Richtig interessant wird Heimautomatisierung via AVM ohnehin erst, wenn Aktoren des Herstellers für Heizungsthermostate auf den Markt kommen.

Kommentare zu diesem Artikel

Heimautomatisierung ist teuer und bisweilen aufwändig. Ein leichter und erster Einstieg ist mit der Funksteckdose FRITZ!DECT 200 möglich.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
37074
FRITZ!DECT 200 von AVM im Test
FRITZ!DECT 200 von AVM im Test
Wer auf eine umfangreiche Lösung verzichten möchte, findet in der schaltbaren DECT-Steckdose einen ersten Einstieg in die Heimautomatisierung.
http://www.netzwelt.de/news/94961-fritz-dect-200-avm-test.html
2013-01-21 17:20:42
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/gallery/2013/5598/45130.jpg
News
FRITZ!DECT 200 von AVM im Test