Engel links, Teufel rechts

DmC - Devil May Cry: Im Kurztest

Nicht nur bei Frauen ist eine neue Frisur oftmals ein Zeichen für Veränderung. Auch Dantes weißgraue Matte musste beim Neustart von Capcoms Traditionsreihe Devil May Cry (DmC) einem hippen Kurzhaarschnitt weichen. Nahezu unangetastet blieb jedoch das Spielgeschehen: DmC ist unter der Führung des britischen Entwicklerstudios Ninja Theory (Heavenly Sword, Enslaved) ein furios inszeniertes Actionfeuerwerk geworden, bei dem der Spieler Dämonen im Sekundentakt über die Klinge springen lässt - sofern er mit der Steuerung nicht überfordert ist.

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DmC - Devil May Cry - GamesCom 2012 Trailer: Dieser Trailer von der GamesCom 2012 zeigt Szenen aus DmC - Devil May Cry, das für die PlayStation 3 und die Xbox 360 erscheinen wird. In diesem Video werden die beiden Zwillingsbrüder Dante und Vergil wieder zusammengeführt. Außerdem sieht man eine junge Frau namens Kat, die das Verhältnis der Brüder auf eine harte Probe stellt. Zum Video: DmC - Devil May Cry - GamesCom 2012 Trailer

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Der Vorteil sogenannter Reboots ist: Man braucht keinerlei Vorkenntnisse. Alles wird auf Anfang gesetzt, um Platz für Neues zu schaffen. Im Falle von DmC ist es eine Geschichte, die unter der Aufsicht von Alex Garland entstand - Autor des Romans The Beach und Drehbuchlieferant für Kinoproduktionen wie 28 Days Later, Sunshine und Dredd.

Das Ergebnis ist nicht ganz so absurd wie bei den vorangegangenen Devil May Cry-Spielen, lässt aber viele Möglichkeiten zur bissigen Gesellschaftssatire ungenutzt. Immerhin versucht der Dämonenkönig Mundus, in Gestalt eines Bankers die Weltherrschaft an sich zu reißen. Billionenschwer ist er schon, Leib und Seele der Menschen vergiftet er darüber hinaus mit teuflischen Energy-Drinks und Medien-Propaganda.

Nur ein Grund, warum Dante - jung, arrogant, Hedonist - den Kampf aufnimmt. Ein anderer: Mundus hat Dantes Engel-Mutter Eva das Herz herausgerissen und seinen Dämonen-Vater Sparda zu ewigen Höllenqualen verdammt. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Virgil, Anführer einer Widerstandsbewegung, zieht er los, um die Welt vom Bösen zu befreien.

In bester Serientradition steht bei DmC die Show klar im Vordergrund. Das beginnt mit der furios inszenierten Eröffnungssequenz, in der Dante nach einer Orgie nackt und verkatert die Bekanntschaft mit einem gewaltigen Höllenvieh macht, und endet in einer Reihe Bossfights, die dem Spieler schnelle Reflexe und starke Nerven abverlangen. Dazwischen werden garstige Wesen aus der Hölle im Akkord gemeuchelt. Gut 20 Kapitel lang. Dabei gilt wie immer das oberste Stil-Gebot: Je cooler, abwechslungsreicher und spektakulärer die Gegner über den Jordan geschickt werden, desto mehr Punkte hagelt es in der Endabrechnung, die sich online weltweit abgleichen lässt.

Um den Highscore in die Höhe zu treiben, wird Dante im Verlauf seines knapp zehnstündigen Rachefeldzugs mit einem ganzen Arsenal von Waffen ausgestattet. Zu Beginn, als der junge Kerl noch nichts von seinen Eltern weiß, hantiert er nur mit Schwert und zwei Knarren. Doch schon nach kurzer Zeit gesellen sich weitere Familienerbstücke hinzu: Sense, Axt, Streithammer, Stahlfäuste, dazu Peitschen und Greifhaken.

Diese erweitern nicht nur das gewaltige Repertoire an freischaltbaren Angriffsmanövern, die sich zu ellenlangen, jedweder Schwerkraft trotzenden Combo-Ketten aneinanderreihen lassen, sondern haben auch spielerische Bedeutung. Manche Gegner können nur mit himmlischen Waffen geknackt werden, andere wiederum nur mit dämonischen. Aktiviert werden sie fließend mit den Schultertasten, wobei die Faustregel gilt: Engel links, Teufel rechts. Weil jeder Aktionsknopf dadurch mehrfach belegt ist, sind gezielte Aktionen im Eifer des Gefechts allerdings nur mit viel Übung möglich. Dafür ist das Ganze ungeheuer dynamisch inszeniert und animiert.

Auch die Kameraführung in den Zwischensequenzen ist eine Klasse für sich, die Idee, die sich ständig verändernde Umgebung als erzählerisches Element zu nutzen, geradezu genial. Immer wieder werden Botschaften und Bilder an Wände projiziert, um das Gesagte zu unterstreichen. Zusammen mit der entrückten Architektur der dämonischen Parallelwelt Limbus, in die es Dante immer wieder verschlägt, schafft Entwickler Ninja Theory eine ganz eigene Bildsprache. Das Ganze wirkt wie ein zertrümmertes Abbild der Realität und erinnert stellenweise an die Hellblazer-Filmumsetzung Constantine.

DmC - Devil May Cry: Im Kurztest


Dieser optischen Pracht ist letztlich auch zu verdanken, dass man über Schwächen wie die vorhersehbare Geschichte, den streng linearen Levelaufbau oder den ein oder anderen Pop-up-Effekt gern hinwegsieht. Darüber hinaus wird die Dämonenhatz von einem aggressiv-treibenden Soundtrack untermalt, der mit Songs von Noisia und Combichrist allerletzte Zweifel an der westlichen Neuinterpretation des japanischen Gaming-Klassikers wegfegt.

Datenblatt

DmC - Devil May Cry
SpielnameDmC - Devil May Cry
HerstellerNinja Theory
VertriebCapcom Europre
GenreAction
Erhältlich ab15.01.2013
Preisca. 60 Euro
EAN Code5055060964071
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene und Profis
Alterab 16 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundsehr gut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemXbox 360
SystemPlayStation3

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