Als Tech-Journalist auf der Detroit Motor Show
Kommentar: Die Luftschlösser der Automobilindustrie
In diesem Jahr war netzwelt zum ersten Mal auf der Detroit Motor Show in Michigan. Der an Technik interessierte Besucher fragt sich dabei unweigerlich: Wieso schaffen es die Auto-Hersteller eigentlich nicht, mit der aktuellen Entwicklung im Bereich Mobile Computing oder Home Entertainment Schritt zu halten? Ein Kommentar.
Nicht nur den Deutschen ist das Automobil das liebste Kind, das wird im mindestens ebenso KFZ-verrückten Amerika schnell klar. Und natürlich schlägt auch im wirtschaftlich mehr als angeschlagenen Detroit die Begeisterung über neue Modelle, allen voran schwere Pickups und schnelle Sportwagen, beim heimischen und international vertretenen Messepublikum hohe Wellen.
Auch zahlreiche Concept Cars fanden auf der NAIAS in Detroit große Beachtung. Nun ist es mit diesen Concept Cars leider so: Sie wecken Begehrlichkeiten, die nie - oder wenn, dann abgeschwächt - im Alltag ankommen. Es sind immer wieder die technischen Highlights, von speziell eingerichteten Teams ersonnen, die auf dem langen Weg vom Reißbrett auf die Straße rechts in die Nothaltebucht abbiegen und damit auf der Strecke bleiben. Wie alternde Kinderstars, die zu Beginn der Pubertät, kurz bevor sie mündige Erwachsene werden, raus aus dem Rampenlicht aufs Abstellgleis bugsiert und gegen neue "Modelle" ausgetauscht werden. Die sind ja auch viel ansehnlicher.
Dabei dienen doch gerade diese Konzept-Studien der Präsentation des technisch Machbaren. Die Concept Cars von heute sind in dieser Hinsicht aber immer wieder die weichgespülten Serien-Autos von morgen.
Wieso ist das so? Gerade das Auto wird im Alltag doch als Technologieträger wahrgenommen. Wo sind also all die Technik-Highlights, wieso dauert es nur so lange, bis auch bezahlbare Serienautos zu riesigen Touchscreens werden, wenn auf der anderen Seite Hightech wie Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner und automatische Einparkhilfen längst im Gebrauch sind?
Automobil- und Consumer Electronic-Industrie entwickeln aneinander vorbei
Zum einen verfolgen Automobilbranche und Consumer Electronic-Industrie natürlich unterschiedliche Ziele und entwickeln folglich aneinander vorbei. Während Mercedes, Toyota, Ford und Co. ihre Forschungskapazitäten hauptsächlich in sicherheitsrelevante Bahnen lenken, fühlen sich die Hersteller von Consumer Electronics traditionell der Zerstreuung ihrer Kunden verpflichtet. Das beisst sich. Das Ergebnis sind dann oft so sinnlose "Innovationen" wie in der Mittelkonsole verbaute Fernseher, die nur bei Stillstand des Fahrzeugs funktionieren.
Detroit Motor Show 2013
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Bild vergrößern Ford Atlas Concept: Eine große Show lieferte Ford zur Vorstellung des Pickups Atlas Concept ab. (Bild: netzwelt) - Bild 2 von 37
Bild vergrößern Obwohl die Studie sehr rabiat wirkt, soll der Geländewagen dank Ecoboost verhältnismäßig wenig Sprit verbrauchen. (Bild: netzwelt) - Bild 3 von 37
Bild vergrößern Hinzu kommen technische Helfer wie ein Anhänger-Assistent. (Bild: netzwelt) - Bild 4 von 37
Bild vergrößern Der BMW i8 geistert schon länger durchs Netz. So nah dran wie in Detroit kam man bislang jedoch nur selten. (Bild: netzwelt) - Bild 5 von 37
Bild vergrößern Genaue Daten zum Elektroflitzer hält München aber weiterhin unter Verschluss. (Bild: netzwelt) - Bild 6 von 37
Bild vergrößern Genauer wird BMW beim i3 Coupe: Das Elektroauto soll 170 PS leisten und mit einer Akkuladung bis zu 160 Kilometer weit fahren können. (Bild: netzwelt) - Bild 7 von 37
Bild vergrößern Ein leichtes Facelift verpasst BMW seinem Z4 (Bild: netzwelt) - Bild 8 von 37
Bild vergrößern Mini bekommt den Mund kaum voll: Der Mini John Cooper Works Paceman ist eine weitere Interpretation der Legende. (Bild: netzwelt) - Bild 9 von 37
Bild vergrößern Audi präsentiert neben zahlreichen S-Varianten auch den R8 in Detroit. Eckdaten: Zehnzylinder-Motor mit bis zu 550 PS. (Bild: netzwelt) - Bild 10 von 37
Bild vergrößern Premiere feiert auch die neue E-Klasse von Mercedes in Detroit. (Bild: netzwelt) - Bild 11 von 37
Bild vergrößern Neben einer frischen Optik soll die neue Generation auch ökonomischer sein. (Bild: netzwelt) - Bild 12 von 37
Bild vergrößern Mercedes B-Klasse Electric Drive: Mit dieser Studie gibt Mercedes Benz einen Ausblick auf die rein elektrische Zukunft. Serienreife soll der Wagen 2014 erlangen. (Bild: netzwelt) - Bild 13 von 37
Bild vergrößern Ein alter Bekannter, aber immer wieder schön: Mercedes Benz SLS (Bild: netzwelt) - Bild 14 von 37
Bild vergrößern Honda EV-STER Concept: Eine weitere Studie, dieses Mal von Honda. Auch hier sorgt ein Elektro-Motor an der Hinterachse für den Antrieb. Dank massivem Karbon-Einsatz soll die Reichweite bis zu 160 Kilometer betragen. (Bild: netzwelt) - Bild 15 von 37
Bild vergrößern Ein ganz anderes Kaliber stellt der Mustang Shelby GT500 Convertible dar. 650 PS dürften flottes Vorankommen garantieren. (Bild: netzwelt) - Bild 16 von 37
Bild vergrößern Der Nissan Resonance SUV Concept gibt einen Ausblick auf die Zukunft des Murano. Als Antrieb kommt eine Kombination aus Verbrennungs- und zwei Elektro-Motoren zum Einsatz. (Bild: netzwelt) - Bild 17 von 37
Bild vergrößern Blick in den Innenraum des Resonance SUV von Nissan. Das Cockpit ist "dreidimensional" gestaltet. (Bild: netzwelt) - Bild 18 von 37
Bild vergrößern Kia brachte eine eigene Interpretation des Batmobil-Themas mit in die Messehallen von Detroit. (Bild: netzwelt) - Bild 19 von 37
Bild vergrößern Einer der unumstrittenen Stars der NAIAS: Die neue Corvette Stingray. Charakteristisch an der Neuauflage sind die vier zentrierten Auspuffrohre. (Bild: netzwelt) - Bild 20 von 37
Bild vergrößern Auch sonst schöpft Chevrolet bei der C7 aus dem Vollen: V8-Motor mit 450 PS, 610 Newtonmeter. (Bild: netzwelt) - Bild 21 von 37
Bild vergrößern Dringend notwendig: Auch den Innenraum gestaltete Chevrolet neu. An vielen Stellen wich der Kunststoff der Vorgänger-Generationen hochwertigeren Materialien wie Leder. (Bild: netzwelt) - Bild 22 von 37
Bild vergrößern Nicht mehr taufrisch, aber immer noch sehr ansehnlich: Lexus LFA mit Zehnzylinder-Frontmittelmotor. (Bild: netzwelt) - Bild 23 von 37
Bild vergrößern Der Sportwagen wurde in einer streng limitierten Sonderauflage vertrieben und lief letztmalig 2012 vom Band. (Bild: netzwelt) - Bild 24 von 37
Bild vergrößern Bereits auf dem Automobilsalon in Genf vorgestellte Toyota-Studie FCV-R mit Brennstoffzellen (Bild: netzwelt) - Bild 25 von 37
Bild vergrößern Corolla Furia Concept: Der Toyota Corolla gehört zu den am meisten verkauften PKW überhaupt - und könnte bald vielleicht schon so aussehen. Noch handelt es sich aber lediglich um eine Studie. (Bild: netzwelt) - Bild 26 von 37
Bild vergrößern Neben vielen Studien und Konzept-Autos gibt es an vielen Stellen auch handfestes Rennmaterial zu bestaunen. Wie hier bei Toyota. (Bild: netzwelt) - Bild 27 von 37
Bild vergrößern Ganz in Silber: Blick auf den Porsche-Stand auf der NAIAS. Highlight der Stuttgarter war in diesem Jahr unter anderem der Cayenne Turbo S mit geschmeidigen 550 Pferdestärken. (Bild: netzwelt) - Bild 28 von 37
Bild vergrößern Auch Audi setzt auf PS-Protz: Unter anderem mit dem 350 PS starken SQ5. (Bild: netzwelt.de) - Bild 29 von 37
Bild vergrößern BMW feiert die Premiere des Concept 4 Series Coupe in Detroit. Darauf freut sich auch Deutschland. (Bild: netzwelt) - Bild 30 von 37
Bild vergrößern Aufwärmübungen: Letzte Probe vor der Kia-Pressekonferenz. (Bild: netzwelt) - Bild 31 von 37
Bild vergrößern Sportlicher Cadillac auf der NAIAS. (Bild: netzwelt) - Bild 32 von 37
Bild vergrößern Auch Ferrari war in Detroit vertreten, wenn auch mit einem sehr überschaubaren Messestand. (Bild: netzwelt) - Bild 33 von 37
Bild vergrößern Unter tosendem Applaus enthüllte Honda den NSX Concept in Detroit. (Bild: netzwelt) - Bild 34 von 37
Bild vergrößern Unter der Haube verspricht ein V6-Mittelmotor im Zusammenspiel mit zwei Elektro-Motoren für Fahrspaß. (Bild: netzwelt) - Bild 35 von 37
Bild vergrößern Im Jahr 2015 soll die Sportwagen-Studie in Serie gehen. (Bild: netzwelt) - Bild 36 von 37
Bild vergrößern Als SUC (Sport Utility Coupe) bezeichnet Smart seine Studie Forstars. Besonderer Clou: Auf der Motorhaube ist ein Beamer integriert, der per Bluetooth angesteuert werden kann und den Forstars zum Autokino mutieren lässt. (Bild: netzwelt) - Bild 37 von 37
Bild vergrößern Den Antrieb übernimmt auch hier ein Elektromotor, der 60 KW und 135 Newtonmeter abliefern soll. (Bild: netzwelt)
Zum anderen sind die Produkt- und Lebens-Zyklen von Fahrzeugen und Gadgets viel zu unterschiedlich. Bis BMW und Co. etwa eine Docking-Station für eine bestimmte Smartphone-Reihe entwickelt und verbaut haben, wird diese vom Handy-Hersteller bereits nicht mehr angeboten. Vereinfacht gesagt und viele weitere Aspekte mal außen vor gelassen sieht es daher nach wie vor so aus, als dürften wir wohl auch in Zukunft kaum für bare Münze nehmen, was die Auto-Industrie uns an Elektronik-Spielereien in ihren Studien verspricht.


Mehr als nur ein Auto: Das Fun-Vii ist eine riesige Touch-Oberfläche. Der Hersteller zeigt die Konzeptstudie auf der Tokyo Motor Show.
Die Zukunft ist jetzt, jedenfalls auf der Tokio Motor Show 2011. Dort zeigen japanische Hersteller derzeit, wie sie sich künftige Mobilitätskonzepte vorstellen.
Der US-amerikanische Autohersteller Ford investiert immer mehr in die Entwicklung von Elektroautos. Den ersten fertigen Wagen der Focus Electric-Reihe schenkte das Unternehmen dem Suchmaschinenanbieter Google.
Das Auto der Zukunft hat vier Räder. Oder fliegt. Oder besteht aus Touchscreens. Oder wird es doch ganz anders aussehen? Diese Verkehrte Netzwelt setzt sich mit dem Thema Zukunfts-Auto auseinander und beleuchtet Mögliches und Unmögliches.
Auf der CES hat Audi ein System vorgestellt, mit dem Autos ohne Fahrer in Parkhäusern ein- und ausparken. Per App schicken die Fahrzeug-Besitzer ihr Vehikel in die Tiefgarage oder rufen es zurück.
Auf der derzeit in Detroit stattfindenden NAIAS stellte Ford ein "Driver Wellness" genanntes Projekt vor, das Vital-Funktionen des Fahrers erfassen kann. Aus Herzschlag und Körpertemperatur errechnet es den Stress-Level des Fahrers - oder stellt automatisch die Klimaanlage ein.
Auf der Auto Show in Detroit zeigen die Hersteller traditionell ihre Neuheiten. In diesem Jahr stehen wieder die Sportwagen und Pickups im Mittelpunkt des Interesses. Netzwelt nimmt Sie mit auf einen Rundgang über die NAIAS.




