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Nikon Coolpix S01 im Test
Kleiner als eine Kreditkarte

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Klein aber oho? Die Nikon Coolpix S01 ist selbst unter den Kompaktkameras ein echter Winzling. Doch kann der Knipskasten auch gute Fotos machen? Der netzwelt-Test liefert Antworten.

Nikon nimmt den Begriff "Kompaktkamera" bei der Coolpix S01 sehr genau. Die 10,1-Megapixel-Kamera ist kleiner als eine Kreditkarte, bietet aber auf engstem Raum jede Menge Technik - etwa einen dreifachen optischen Zoom oder einen 2,5 Zoll großen Touchscreen. Doch kann die Bildqualität der Minikamera überzeugen?

Metallgehäuse mit Farbvielfalt

Mit den Abmessungen 51,2 × 77 × 17,2 Millimeter und dem Fliegengewicht von 96 Gramm ist die Nikon Coolpix S01 ein unauffälliger Begleiter und verschwindet bei Bedarf mühelos in Hemd- oder Hosentasche. Im Test gab es sogar den ein oder anderen Schreckmoment, in dem der Tester dachte, er habe die Minikamera verloren, ehe sie sich doch noch in den Tiefen der Hosentasche wiederfand.

Die Verarbeitung der Kamera ist robust, einen speziellen Schutz gegen Stöße oder Nässe weist die Coolpix S01 aber nicht auf. Zu bemängeln ist zudem, dass die Kamera mit ausgefahrenem Objektiv beim Abstellen auf einer ebenen Fläche schnell umkippt. Beim Hinstellen ist also Fingerspitzengefühl gefragt. Mit dem silbernen Metallgehäuse wirkt die Coolpix S01 edel. Allerdings sind auf dem glänzenden Metall auch schnell Kratzer und Fingerabdrücke zu sehen. Wer es etwas bunter mag: Die Nikon Coolpix gibt es auch in den Farben Schwarz, Rot, Weiß und Lila.

Dreifacher Zoom

Nikon verbaut in der Coolpix S01 einen CCD-Bildsensor mit einer Größe von 1/2,9 Zoll. Er nimmt Bilder mit einer maximalen Größe von zehn Megapixeln und Videos in HD-Qualität (720p) auf. Als Objektiv dient ein Nikkor-Modell mit einem dreifachen optischen Zoom, umgerechnet ins Kleinbildformat reicht die Brennweite von 29 bis 87 Millimetern. Eine feine Regulierung der Brennweite ist jedoch schwierig, da sich das Objektiv träge in großen Schritten bewegt.

Nikon Coolpix S01

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Die Nikon Coolpix S01 ist nur einen Tick dicker als eine Streichholzschachtel. (Bild: netzwelt)

Zum optischen Zoom gesellt sich ein vierfacher Digital-Zoom, der sich nicht abschalten lässt. Beim Zoomen muss der Nutzer deshalb darauf achten, nicht unbeabsichtigt in den Digitalzoom-Bereich zu rutschen. Die Grenze zwischen den Bereichen ist durch einen Trennstrich in der Zoomanzeige im Display markiert. Auf einen optischen Bildstabilisator müssen Nutzer verzichten.

Zwischen verschiedenen Motivprogrammen kann der Nutzer nicht wählen, stattdessen wählt die Coolpix S01 selbstständig das aus Sicht der Kamera beste Programm aus. Auch Programmfunktionen wie eine Serienbildaufnahme fehlen. Den Bildausschnitt wählt der Nutzer über den 2,5 Zoll großen Touchscreen mit circa 230.000 Leuchtpunkten. Er zeigte im Test eine starke Blickwinkelabhängigkeit. Fällt Licht auf ihn, ist die Ablesbarkeit zudem erschwert.

Bedienung

Die Bedienung der Nikon Coolpix S01 erfolgt weitestgehend über den Touchscreen, dieser unterstützt dabei Eingaben von einem Finger und Wischbewegungen. An physikalischen Knöpfen weist die Nikon-Kamera lediglich einen Powerknopf, einen Auslöser mit integriertem Zoomrad sowie einen Knopf zum Umschalten zwischen Foto- und Wiedergabemodus auf. Auslösen kann der Nutzer die Kamera aber auf Wunsch auch über den Touchscreen.

Will der Nutzer tiefergehende Einstellungen vornehmen oder ein Video drehen, wechselt er durch den Druck auf die mit einem Haus gekennzeichnete Sensortaste neben dem Display in das Hauptmenü der Kamera. Für Grundeinstellungen wie das Aktivieren oder Deaktivieren des Blitzlichts während einer Aufnahme muss der Nutzer nicht umständlich ins Menü wechseln, sondern kann im Display durch einen Druck auf das jeweilige Symbol direkt die entsprechende Einstellung tätigen.

Ohnehin lohnt ein Wechsel in die Einstellungen eher nicht, denn die Coolpix S01 gesteht dem Fotografen nur wenig Einfluss auf die Aufnahmen zu: Selbstauslöser, Blitz, Belichtungskorrektur und ein paar Effekte - mehr Optionen. wie etwa die manuelle Einstellung des ISO-Werts, bietet die Kamera nicht. So wird die Mehrheit der Nutzer das Hauptmenü nur für das Umschalten auf den Videomodus nutzen.

Zu bemängeln ist auch die eher umständliche Menüführung. Viele Funktionen sind in den Tiefen des Menüs versteckt oder offenbaren sich erst auf den zweiten Blick. Die Funktion, ein Bild zu löschen, etwa sucht der Nutzer zunächst vergebens. Im Wiedergabemodus muss er dazu lange auf ein Bild drücken und dieses dann in den Papierkorb verschieben. Oder vom Wiedergabemodus über den Home-Button ins Menü wechseln und bis ganz zum Ende der Liste scrollen.

Speicherkarte und Anschlüsse

Ungewöhnlich: Die Coolpix S01 besitzt keinen Speicherkartenslot. Bilder und Videos werden stattdessen im 7,3 Gigabyte großen internen Speicher abgelegt - dieser reicht für 3.099 Fotos mit der maximalen Auflösung von 10,1 Megapixeln. Um Daten zu übertragen, kann der Nutzer sich das Nikon-Programm ViewNX2 herunterladen. Im Test reichte es aber auch aus, die Kamera über das beiliegende USB-Kabel mit PC oder Mac zu verbinden. Unter Windows konnte netzwelt dabei dann einfach über den Explorer Daten übertragen. Unter Mac OS X war ein Dateiimport via iPhoto möglich, im Finder tauchte die Kamera dagegen nicht als Gerät auf.

Nikon Coolpix S01: Testfotos

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Zimmerbeleuchtung: An; Blitz: Aus. (F/3.3, 1/30 ISO 320)

Der Mini-USB-Port an der Unterseite der Kamera fungiert zugleich auch als AV-Ausgang. Im Test wurde die Coolpix S01 problemlos an einem Samsung-Fernseher erkannt. Wiedergeben ließen sich über diesen jedoch nur Bilder und keine Videos. Die Clips wurden gar nicht erst im Dateimanager angezeigt. Ein Stativgewinde fehlt der S01.

Akku

Der Akku ist fest verbaut und wird ebenfalls über den USB-Anschluss geladen. Laut Hersteller soll die Lithium-Ionen-Batterie für 190 Fotos oder eine Stunde und zehn Minuten Videoaufnahme reichen. Im Test erhielt netzwelt aber bereits nach knapp 80 Aufnahmen und drei kurzen Videoclips die Aufforderung "Akku laden".

Bildqualität

Die Bildqualität der Nikon Coolpix S01 schwankt. Zu überzeugen wissen die natürlichen und kräftigen Farben. Konturen sind aber teils verwaschen und betrachtet man die Aufnahmen auf Originalgröße, werden Fotografen bei vielen Bildern ein leichtes Rauschen bemerken. Bei niedrigen Zoomstufen fällt dies aber zumeist kaum auf. Die Detailtiefe der S01 ist zudem gering. Mit der Kamera gedrehte Videoclips liegen in etwa auf dem Niveau besserer Handykameras.

Fazit

Die Coolpix S01 liefert trotz ihrer geringen Größe eine akzeptable Bildqualität und ist das ideale Schnappschusswerkzeug für Momente, in denen selbst die Handykamera zum Mittragen zu sperrig ist. Allerdings bietet das Nikon-Modell nur wenig Einstellungsmöglichkeiten - eine waschechte Schnappschusskamera also.

Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für die Coolpix S01 lautet 169 Euro. Im Handel ist die Kamera aber bereits für knapp 100 Euro erhältlich. Eine Alternative ist das Modell Kodak Easyshare Mini. Es bietet mehr Einstellungsmöglichkeiten und Optionen, liefert im Vergleich aber schlechtere Bilder ab.

Kommentare zu diesem Artikel

Klein aber oho? Die Nikon Coolpix S01 ist selbst unter den Kompaktkameras ein echter Winzling. Doch kann der Knipskasten auch gute Fotos machen? Der netzwelt-Test liefert Antworten.

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  • ontied schrieb Uhr
    AW: Kamera-Winzling: Nikon Coolpix S01 im Test

    Es ist eben eine Mini-Micro-Kamera, die man wirklich immer dabei hat. Wer braucht denn für diesen Winzling ein Stativgewinde? Ebenso sehe ich bei der Konzeption der Kamera keinen Nachteil darin, daß sie nur über einen eingebauten Speicher verfügt. Schlechter schon ist die Tatsache, daß man den Akku nicht selbst austauschen kann, sondern die Kamera dazu einschicken muß.
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Kamera-Winzling: Nikon Coolpix S01 im Test

    , doch leider nicht erwähnt aus welchem Hause das Objektiv stammt oder ob die Kamera gerade wegen ihrer Größe ein Stativ- Gewinde aufweist. Schade.....
    Zitat: Michael Wander
    Beide Angaben finden sich im Text: "Als Objektiv dient ein Nikkor-Modell mit einem dreifachen optischen Zoom, umgerechnet ins Kleinbildformat reicht die Brennweite von 29 bis 87 Millimeter." Und: "Ein Stativgewinde fehlt der S01." Das mit dem Stativgewinde folgt allerdings erst später, und wurde vielleicht überlesen. Die Information hätte man vielleicht am Anfang des Textes bei der Verarbeitung gleich erwähnen sollen. Grüße aus der Redaktion.
  • Michael Knott schrieb Uhr
    AW: Kamera-Winzling: Nikon Coolpix S01 im Test

    Netter Bericht, doch leider nicht erwähnt aus welchem Hause das Objektiv stammt oder ob die Kamera gerade wegen ihrer Größe ein Stativ- Gewinde aufweist. Schade..... Das mit dem Stativ-Gewinde meine ich sogar im Text gelesen zu haben ;)
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Kamera-Winzling: Nikon Coolpix S01 im Test

    Es ist ein Nikkor-Objektiv von Nikon verbaut. Ein Stativ-Gewinde hat die Kamera nicht.
  • Michael Wander schrieb Uhr
    AW: Kamera-Winzling: Nikon Coolpix S01 im Test

    Netter Bericht, doch leider nicht erwähnt aus welchem Hause das Objektiv stammt oder ob die Kamera gerade wegen ihrer Größe ein Stativ- Gewinde aufweist. Schade.....

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Nikon Coolpix S01 im Test
Nikon Coolpix S01 im Test
Mit der Coolpix S01 präsentiert Nikon einen echten Kamera-Winzling. Das Modell ist kleiner als eine Kreditkarte, soll aber dennoch eine Bildqualität auf Kompaktkamera-Niveau bieten.
http://www.netzwelt.de/news/94937-nikon-coolpix-s01-test.html
2013-01-23 11:41:38
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Nikon Coolpix S01 im Test