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Verkehrte Netzwelt: Die digitalen Zeitdiebe
Zeitverlust durch Internet

von Mehmet Toprak Uhr veröffentlicht

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Wir leben in der Hightech-Gesellschaft. Haben wir dadurch mehr Zeit? Natürlich nicht. Stattdessen haben wir weniger Zeit denn je. Hier ein Youtube-Video. Dort ein Facebook-Eintrag. Und dann noch dieser lustige Artikel aus der Verkehrten Netzwelt ...

Computer und Internet sollten den Menschen viel Zeit sparen. In Wahrheit kosten sie nur Zeit. Manchmal hat man das Gefühl, die ganze Industrie habe sich verschworen, um dem Verbraucher die Zeit zu stehlen. Netzwelt zeigt die dreistesten Zeitdiebe.

Statt Zeit zu sparen, fordert Hightech von uns Zeit ein.

Alles geht immer schneller in der digitalen Welt. Das Rad des technischen Fortschritts dreht sich immer schneller. Prozessoren, Festplatten, Grafikkarten und USB-Anschlüsse, alles wird von Monat zu Monat schneller. Da sollte man doch meinen, dass am Ende auch die Arbeit schneller von der Hand geht. Weit gefehlt, für den Verbraucher geht gar nichts schneller. Sieht man genauer hin, so verliert er sogar Zeit. Internet und Digitaltechnik sind wahrscheinlich die größten Zeitdiebe seit der Erfindung des Transistors.

Die ersten PCs, die auf dem Massenmarkt wirklich erfolgreich waren, hatten eine Taktrate von 4,7 oder acht Megahertz (!). Schaltete man den PC ein und startete eine Textverarbeitung, dann dauerte es ein oder zwei Minuten, bis man loslegen konnte.

Faktor 1.000 und immer noch langsam

Ein aktueller PC mit Intels Core i5- oder AMDs FX-Prozessor ist mindestens um den Faktor 1.000 schneller, aber bis man nach dem Einschalten loslegen kann, dauert es auch ein oder zwei Minuten. Die Softwarehersteller haben ihre Programmierer vermutlich angewiesen, Geschwindigkeitsvorteile der Hardware möglichst nicht an den Kunden weiterzugeben, sondern die Software so ineffizient und kompliziert zu programmieren, dass ein schneller Start unmöglich wird. Schließlich wäre der Kunde mit einem schnellen PC restlos glücklich und hätte nicht mehr das Bedürfnis, demnächst einen noch schnelleren PC anzuschaffen. Und dann würden Intel, Microsoft, Symantec, Adobe und all die anderen ja nichts mehr verdienen.

Inkompatible Geräte

Aber es gibt noch andere Möglichkeiten, dem Verbraucher die Zeit zu stehlen. Diese Möglichkeiten lassen sich mit dem Wörtchen "Inkompatibilität" zusammenfassen. Schon der Klang des Wortes zeigt an, dass hier um etwas eher kompliziertes und wenig erfreuliches geht.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Verbraucher mit Inkompatibilität zu ärgern. Zum Beispiel mit Software, die man zwar installieren kann, die aber trotzdem nicht richtig funktioniert und rätselhafte Fehlermeldungen anzeigt. Beliebt sind auch veraltete Druckertreiber, die der Hersteller partout nicht auf das neue Betriebssystem updaten will, so dass der fünf Jahre alte Drucker nicht mehr läuft. Selbst schuld, wer dann seine Zeit damit verschwendet, stundenlang in Supportforen nach Universaltreibern zu suchen - die dann garantiert auch nicht funktionieren.

Sicherheit kostet Zeit

Viel Zeit verlieren kann man auch beim Thema Sicherheit. Schon beim Start des PCs benötigt die Antiviren-Software ein paar Minuten, um sich die neuesten Updates und Malware-Profile herunterzuladen. Alle paar Tage erfreuen uns die Newsdienste mit Meldungen über eine neuen Sicherheitslücke im Internet Explorer. Dann heißt es Zeit investieren, um Javaskript zu deaktivieren, ein Update des Flashplayers einzuspielen oder den PC sicherheitshalber von einem Online-Virenscanner checken zu lassen. Doch damit nicht genug. Als sicherheitsbewusster Anwender sollte man auch die Security-Updates von Windows starten und die aktuellen Informationen einschlägiger Sicherheitsexperten studieren.

Der größte Zeitfresser

Am meisten Zeit aber verschwenden wir wohl im Internet. Hier ein halbes Stündchen, um in Facebook die neuesten Postings der befreundeten Zeitgenossen zu lesen, da vergleichen, was, Spiegel, Stern, Focus und Zeit über das "Dschungelcamp" schreiben und dann vielleicht noch ein Youtube-Video mit tanzenden Hunden oder Kühlschranktür-öffnenden Hauskatzen genießen.

Wenn dann noch Zeit ist, laden wir noch schnell eine kostenlose Bildbearbeitung herunter. Die brauchen wir zwar nicht, aber sie ist kostenlos. Nach der Installation stellen wir fest, dass der Windows Explorer ständig abstürzt. Für diesen Fall brauchen wir dann wieder ein Analyse-Tool, das die Registry reinigt, fehlende Verknüpfungen aufspürt und bei der Gelegenheit vielleicht noch die Festplatte defragmentiert.

Hoppla, da gibt es ein Update für das Analyse-Tool. Schnell herunterladen und dann Windows noch Mal analysieren und reparieren lassen. Zwischenzeitlich mal gucken, was die Facebook-Freunde machen und die News lesen. Und da ist noch dieses total skurrile Video mit den russischen Gabelstaplerfahrern im Wodka-Lager

Arbeiten kann man später ja immer noch ...

Kommentare zu diesem Artikel

Wir leben in der Hightech-Gesellschaft. Haben wir dadurch mehr Zeit? Natürlich nicht. Stattdessen haben wir weniger Zeit denn je. Hier ein Youtube-Video. Dort ein Facebook-Eintrag. Und dann noch dieser lustige Artikel aus der Verkehrten Netzwelt ...

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  • Harwin schrieb Uhr
    AW: Verkehrte Netzwelt: Die digitalen Zeitdiebe

    Es fehlen eindeutig noch die ganzen billigen Smartphone-Spielchen. Je simpler, desto größer die Suchtgefahr :D
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Verkehrte Netzwelt: Die digitalen Zeitdiebe

    ... oder diesen völlig inhaltfreien Post lesen. ... oder diese ebenso sinnfreie Antwort darauf :D
  • Ingo schrieb Uhr
    AW: Verkehrte Netzwelt: Die digitalen Zeitdiebe

    ... oder diesen völlig inhaltfreien Post lesen.

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Verkehrte Netzwelt: Die digitalen Zeitdiebe
Verkehrte Netzwelt: Die digitalen Zeitdiebe
Hier ein Update. Dort ein witziges Video. Und Facebook! Zeitfresser wohin man sieht. Wie dieser Artikel. Aber es macht ja auch Spaß ...
http://www.netzwelt.de/news/94931-verkehrte-netzwelt-digitalen-zeitdiebe.html
2013-01-18 17:24:36
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Verkehrte Netzwelt: Die digitalen Zeitdiebe