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Kaufberatung: Was bringt ein 4k-Fernseher?
Displaygröße, Sitzabstand, Preise

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Ultra HD-Fernseher zeigen vier Mal so viele Pixel wie Full HD-TVs. Das sorgt für detailscharfe und knackige Bilder. Zeit also für eine Neuanschaffung? Interessierte sollten einige Dinge beim Kauf beachten.

Gekrümmte Displays bei Fernseher sollen für mehr Tiefenwirkung sorgen. Der HU8590 von Samsung besitzt eine Bildschirmdiagonale von 65 Zoll und kostet 4.500 Euro (UVP). (Quelle: Samsung)

Ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl eines 4k-Fernsehers (auch Ultra HD-TV genannt) ist die Displaygröße. Grundsätzlich werden die Geräte eher mit größeren Diagonalen angeboten, die Hersteller starten ihre 4k-Serien oft erst mit Geräten bei 65 Zoll. Deshalb gilt: Beim Kauf berücksichtigen, dass das Wohnzimmer entsprechend Platz bietet. Nicht jeder möchte schließlich, dass der Fernseher einen großen Teil der Wand abdeckt.

Der Grund für die üppigen Displaygrößen dürfte in der Überzeugung der Hersteller liegen, dass sich erst auf diesen Anzeigen die Qualität der hohen Auflösung bemerkbar macht. Für die Konsumenten hat die Displaygröße aber auch einen Vorteil: Der optimale Betrachtungsabstand ist geringer als bei derzeit üblichen Full-HD-Displays. Die Couch kann also prinzipiell näher an den Bildschirm rücken.

Der optimale Sitzabstand

Das liegt an der hohen Auflösung - störende Pixel erkennt man erst, wenn man sehr nah an den Fernseher heranrückt. Ein Faktor, mit dem sich der minimale Betrachtungsabstand berechnen lässt, gibt es aber nicht. Ein guter Anhaltspunkt ist der Umrechnungsfaktor, der auch für Full HD-Geräte gilt: Das Produkt aus Bildschirmdiagonale in Zentimeter und dem Faktor 1,5 ergibt den optimalen Abstand zum Bild.

Ein Rechenbeispiel: Bei einem 65 Zoll-Gerät parkt man am seine Couch am besten rund 2,45 Meter entfernt vom TV-Gerät. Oder vom Sitzabstand aus betrachtet: Wer das Sofa in drei Metern Entfernung zum 4k-Display aufstellen will, kann schon zu einem Gerät mit 85 Zoll (214 Zentimeter) greifen. Wer Inhalte in 4k schaut, kann auch jederzeit näher heranrücken. Allerdings erscheinen SD-Inhalte dann möglicherweise "pixelig". Um ein unnötiges Vor- und Zurückschieben der Couch zu vermeiden, sollte man am Faktor 1,5 festhalten.

Scharfe Eindrücke: UHD-Fernseher im Überblick

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Die Bildschirmdiagonale dieses Philips 4k-TV aus der 9000er-Serie misst 65 Zoll. Ambilight, ein Umgebungslicht an drei Seiten des Fernsehers, ist integriert. Der Preis für den Ultra HD liegt bei rund 2.800 Euro.

Upscaling-Funktion

Den Bildeindruck, den die scharfen Bilder hinterlassen, sollte man beim Elektronikhändler seiner Wahl überprüfen. Das gilt auch für die Fähigkeit der Ultra-HD-Geräte, alle Qualitätsbilder auf die neue Auflösung umzurechnen. Besonders günstigere 4k-Fernseher schneiden hier meistens schlecht ab. Beim Elektronikhändler der Wahl sollte man sich sowohl Fernsehsender in der Praxis anschauen als auch Blu-ray-Discs, deren Inhalte per Upscaling an Ultra HD angepasst werden. Eine optimale Überprüfung ist aber im Shop oft nicht möglich, so dass man auch Testergebnisse zu Rate ziehen sollte.

HDMI-Standard

Wichtig ist auch, darauf zu achten, wie die scharfen Bilder dargestellt werden - ob es etwa zu Bildwacklern kommt. Denn ein Nadelöhr könnte der verwendete HDMI-Standard sein, der in der aktuellen Fassung nicht die volle Bildfrequenz künftiger Ultra HD-Inhalte unterstützt. Deshalb sollte man darauf achten, dass HDMI in der Fassung 2.0 zum Einsatz kommt. Nur über HDMI 2.0 werden Bilder mit einer Wiederholfrequenz von 60 Kilohertz übertragen. Ansonsten muss man mit einer Frequenz von 30 Bildern pro Sekunde Vorlieb nehmen.

Kopierschutz HDCP

Im Sony X9 will der Hersteller das Sounderlebnis optimiert haben. Dafür sorgen verbesserte Lautsprecher am den Displayrändern. Ab 3.000 Euro sind die Fernseher der Serie erhältlich, beginnend mit einem 55 Zoll-Modell. Zu haben sind auch 65- und 79-Zoll-Geräte. (Quelle: Sony)

Ein weiterer Knackpunkt ist der an die HDMI-Schnittstelle gekoppelte Kopierschutzstandard HDCP (High-bandwith Digital Content Protection). Wer Ultra HD-Inhalte auch in Zukunft abspielen will - egal, ob von einem Media Player oder von Blu-ray-Discs - sollte auf eine Unterstützung für den Standard HDCP in der Fassung 2.2 achten. Denn 4k-Filme finden ihren Weg wahrscheinlich nicht auf das TV-Gerät, wenn noch eine alte HDCP-Version am HDMI-Anschluss zum Einsatz kommt.

Codec-Unterstützung

Die mit Ultra HD einhergehende Erhöhung der zu übertragenden Datenmenge soll durch neue Kompressionsverfahren gelöst werden. Derzeit aktuell ist der Codec H.264. Für den Empfang von TV-Inhalten, aber auch für Video on Demand-Lösungen dürfte sich aber die Weiterentwicklung HEVC (H.265) durchsetzen. Auch hier gilt es auf eine entsprechende Unterstützung beim Kauf zu achten. Sollte der Fernseher nicht HEVC-kompatibel sein, kann man dies oftmals mit einem Media Player nachrüsten. Wichtig: HDMI 2.0 und HDCP 2.2 sollten dann sowohl das externe Gerät als auch der Fernseher unterstützen. Sonst bleibt der Bildschirm schwarz.

Videostreaming-Anbieter Netflix: Inhalte gibt es auch in Ultra HD. (Quelle: Screenshot)

Inhalte

Der schärfste Fernseher lohnt sich nicht, wenn seine Darstellungskraft nicht ausgenutzt wird. Nur wo kommen die Inhalte her? TV-Sender haben gerade erst den HD-Sprung hinter sich, bis auf Demo-Schaltungen ist dort aktuell in Sachen 4k nichts zu erwarten. Videostreaming-Anbieter wie Netflix sind deshalb die erste Wahl als Quellenlieferanten hochauflösender Videoinhalte. Fürs Streaming von Ultra HD per Netflix ist aber ein Tarif für den Empfang auf bis zu vier Geräten für rund 12 Euro monatlich nötig. Aber Vorsicht: Nicht alle 4k-Fernseher können Netflix-Inhalte in 4k darstellen. Auf der Seite des Videostreaming-Anbieters gibt es deshalb eine Liste mit unterstützten Modellen.

Netflix wird nicht der einzige Anbieter sein, der auf 4k setzt: Amazon hat schon angekündigt, über Prime Instant Video künftig in Ultrahochauflösung zu streamen. Eine weitere Ultra HD-Quelle ist also in Sicht.

Preis und Fazit

Zu guter Letzt sind die Kosten ausschlaggebend: Die Preise für Ultra HD-Fernseher sind zwar merklich gesunken, aber günstige Modelle um die 1.000 Euro sind derzeit nicht zu empfehlen. Interessierte an einem 4k-Fernseher müssen für gute Modelle mit 55 Zoll- oder 65 Zoll-Display derzeit ab rund 3.000 Euro ausgeben. Wer noch einen guten Full HD-TV hat, sollte aber besser warten: Die Preise dürften jährlich sinken und die technischen Probleme nach und nach gelöst werden.

Mehr zum Thema Ultra HD lest ihr hier auf netzwelt.

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Kaufberatung: Was bringt ein 4k-Fernseher?
Kaufberatung: Was bringt ein 4k-Fernseher?
TV-Geräte mit der hohen Auflösung sind vergleichsweise teuer. Aber neben den Kosten gibt es noch andere Aspekte, auf die man beim Kauf achten sollte.
http://www.netzwelt.de/news/94923-kaufberatung-bringt-ultra-hd-fernseher.html
2014-11-20 16:40:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw1180_sh885_sx10_sy0_sr4x3_nu0/picture/original/2014/11/gekruemmte-displays-fernseher-mehr-tiefenwirkung-sorgen-hu8590-samsung-besitzt-bildschirmdiagonale-65-zoll-kostet-4500-euro-uvp-147265.jpeg
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