4K kurz erklärt

Netzwelt-Wissen: Der Ultra HD-Standard

Fernseher mit enorm hoher Auflösung sind gerade das Trendthema in der Unterhaltungselektronik. Dabei versuchen die Hersteller ihre Geräte mit dem Label Ultra HD oder auch 4K zu vermarkten. Was steckt dahinter?

?
?

Samsungs Ultra HD-Flaggschiff: Der Fernseher besitzt eine Diagonale von rund 2,80 Meter. (Bild: Samsung)
Samsungs Ultra-HD-Flaggschiff: Der Fernseher besitzt eine Diagonale von rund 2,80 Meter. (Bild: Samsung)

Die Begriffe 4K oder auch Ultra HD stehen für ein digitales, hochauflösendes Videoformat. Sony benutzte die Bezeichnung 4K für die sehr scharfen Bilder, weil die horizontale Auflösung annähernd 4.000 Pixel beträgt. Toshiba, eines der ersten Unternehmen, das einen Fernseher mit höherer Auflösung als Full HD vorstellte, wählte die Bezeichnung Quad Full HD. LG schließlich verwendete den Ausdruck Ultra Definition (UD).

Werbung

Dann gab es im Mai einen Lichtblick im Begriffsdschungel: Die Internationale Telekommunikationsunion (ITU) verabschiedete den Standard UHDTV, was für Ultra High Definition Television steht. Gemeint sind Auflösungen von 3.840 x 2.160 Bildpunkten, also jener Auflösung, die vorher auch unter dem Namen 4K kursierte. Gleichzeitig fasst die ITU darunter aber Auflösungen von 7.680 x 4.320 Bildpunkten, sie werden auch als 8K-Auflösung bezeichnet und spielen derzeit noch keine so große Rolle wie 4K. UHDTV mit 8K bedeutet eine im Vergleich zu Full HD 16mal so hohe Auflösung, 4K eine viermal so hohe Auflösung.

Sony behält 4K-Bezeichnung bei

Einen weiteren Schritt zur Vereinheitlichung gab es im letzten Jahr kurz nach der IFA: Die Consumer Electronics Association (CEA), der Veranstalter der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, teilte mit, dass Geräte mit über acht Millionen Megapixeln fortan nur noch die Bezeichnung Ultra HD tragen sollten. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass das neue Format höherwertig anzusiedeln ist gegenüber herkömmlichen Full-HD-Auflösungen.

Als Mindestanforderungen gelten demnach eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln und ein Bildformat von 16:9. Weitere Voraussetzung ist ein digitaler Videoeingang, der für die Wiedergabe von 4K-Inhalten verantwortlich ist, aber auch in der Lage sein soll, die Bilder in der nativen Auflösung wiederzugeben. Sony kündigte jedoch direkt nach Ankündigung der CEA an, den Zusatz 4K beizubehalten, sodass der Hersteller seine ultrahochauflösenden TV-Geräte jetzt 4K Ultra High-Definition nennt.

Umrechnung ins Ultra-HD-Format

Die native Wiedergabe von Ultra-HD-Inhalten ist - zusätzlich zum dem Umstand, dass es derzeit kaum echte Quellen für die ultrahochauflösenden Filme gibt - ein echtes Problem. Das hat damit zu tun, dass der für die Übertragung zuständige HDMI-Anschluss meist nicht mit 4K-Inhalten umgehen kann, weil die Hersteller bei der Umsetzung des HDMI-Standard 1.4 darauf verzichteten.

Die fehlenden Inhalte und das Anschlussproblem umgehen die Hersteller derzeit mit Umrechnungen von 1.080p oder anderen Auflösungen in den Ultra HD-Bereich. Über die genauen Berechnungsalgorithmen ist wenig bekannt, es handelt sich aber häufig nicht nur um eine einfache Pixeladdition, sondern um ein komplexes Auflösungsrecycling, das freilich nur funktioniert, wenn eine Aufnahme vorliegt, aus der man mehr Bildinformationen schöpfen kann, als komprimiert in Full HD vorliegt. Wie sich die Umrechnung in der Praxis schlägt, werden erste Testergebnisse zeigen.

Mehr zum Thema »