Retrospektiver Rundumschlag

Retro City Rampage: Im Kurztest

Mit seiner auf 8-Bit getrimmten GTA-Hommage Retro City Rampage erfüllt Indie-Programmierer Brian Provinciano altgedienten Pixel-Zockern gleich mehrere Träume auf einmal: Das für die Download-Domänen von PC, Xbox 360, PS3, Wii und PS Vita veröffentlichte Action-Adventure ist ein satirischer Rundumschlag durch die Popkultur der 70er-, 80er- und 90er-Jahre.

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Retro City Rampage - PlayStation 3 und Vita Launch Trailer: Wer sich häufig in Gedanken in die gute alte 8-Bit-Ära zurückwünscht und "Retro" für die gelungenste Art hält, ein Spiel zu machen, der wird bei diesem Trailer freudig in die Hände klatschen. Retro City Rampage ist praktisch der Inbegriff von Nostalgie und zeigt dem Spieler von heute die Grafik von damals. Zusammen mit einem packenden Spielerlebnis, auf der PlayStation 3 und der Vita. Zum Video: Retro City Rampage - PlayStation 3 und Vita Launch Trailer

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Schrill
  2. 2Fazit
  3. 3Datenblatt
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Verstaubte-TV-Soaps, schräge Filmklassiker wie Bill und Teds fantastische Reise durch die Zeit und Zurück in die Zukunft oder antike Kultspiele à la Frogger, Mission Impossible und Sonic: Für seine Pixel-Satire Retro City Rampage war dem Indie-Entwickler Brian Provinciano (Jamestown) nichts heilig. Vor zehn Jahren entschied sich der passionierte Bastler dafür, sein Lieblingsspiel GTA 3 für Nintendos 8-Bit-NES als 2D-Spiel zu rekonstruieren. Erst als das Projekt in der Indie-Szene auf immer mehr Interesse stieß, wurde das Ganze zum eigenständigen Titel: Geübte Pixel-Grafiker und auf piepsige Musik spezialisierte Digi-Barden stießen hinzu, um der chaotischen Retro-Metropole professionellen Schliff zu verpassen.

Schrill

Das Ergebnis ist ein schrilles Sammelsurium aus Anspielungen und popkulturellen Zitaten, die zwar in den wenigsten Momenten pointierte Satire, aber immerhin Unterhaltung zum Schmunzeln bietet. Was Provinciano an humoristischem Talent fehlt, das macht er durch seine Kenntnisse um in Ehren gealterte Spiele und einen astronomisch hohen Nerd-Faktor wieder wett: Wer wie der Macher während der 80er-Jahre in Heimcomputer- und Konsolen-Fantasien schwelgte, stapelweise VHS-Filme konsumierte und den Rätseln in The Secret of Monkey Island mehr Aufmerksamkeit schenkte als dem Mathe-Buch, der freut sich über einen regelrechten Ansturm aus schrägen Gastauftritten, Seitenhieben und ungenierter Abkupferei. Wer schon immer im Auftrag von Doc Brown (Zurück in die Zukunft) ein Donkey Kong-Mobil aus den Fängen von Doktor Robotnik befreien wollte, während er durch die GTA-City rüpelt, rast und ballert, der ist hier genau richtig.

Ohne Vorkenntnisse mutet die auf Oldie getrimmte Material- und Massenschlacht eher sinnbefreit an: Abgesehen von Anspielungen auf einige modernere Filme (Dark Knight) hat Retro City Rampage bestenfalls den charmanten Pixel-Look und eine angenehm unkomplizierte Steuerung zu bieten. Obwohl Provinciano nicht müde wurde, seine satirische Metropole auch mit moderneren Spielelementen zu pflastern, fehlt dem putzig-brutalen Scharmützel ohne tieferes Verständnis der zugrundeliegenden Vorlagen die wichtigste Motivationsschraube.

Das verbrecherische Alter Ego des Spielers weiß nicht nur, wie man ballert und tüchtig Gummi gibt, es darf außerdem aus der Deckung heraus schießen, über Hindernisse hinweg hupfen, seine Widersacher aus dem Sprung heraus zerstampfen und auch mal mit dem Jetpack durch die Luft zischen. Zuweilen greift der Spieler wie Nintendo-Held Link auch zu Schwert und Schild.

Ein gekonnter Open-World-Designer hätte diese Elemente in eine herrlich verschachtelte Sandbox verwandelt, in der man experimentieren, forschen und sich nach Herzenslust austoben kann. Bei Provinciano dagegen werden diese Elemente durch kein überbordendes Designkonzept, sondern allein durch die nerdige Rahmenhandlung zusammengehalten. Die spärlich gesäten Bonus-Missionen bereichern das Spiel eher um zusätzliche Gags denn spielerischen Nutzen.

Retro City Rampage: Im Kurztest

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Fazit

Wer Humor und Story versteht, der wird sich für einige Stunden an den konkurrenzlos liebevoll gepixelten Figürchen und den schmissigen Digi-Themen aus dem Autoradio ergötzen, während man nach Herzenslust die Stadt unsicher macht. Doch Retro-Ignoranten können sich den Kauf sparen, denn Retro City Rampage ist trotz der ähnlichen Präsentation kein Pixel-GTA, sondern ein wildes Pop-Zitat-Festival.

Weitere Spieletests finden Sie hier.

Datenblatt

Retro City Rampage
SpielnameRetro City Rampage
HerstellerVblank Entertainment
VertriebD3Publisher of America
GenreAction-Adventure
Erhältlich ab02.01.2013
Preisca. 10 Euro
EAN Code1234567890123
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 16 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikmangelhaft
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemXbox 360
SystemPlayStation3

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