Gelenkig: Lenovo IdeaPad Yoga 13 im Test

Ergonomie, Tastatur, Motion Control

Die insgesamt 85 Tastaturtasten bieten den Fingern genügend Raum und sind leicht zum Nutzer geneigt. Ausnahmen sind die Return- und Backspace-Tasten, die kleiner als gewohnt ausfallen. Damit lässt es sich im Alltag aber leben. Der Druckpunkt könnte nach dem Geschmack von netzwelt jedoch deutlicher ausfallen. Bei kräftigem Druck gibt die Tastatureinheit merklich nach. Leider sind die Tasten auch nicht beleuchtet - für manche Nutzer ein handfestes K.O.-Kriterium.

Das Touchpad mit einer Diagonalen von vergleichsweise üppigen 12,4 Zentimetern ist mit einem matten Lack überzogen, der gute Gleiteigenschaften liefert. Das Touchpad unterstützt die gängigen Multitouch-Gesten wie das Vergrößern und Verkleinern oder das Blättern mithilfe von zwei Fingern. Wie die meisten aktuell verbauten Trackpads bietet es keine physikalische Abgrenzung zwischen linker und rechter Maustaste. Lediglich ein aufgetragener Strich separiert die Schaltflächen voneinander.

Als nett gemeintes Gimmick ist die von Lenovo installierte "Motion Control"-Software zu verstehen. Diese schaltet bei kompatiblen Programmen wie dem Windows Media Player oder Microsoft Office auf Wunsch automatisch die Yoga-Webcam ein und nimmt rudimentäre Steuerungsbefehle der Hand entgegen. In der Theorie soll der Nutzer so berührungslos etwa durch Dokumente blättern oder das nächste Lied einer Wiedergabeliste ansteuern können. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell: Hier besteht noch Verbesserungspotential.

Die "360-Grad-Scharniere" übernehmen die Hauptrolle am IdeaPad Yoga. Im Test hinterlassen sie einen soliden Eindruck. (Bild: netzwelt)
Die "360-Grad-Scharniere" übernehmen die Hauptrolle am IdeaPad Yoga. Im Test hinterlassen sie einen soliden Eindruck. (Bild: netzwelt)
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Leistung und Akkulaufzeit

Für die von netzwelt getestete Konfiguration gibt Windows 8 einen Leistungsindex von 4,7 an. Das Benchmark-Tool Cinebench 11,5 gibt nach dem OpenGL-Test einen Wert von 12,74 Bildern in der Sekunde aus. Nach absolviertem CPU-Test sind es 2,24 Punkte - typische Werte für eine Core i5-Konfiguration.

Damit dürfte auch klar sein, was das Yoga nicht kann: die neuesten Spiele auf den höchsten Einstellungen spielen zum Beispiel. Dafür ist bereits die interne Intel-Grafiklösung zu schwach auf der Brust. Auch bei Programmen wie Photoshop, die dem Ultrabook viel Rechenkraft abverlangen, dürfen Nutzer keine Geschwindigkeitsrekorde erwarten. Für die typischen Alltagsaufgaben wie Surfen im Netz, Office oder HD-Videowiedergabe ist es aber sehr gut bestückt. 

Im Akkutest von netzwelt erreichte das IdeaPad typische Ultrabook-Werte. Im reinen Officebetrieb (Bildschirmhelligkeit im oberen Drittel, Funkverbindungen deaktiviert, Windows-Profil ausgewogen) verlangte das Notebook nach etwas weniger als fünf Stunden nach einer Steckdose. Wer es drauf ankommen lässt, WLAN und Bluetooth aktiviert und die Bildschirmhelligkeit auf das Maximum setzt, kann sich aber auch schon deutlich früher nach einer Stromquelle umsehen. Die von Lenovo versprochene Laufzeit von bis zu acht Stunden konnte netzwelt in keinem Szenario erreichen.

Mach mir das Zelt: In diesem Modus lässt sich das Yoga zum Beispiel als zusätzliches Display auf dem Schreibtisch nutzen. (Bild: netzwelt)
Mach mir das Zelt: In diesem Modus lässt sich das Yoga zum Beispiel als zusätzliches Display auf dem Schreibtisch nutzen. (Bild: netzwelt)

Umwelt

Leider lässt sich der Akku nicht vom Nutzer entfernen und auch sonst ist es um die Erweiterbarkeit der Komponenten leider schlecht bestellt. Allzu viel Positives gibt es auch über die Lautstärke der integrierten Lüfter nicht zu vermelden. Selbst bei geringer Last treten diese in Erscheinung und könnten empfindliche Ohren in ansonsten ruhigen Arbeitsumgebungen bereits stören. Dafür schaufeln sie die Abluft aber auch im Stresstest zuverlässig und leiser als bei anderen Ultrabooks ins Freie. 

Fazit

Wer noch keinen Tablet-PC hat und gleichzeitig auf der Suche nach einem neuen Laptop ist, sollte definitiv einen Blick auf das IdeaPad Yoga werfen. Es lässt sich als ganz normales Notebook einsetzen und wird im Bedarfsfall zum Tablet-PC. Die übrigen Modi sind nette Zugaben. Vor allem aber die Tatsache, dass Lenovo es mithilfe der 360-Grad-Scharniere geschafft hat, aufwendige aber im Alltag oft störende Slider- oder Dreh-Konstruktionen zu umgehen, verdient Anerkennung.

Das alles wird jedoch mit einem im Vergleich zur Ultrabook-Konkurrenz etwas höheren Gewicht und auch durch einen höheren Einstiegspreis erkauft. Schade ist auch, dass die Tastatur keine Hintergundbeleuchtung bietet und Lenovo seinem Sprössling lediglich zwei USB-Schnittstellen spendiert. Wenn das nicht stört, kann man beim IdeaPad Yoga bedenkenlos zugreifen.

Als Alternative bieten sich etwa das Dell XPS 12 oder das Toshiba Satellite U920t an. Lenovo selbst bietet das IdeaPad Yoga zudem in einer Variante mit kleinerem Display und Windows RT als Betriebssystem an. Zudem plant der Hersteller eine elf Zoll große Version des Yoga mit Windows 8.

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