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Sky Wifi Smartpen von Livescribe im Test
Digital und doch Papier-abhängig

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Der Sky Wifi Smartpen von Livescribe eignet sich für das digitale Erfassen von handschriftlichen Notizen. Die Evernote-Anbindung sorgt zudem dafür, dass die persönlichen Memos immer griffbereit sind. Wie sich der handliche Sekretär in der Praxis schlägt, zeigt der Test.

Der Sky Wifi Smartpen von Livescribe hat seinem Vorgänger Echo vor allem die WLAN-Konnektivität und Evernote-Anbindung voraus. Die Abhängigkeit vom Livescribe-Papier ist jedoch geblieben. Wie sich der Stift beim Digitalisieren von handschriftlichen Notizen und plattformübergreifenden Synchronisieren von Audio-Aufnahmen schlägt, zeigt der Test.

Von außen lässt sich der Unterschied zwischen dem Sky Wifi Smartpen von Livescribe und seinem Vorgänger Echo lediglich an der unterschiedlichen Farbe der Stiftspitze erkennen. Diese ist nun glänzend grau anstatt schwarz.

Ansonsten wirken Design und Verarbeitung erst einmal identisch - solide, aber nicht besonders aufregend. Der Stift liegt beim Schreiben gut in der Hand und wird auch bei längeren Texten nicht zu schwer. Genau wie sein Vorgänger kann Sky zum Schreiben und gleichzeitigen Digitalisieren von handschriftlichen Notizen verwendet werden. Zentrales Medium hierfür ist das mitgelieferte Notizbuch. Auf anderem Papier ist der Stift nicht zu gebrauchen.

Notizblock-abhängig

Dies liegt an der Art und Weise, wie der Stift Schrift erfasst. Die integrierte Infrarot-Kamera schießt 75 Bilder pro Sekunde und speichert so die Koordinaten der individuellen Schriftführung. Zwingend erforderlich ist hierfür das Punkte-Raster des mitgelieferten Dot Paper-Notizblocks von Livescribe. Im Test funktionierte die Schrifterkennung insgesamt sehr gut. Nutzer müssen allerdings auf eine flache Unterfläche beim Schreiben achten, wölbt sich das Papier, gelingt die Schrifterkennung nur schlecht.

Es ist zudem nicht möglich, den Stift einfach nur über ein Bild zu halten und zu erwarten, dass er die Auswahl automatisch digital abbildet. Nur selbstgeschriebene oder gezeichnete Dinge werden gespeichert.

Ist das Papier aufgebraucht, können Nutzer sich entweder Nachschub ausdrucken oder einen neuen Block - im Netz ab 17 Euro - kaufen. Für den privaten Ausdruck muss der Drucker jedoch auch geeignet sein. Die Voraussetzungen, die Livescribe dafür stellt, finden Sie hier. Im Test reagierte der Smartpen auf dem Punkte-Papier Marke Eigendruck etwas behebiger. Außerdem traten in der digitalisierten Schrift Fehler auf, die Sätze unleserlich machten.

Sky Wifi Smartpen von Livescribe im Test

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Die Datenübertragung gelingt beim neuen Smartpen von Livescribe über WLAN. (Bild: netzwelt)

Audio-Aufnahmen

Wie der Echo besitzt auch der Sky ein Mikrofon und je nach Ausstattung zwei oder acht Gigabyte Speicherkapazität, um Meetings oder Vorlesungen nicht nur schriftlich, sondern auch mit Ton festzuhalten. Wenn gewünscht können die Aufnahmen auch durch Antippen des zugehörigen Texts über die eingebauten Lautsprecher wiedergegeben werden.

Im Test erwies sich die Aufnahmequalität als zufriedenstellend. Zwischen den einzelnen Modi wie Vortrags- und Konferenzraum waren allerdings keine gravierenden Unterschiede festzustellen. Personen, die den Stift zur Aufnahme von Vorlesungen nutzen möchten, sollten möglichst in unmittelbarer Nähe zum Rednerpult sitzen.

Synchronisierung über WLAN

Einer der wesentlichen Vorteile des Sky Wifi Smartpen ist das eingebaute WLAN-Modul, das sich mit jedem 2,4-Gigahertz-Netzwerk (802.11 b/g/n) verbinden kann. Lediglich Netzwerke, bei denen eine Webseite als Login-Portal genutzt werden muss, sind ausgenommen.

So lassen sich die aufgezeichneten Daten unkompliziert übertragen. Wahrlich eine Erleichterung zum Vorgänger, der noch über USB-Kabel von seiner Speicherlast befreit werden musste. Auch diese Option steht jedoch weiterhin zur Verfügung.

In der Praxis gelang die kabellose Übertragung tadellos und vollautomatisch - auch bei niedrigem Batteriestand. Sobald der Nutzer den Stift einige Minuten aus der Hand legt, beginnt dieser die Synchronisierung. Diese kann je nach Datenmenge etwas länger dauern. Aber keine Angst, auch wenn Sie während des Transfers etwas schreiben oder aufnehmen wollen, speichert der Smartpen. Besteht keine Internetverbindung, überträgt das Gerät die Daten, sobald WLAN verfügbar ist.

Anbindung an Evernote

Bereits während der Einrichtung des Smartpen wird der Nutzer dazu aufgefordert, sich ein Evernote-Konto zuzulegen. In dieses synchronisiert der Stift alles Aufgenommene automatisch. Eine sinnvolle Erweiterung. Livescribe steuert zusätzliche 500 Megabyte Speicherkapazität für Smartpen-Nutzer hinzu.

Durch den Cloud-Dienst wird das Synchronisieren von angefertigten Notizen und dazugehörigen Audiodateien kinderleicht. Nutzern stehen Desktop-Clienten für PC und Mac, eine Browser-Version genauso wie Apps für Android und iOS zur Verfügung, um praktisch von überall auf ihre Daten zuzugreifen. Praktisch sind die sogenannten Pencasts. Öffnen Nutzer eine Notiz in Evernote, bei der sie gleichzeitig geschrieben und eine Audio-Aufnahme vorgenommen haben, können sie die Entstehung des Dokuments noch einmal in Bild und Ton nachverfolgen. Von Evernote aus lassen sich Notizen zudem auch weiterverbreiten - über Dropbox oder auch E-Mail.

Was fehlt, ist die Möglichkeit, handschriftliche Notizen in einen Schriftfont umzuwandeln. Handgeschriebenes bleibt also Handgeschriebenes. Bearbeiten lassen sich die Dokumente in Evernote nicht. Wer auf Basis seiner Handzettel also andere Dokumente erstellen will, muss trotz der Digitalisierung abtippen. Der Hersteller arbeitet jedoch bereits an einer Lösung dieses Problems. In naher Zukunft soll die MyScript-Software, die noch mit dem Vorgänger Echo funktionierte, auch mit dem Sky Wifi Smartpen kompatibel sein.

Bedienung mit Papier

Die Steuerung wie auch die Menü-Navigation des Stifts gelingt durch das Berühren von Symbolen im mitgelieferten Notizblock mit der Stiftspitze. Auf der ersten Seite des Blocks befindet sich beispielsweise eine aufgedruckte Tastatur, die der Anwender zur Eingabe des WLAN-Passworts nutzt. Für weniger grundlegende Einstellungen ist sich der Stift aber zum Glück auch selbst genug.

Die Steuerung über die vorgefertigten Symbole im Notizblock ist jedoch sehr viel schneller. Das von Livescribe vorgegebene Papier ist also essentiell für die Verwendung des Stifts und sollte pfleglich behandelt werden. Schmutz oder wässrige Unfälle können den Block schnell ruinieren.

Notizblockverwaltung

Kompliziert mutet zudem die Verwaltung von mehreren Notizbüchern an. Wer mehrere Blöcke parallel verwenden will, muss darauf achten, dass die Produkte unterschiedlich nummeriert sind. Wenn nicht, ordnet der Stift alle Notizen demselben Buch zu. Ärgerlich wenn ein Nutzer beispielsweise private und berufliche Notizen voneinander trennen will.

Irgendwann dürften zudem alle Alternativen aufgebraucht sein. Dann muss der Anwender ein Buch mit einer Nummer wählen, die er schon hatte, was ein Überschreiben der alten Notizen nach sich zieht. Der Hersteller empfiehlt in diesem Fall, das alte Notizbuch zu archivieren. Zum Testzeitpunkt stand diese Funktion aber noch nicht zur Verfügung.

Extras

Ein nettes Extra sind die Anwendungen des Smartpen. So ist beispielsweise ein Taschenrechner in den Stift integriert, der einfache vom Nutzer geschriebene Rechnungen löst. Im mitgelieferten Block befinden sich auf der letzten Seite zudem Symbole, die den Stift zu einem vollfunktionsfähigen Taschenrechner machen. Klickt der Nutzer auf die einzelnen Zahlen und Funktionen, beginnt der Stift zu rechnen.

Auch Musik lässt sich mit dem Stift machen. Hierfür malt der Anwender einfach Klaviertasten in sein Notizbuch und fängt an zu spielen. Der Ton wird über den eingebauten Lautsprecher des Stifts wiedergegeben. Eine lustige Funktion - aufgrund des eingeschränkten Tonumfangs aber nicht ernstzunehmen.

Fazit

Der Sky Wifi Smartpen funktionierte im Test reibungslos. Die Digitalisierung von Notizen genauso wie die Audio-Aufnahmen gelangen ohne Lücken und auch die Synchronisierung mit Evernote läuft einwandfrei. Einziger Wermutstropfen: die Fesselung an das Livescribe-Punkte-Papier, um das Nutzer nicht herumkommen.

Die 189,90 Euro, die Livescribe für das 2-Gigabyte-Modell vorsieht (im Netz ab 174 Euro) sollten vor dem Kauf jedoch noch einmal zum Nachdenken anregen. Interessenten müssen sich darüber im Klaren sein, was sie von dem Stift alles nicht bekommen. Außerdem gibt es günstigere Alternativen: So lassen sich Audioaufnahmen auch einfach mit dem Handy erledigen und handschriftliche Notizen abfotografieren, um sie dann ebenfalls mit Evernote oder einem vergleichbaren Dienst zu synchronisieren. Das Ergebnis ist im Grunde das gleiche.

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http://www.netzwelt.de/news/94864-sky-wifi-smartpen-livescribe-test.html
2013-01-11 17:46:10
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/smartphones-windows-phone-7-dual-core-prozessoren-lte-unterstuetzung-geben-bild-screenshot8899.jpg
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