Klischee trifft auf Soziales Netzwerk

Verkehrte Netzwelt: Facebook auf gut Deutsch

Wie würde Facebook eigentlich aussehen, wenn es in Deutschland erfunden worden wäre? Gäbe es dann auch einen "Gefällt mir"-Button? Würde das deutsche Facebook uns auch jeden Morgen mit "Wie fühlst du dich?" begrüßen? Sicher ist nur: Im deutschen Facebook gäbe es nicht nur "Freunde".

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Das soziale Netzwerk Facebook wirkt manchmal wie die deutsche Niederlassung einer kalifornischen Wellness-Sekte. (Bild: netzwelt)
Das soziale Netzwerk Facebook wirkt manchmal wie die deutsche Niederlassung einer kalifornischen Wellness-Sekte. (Bild: netzwelt)
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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Bekannte und Freunde
  2. 2Differenziertes Wohlwollen
  3. 3Die Feinde im Netzwerk
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Dieser amerikanisierende Jargon in Facebook geht einem zuweilen ganz schön auf die Nerven. Kein Wunder: Was der Betreiber des Sozialen Netzwerks seinen Kunden zu sagen hat, ist halt alles mehr oder weniger gut aus dem amerikanischen Englisch übersetzt.

Das beginnt schon mit der seltsam uneleganten Formulierung auf der Startseite: "Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen." Hätte ein Deutscher oder eine Deutsche sich Facebook ausgedacht, und dann eine Kurzbeschreibung für die Startseite geschrieben, würde das wahrscheinlich anders klingen. Vielleicht: "Hier kannst du mit anderen Menschen Kontakt aufnehmen und Gedanken oder auch Bilder und Videos austauschen."

Schräg finde ich es auch, wie Facebook mich auf meiner persönlichen Startseite begrüßt "Wie fühlst du dich"? Was für eine pseudo-einfühlsame und saudumme Frage. Manchmal begrüßt Facebook mich auch mit der unintelligenten Frage „Was ist los, Mehmet?" Was soll schon los sein?

Überhaupt, wenn ein Deutscher oder eine Deutsche sich Facebook ausgedacht hätten, dann würde dieses soziale Netzwerk ganz anders aussehen. Facebook würde dann wahrscheinlich "Alle meine Freunde" heißen und wäre eine Art digitales Freunde-Album, so wie es unsere Kinder aus Kindergarten und Grundschule kennen. Wo jeder ein Foto von sich einklebt, seinen Lieblingsspruch aufschreibt, sein Lieblingsessen, seine Hobbys und seinen Lieblingsstar notiert. Nicht zu vergessen, das Lieblingstier. So gesehen, hat auch das Original-Facebook eine große Ähnlichkeit mit dem "Meine Freunde"-Album eines Grundschülers.


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