Android-Spielspaß für 150 Euro

Günstiger Gamer: Archos GamePad im Test

Gerade einmal 150 Euro verlangt Archos für das GamePad, ein Android-Tablet mit spieltauglichen Knöpfen. Die Erwartungen an den potentiellen PS Vita- und 3DS-Konkurrenten sind hoch, zumal das Gerät nicht nur Spielekonsole, sondern auch ganz normales 7-Zoll-Tablet sein soll. Im Test bereitet aber die Summe an Unzulänglichkeiten dem GamePad Probleme.

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Archos GamePad im Test: Mächtig viel Hardware fürs Geld: Das GamePad von Archos kostet nur 150 Euro und hat dafür einen 7-Zoll-Bildschirm, Dual-Core-Prozessor und Kamera. Besonderheit sind aber vor allem die physikalischen Tasten, mit denen vor allem Gamer auf ihre Kosten kommen sollen. Im Test kommt es jedoch zu Abstürzen und weiteren Ungereimtheiten. Zum Video: Archos GamePad im Test

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Ausstattung
  2. 2Verarbeitung
  3. 3Steuerung
  4. 4Ergonomie
  5. 5Display
  6. 6Leistung
  7. 7Mapping Tool
  8. 8Fazit

Mit Spannung wurde die Veröffentlichung des Archos GamePad erwartet. Und was der französische Hersteller auf die Beine gestellt hat, gefällt zunächst. Auf den zweiten Blick sind jedoch auch die ersten Rotstift-Einschränkungen erkennbar. Das ist angesichts des sehr niedrigen Preises nachvollziehbar. Kaum ein Hersteller kann es sich leisten, wie Amazon oder Google seine Produkte fast zum Selbstkostenpreis anzubieten.

Viel drin für wenig Geld: Für 150 Euro bekommt man bei Archos jede Menge Hardware. (Bild: netzwelt)
Viel drin für wenig Geld: Für 150 Euro bekommt man bei Archos jede Menge Hardware. (Bild: netzwelt)
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Ausstattung

Nach dem Auspacken präsentiert sich das GamePad positiv. Neben den Hardware-Buttons, dem Alleinstellungsmerkmal des GamePads, fällt vor allem der sieben Zoll große, kapazitive Touchscreen mit einer Auflösung von 1.024 x 600 Bildpunkten auf. Am oberen Gehäuserand verbaut Archos eine kleine Webcam. Mikrofon, Kopfhörerausgang, Speicherkartenschacht, Mini-HDMI-Ausgang und USB-Schnittstelle sind ebenfalls vorhanden. 

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Beim Prozessor vertraut Archos auf eine doppelkernige ARM Cortex A9-CPU mit einer Taktfrequenz von 1,6 Gigahertz. Ihr zur Seite steht die bekannte Mali 400 MP-GPU sowie ein Gigabyte an Arbeitsspeicher. Der interne Speicher ist mit acht Gigabyte sehr knapp bemessen. Sechs Gigabyte stehen dem Nutzer davon im Werkszustand zu Verfügung. Auf Extras wie GPS, eine höher auflösende Hauptkamera oder eine Mobilfunk-Option müssen Käufer bislang verzichten. Auch Bluetooth-Funk fehlt dem günstigen Tablet. 

Verarbeitung

Kunststoff ist das dominierende Material am Archos GamePad, aber andere Tablet-PCs bestehen ja auch nicht aus Gold. Die Anfassqualität des GamePads ist gut, auffällige Spaltmaße sind nicht zu erkennen. Außerdem ist das nur knapp 330 Gramm schwere Testgerät besonders dünn. Mit einer Höhe von 15,4 Millimetern ist es dünner als viele andere Tablet-Computer. 

Das Gehäuse des GamePads besteht aus Kunststoff. Auf der Rückseite geben angedeutete Einbuchtungen den Fingern Halt. (Bild: netzwelt)
Das Gehäuse des GamePads besteht aus Kunststoff. Auf der Rückseite geben angedeutete Einbuchtungen den Fingern Halt. (Bild: netzwelt)

Wer es darauf anlegt, kann das gesamte Gehäuse mit etwas Druck hin und her biegen. Dann entstehen leichte Knarz-Geräusche. Um das gesamte Tablet verläuft eine Naht, dennoch lässt sich das GamePad vom Nutzer nicht öffnen. Sollte es zu einem Defekt kommen, wandert daher wahrscheinlich das gesamte Gerät in die Mülltonne. Auch der Akku lässt sich nicht austauschen.

Steuerung

Die Besonderheit am Archos GamePad sind die physikalischen Tasten zur Spielsteuerung und man fragt sich, wieso da bislang noch kein anderer Hersteller drauf gekommen ist. Nicht wenige Tablet-Besitzer spielen Spiele auf ihren Geräten - mit ein Grund, warum es mobile Spielekonsolen wie Playstation Vita oder Nintendo 3DS immer schwerer haben.

Das Archos GamePad verfügt über zwei Analog-Sticks, die jeweils an den Seiten ihren Platz finden. Darüber positioniert der Hersteller je zwei weitere Tasten (L1 und R1) sowie je eine Vierer-Anordnung weiterer Drücker. Links findet sich ein aus einzelnen, nicht miteinander verbundenen Tasten bestehendes Steuerkreuz. Hinzu kommen die bekannten "Start"- und "Select"-Drücker sowie zwei Schulterntasten. Die gesamte Anordnung der Tasten entspricht zum größten Teil der Tastenbelegung klassischer Handhelds. 

Die Druckpunkte der beiden Steuerkreuze fallen angenehm aus, jedoch sitzen die Tasten vergleichsweise lose an ihrem Platz. Die beiden Analogsticks sind nach Meinung von netzwelt verbesserungswürdig. Zum einen rutscht der Daumen auf der Kunststoffoberfläche recht schnell ab. Zum anderen sind flüssige Bewegungen, etwa das vorsichtige Gas geben bei Autorennspielen, nur mit äußerst viel Fingerspitzengefühl möglich. Die Schultertasten wiederum können keinen klaren Druckpunkt aufweisen.

Ergonomie

Trotz des großen 7-Zoll-Bildschirms liegt das Gamepad zunächst angenehm in normal großen Händen. Vor allem Steuerkreuz und Schultertasten sind gut zu erreichen. Ausbuchtungen auf der GamePad-Rückseite, die ruhig größer hätten ausfallen können, geben zusätzlichen Halt. Auch das geringe Gewicht spielt jetzt seine Vorzüge aus. Mühelos lässt sich der Archos-Handheld über Stunden in den Händen halten. 

Die Tasten des Steuerkreuz sind nicht miteinander verbunden. Die Oberfläche der Analogsticks ist recht rutschig. (Bild: netzwelt)
Die Tasten des Steuerkreuzes sind nicht miteinander verbunden. Die Oberfläche der Analogsticks ist recht rutschig. (Bild: netzwelt)

Die Analogsticks hingegen sind in der Grundposition nur mit spitzem Daumen erreichbar. Sind sie in Gebrauch, fällt es normal groß gewachsenen Fingern schwer, die Schultertasten zu erreichen. Kleine (Kinder)-Hände dürften hingegen Schwierigkeiten bekommen, sämtliche Tasten aus der Grundhaltung aus zu erreichen. 

Display

Vor allem beim Bildschirm mit einer Anzeigendiagonale von sieben Zoll (17,8 Zentimeter) merkt man dem Archos-Spielgerät an, dass sein Hersteller knapp kalkulieren musste. Das Display wirkt bereits ausgeschaltet stark fleckig. Die Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln ist prinzipiell ausreichend. Im Betrieb stört aber vor allem die starke Blickwinkelabhängigkeit. 

Blickt man von leicht schräg unten auf die Anzeige, kommt es sofort zu Farbverfälschungen und das gesamte Bild wird dunkel. Seitlich fallen die Blickwinkel zwar wesentlich größer aus, aber das ist beim Zocken kaum von wesentlichem Vorteil. Wie bei fast allen anderen Tablet-Computern spiegelt der Bildschirm zudem. Beim Surfen auf Webseiten wirkt die Darstellung wie durch einen Filter betrachtet. Weißflächen weisen einen starken graublauen Schleier auf. 

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