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Base Varia im Test
Einsteiger-Smartphone mit Dual-SIM-Funktion

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Base startet nach der Lutea-Serie eine zweite Smartphone-Reihe. Das Base Varia soll Einsteiger mit seinem günstigen Preis, Wechselcovern und der noch seltenen Dual-SIM-Funktion für sich gewinnen. Ob das gelingt, verrät der netzwelt-Test.

Auf der Suche nach einem Dual-SIM- oder einem Einsteiger-Smartphone? - Das Base Varia ist beides in einem. Doch wird das 79-Euro-Modell auch den Ansprüchen der beiden verschiedenen Zielgruppen gerecht?

Design und Verarbeitung

Base setzt anders als bei der Fertigung seiner bisherigen Geräte beim Base Varia nicht auf ZTE, sondern auf den ebenfalls chinesischen Hersteller TCL. Das Base Varia basiert dabei auf dem TCL-Modell Alcatel One Touch 918D. Die Bezeichnung prankt sogar noch auf einem Aufkleber unterhalb des Akkus. Die Verarbeitung des Modells ist solide - auch wenn das Gehäuse nur aus Plastik besteht. Die robuste Bauweise hat aber auch ihre Nachteile: Zum Lösen des Akkudeckels muss der Nutzer viel Kraft aufwenden.

Schön: Das Kunststoffgehäuse des Base Varia glänzt nicht, sondern fällt matt aus. Dadurch fallen Fingerabdrücke und andere Verunreinigungen auf dem Modell nicht so stark auf. Der Nutzer hat im Übrigen die Wahl zwischen einer schwarzen und einer weißen Rückseite. Ein entsprechendes Wechselcover liegt dem Varia bei. Doch egal für welche Farbe sich der Nutzer entscheidet, das Varia wirkt mit seinem Design im Jahr 2013 irgendwie antiquiert.

Hardware

Der Prozessor des Base Varia taktet lediglich mit 635 Megahertz, dementsprechend schwerfällig reagiert das Smartphone. Bis zum Start einer App vergeht gefühlt eine Ewigkeit und selbst Casual Games stellen das Base Varia vor Probleme: Angry Birds Star Wars ruckelt beispielsweise so stark, dass der Titel nahezu unspielbar ist. Ältere Episoden der Reihe laufen dagegen flüssiger.

Das Display des Base Varia misst 3,2 Zoll. Virtuelle Buttons und Tasten fallen daher klein aus, was die Bedienung des Smartphones nicht gerade komfortabel macht. Vor allem auf der virtuellen Tastatur vertippte sich netzwelt im Test immer wieder, hier muss sich der Nutzer beim Schreiben schon konzentrieren oder das Smartphone im Querformat halten, um die Fehlerquote zu minimieren. Der Bildschirm bietet zwar nur eine Auflösung von 480 x 320 Pixeln, die Darstellung ist dennoch ausreichend scharf um Webseiten und Co. ohne größere Anstrengungen zu lesen. Die Farben wirken aber etwas blass.

Base Varia

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Das Base Varia ist 3,2 Zoll groß. (Bild: netzwelt)

Zu bemängeln ist der geringe interne Speicher des Geräts. Er beträgt lediglich 512 Megabyte, dem Nutzer stehen davon weniger als 100 Megabyte zur Verfügung. Im Test war der Platz bereits durch die Installation von Angry Birds und Angry Birds Star Wars aufgebraucht. Erweitert werden kann der Speicher per microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte. Eine 2-Gigabyte-Karte legt Base dem Modell gleich bei. Es empfiehlt sich für den Nutzer daher, nach Möglichkeit Applikationen auf die Speicherkarte zu verschieben.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Base Varia ist befriedigend. Nebengeräusche werden gut gefiltert, jedoch klingen die Gesprächspartner etwas dumpf und sind zudem leise. Nett: Eine Status-LED informiert den Nutzer über verpasste Anrufe und Nachrichten.

Base verbaut im Varia einen wechselbaren 1.300-Milliamperestunden-Akku. Der Hersteller verspricht eine maximale Gesprächszeit von bis zu fünf Stunden. Im netzwelt-Akkutest verbrauchte das Base Varia unter Last (Spielen, Downloads bei aktivierter WLAN- und Mobilfunkverbindung sowie Display auf voller Helligkeit) binnen 30 Minuten 14 Prozentpunkte auf der Akkuanzeige. Beides sind eher durchschnittliche Werte. Im Alltag dürfte das Base Varia jeden Abend wieder an die Steckdose müssen.

Dual-SIM-Betrieb

Das Base Varia unterstützt den Dual-SIM-Betrieb. Unter dem Akku des Smartphones verbergen sich dazu zwei Mini-SIM-Karten-Schächte. Hier kann der Nutzer beispielsweise seine private und seine geschäftliche SIM-Karte einführen und ist dann auf dem Base Varia unter beiden Nummern erreichbar. Welche Karte in Schacht eins und welche in Schacht zwei eingelegt wird, ist im Prinzip egal.

Zu beachten ist jedoch: Nur der erste der beiden SIM-Kartenschächte unterstützt das schnelle Surfen über 3G-Netze, die zweite SIM-Karte geht maximal mit Edge-Geschwindigkeit ins Netz. Will der Nutzer das Base Varia mit nur einer SIM-Karte betreiben, sollte er diese also in den ersten Schacht stecken.

Unter Einstellungen > SIM-Verwaltung kann der Nutzer den Dual-SIM-Betrieb nach seinen Wünschen konfigurieren. Die Möglichkeiten sind aber begrenzt. So kann der Nutzer eine bestimmte SIM-Karte beispielsweise nicht automatisch aktivieren oder deaktiveren lassen. Will er nach Feierabend oder am Wochenende nicht unter der beruflichen Nummer erreichbar sein, muss er diese SIM-Karte stets manuell deaktivieren.

Der Nutzer muss im Menü auch eine Standard-SIM bestimmen - nicht nur für das Surfen im Internet, sondern auch für Anrufe und den Versand von SMS-Kurznachrichten. Standardmäßig ist bei allen Punkten die Karte aus dem SIM1-Schacht eingestellt. Dies macht die Handhabung des Base Varia umständlich. Denn vor jeder Nachricht oder jedem Telefonat muss der Nutzer erst die gewünschte SIM-Karte für die Aktion einstellen.

Zwar gibt es dafür im Telefon-Dialer und der Nachrichten-App Shortcuts, sodass einem der Weg in die Einstellungen erspart bleibt. Dennoch kostet es Zeit. Zwei Anruf- oder Versandbuttons, wie sie beispielsweise das Simvalley Mobile SP-40 bietet, sind da wesentlich komfortabler. Auch verpasste Anrufe lassen sich nur bedingt mit einem Klick beantworten. Ging der Anruf auf der Hauptnummer ein, ruft das Base Varia den Kontakt mit dieser zurück. Ging ein Anruf auf der Zweitnummer ein, muss der Nutzer zunächst wählen, mit welcher SIM-Karte er den Anruf beantworten will.

Auch die Status-LED lässt sich leider nicht so anpassen, dass der Nutzer an der Farbe erkennt, für welche Nummer ein Anruf eingegangen ist. Hier vergeben Base und TCL Chancen. Immerhin: Das Adressbuch lässt sich nach SIM-Karten filtern.

Multimedia

Das Base Varia weist laut Spezifikationen eine 3-Megapixel-Kamera auf, in den Einstellungen lässt sich aber auch fünf Megapixel als Auflösung wählen. Egal ob mit drei oder fünf Megapixeln: Die Bildqualität des Modells ist bescheiden. Die Fotos sind dunkel und detailarm, Farben und Konturen sind verwaschen - fast glaubt der Nutzer, er habe versehentlich einen Comic-Filter über das Bild gelegt (siehe Testfoto). Für einen Facebook-Schnappschuss ist das Base Varia zu gebrauchen, für mehr aber nicht.

Entsprechende Kopfhörer vorausgesetzt liefert das Base Varia beim Musik hören einen annehmbaren Klang. Basisfunktionen und ein Equalizer sind ebenfalls in den Player integriert. Schließt der Nutzer an das Base Varia Kopfhörer an, kann er zudem auch Radioprogramme empfangen. Leider ist es jedoch nicht möglich, diese über den Lautsprecher auszugeben.

Der Lautsprecher des Base Varia ist kräftig und eignet sich auch zur Hintergrundbeschallung, allerdings müssen Nutzer hier Abstriche bei der Klangqualität machen. Die Musik klingt aus dem Base Varia doch sehr blechern und kratzig.

Software

Als Betriebssystem kommt Android 2.3.6 zum Einsatz, mit einem Update auf Android 4.x ist aufgrund der schwachen Hardware nicht zu rechnen. Base hat Googles Handy-OS optisch leicht verändert, zudem stattet der Mobilfunkanbieter das Modell mit einer Reihe Apps aus, die vor allem Einsteigern den Umgang mit dem Varia erleichtern sollen. So hat der Nutzer mit dem E-Plus-Data-Check seinen Datenverbrauch oder mit Mein Base seine Vertragsdaten und Rechnungen stets im Blick. Einige der Base-Apps sind jedoch nicht vorinstalliert, sondern werden erst nach dem ersten Aufruf von der SD-Karte nachinstalliert.

Einige Apps doppeln sich auch mit Anwendungen von Hersteller TCL. So bietet dieser beispielsweise auch einen Traffic Manager an, mit dem sich der Datenverbrauch überwachen lässt. Nutzer sollten also angesichts des knappen Speicherplatzes auf dem Base Varia einmal ihren Launcher durchgehen und doppelte oder nicht benötigte Apps löschen.

Fazit

Das Base Varia sucht seine Zielgruppe. Der geringe Preis von 79 Euro macht das Modell für Kinder und Jugendliche attraktiv. Dass aber noch nicht einmal die Angry-Birds-Reihe problemlos läuft, dürfte junge Käufer abschrecken. Die Dual-SIM-Funktion ist zwar ein seltenes Feature, die schwache Ausstattung und die fummelige Bedienung des Modells erschweren eine Empfehlung für Interessierte jedoch.

Für wen lohnt also der Kauf? Haben Sie ein sehr enges Budget und brauchen unbedingt ein Dual-SIM-Smartphone? Greifen Sie zu! Für knapp 180 Euro erhalten Sie aber auch bereits mit dem Mobistel Cynus T1 ein Dual-SIM-Smartphone mit aktueller Hard- und Software. Können Sie auf den Dual-SIM-Betrieb verzichten, finden Sie hier leistungstärkere Einsteiger-Smartphones zu ähnlichen Preisen.

Der Base-Preis für das Varia ist übrigens deutlich günstiger als die Preise, die im Versandhandel für das Basis-Modell TCL Alcatel One Touch 918D zu finden sind. Hier zahlen Nutzer für das brandingfreie Gerät zwischen 90 und 100 Euro.

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