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GoPro Hero 3 Black Edition im Test - und Action
Wasserdichte Action-Kamera mit WLAN-Fernbedienung

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Im Test hinterlässt die GoPro Hero 3 Black Edition einen guten Eindruck. Kleinigkeiten wie die geringe Akkulaufzeit oder die sperrige Bedienung sollten Interessierte aber einkalkulieren.

Die GoPro Hero 3 Black Edition gehört zur absoluten Crème de la Crème unter den kompakten Action-Kameras. Dank eingebautem WLAN-Modul lässt sie sich zum Beispiel mithilfe einer Fernbedienung oder mittels App steuern. Was sie kann und wo ihre Schwächen liegen, zeigt der Praxis-Test.

Als "vielseitigste Kamera der Welt" preist Hersteller GoPro die aktuelle Hero 3-Reihe an, die es neben der getesteten Top-Variante auch noch in einer White- und Silver-Edition gibt. Mindestens 400 Euro müssen Interessierte derzeit für das Kamera-Flaggschiff ausgeben, das sich wie bereits das Vorgängermodell vor allem an aktive Sportler richtet.

Der vergleichbar hohe Anschaffungspreis relativiert sich ein wenig, blickt man auf die technische Daten der GoPro Hero 3 Black Edition:

- Fotoaufnahme bis 12 Megapixel

- Videoaufnahme in 4K-(Cinema)-Auflösung mit 15 fps / 2,7K-Auflösung mit 30 fps / 1.440p mit 48 fps / 1080p mit 60 fps / 960p mit 100 fps / 720p mit 120 fps

- WLAN-Modul integriert

- Fernbedienung enthalten, Bedienung auch über iOS- und Android-App möglich

- wasserdichtes Gehäuse

- inklusive verschiedener Halterungen und von Befestigungsmaterial

Der Lieferumfang fällt also vergleichsweise üppig aus. Die Black Edition enthält neben der eigentlichen Kamera noch ein bis 60 Meter wasserdichtes Gehäuse, die Wifi-Fernbedienung, ein Ladekabel, Lithium-Ionen-Akku, USB-Kabel, Hakenschnalle sowie verschiedenes Befestigungsmaterial. Außerdem liegen kurze Schnellstartanleitungen bei, die jedoch nur sehr grob den Funktionsumfang abbilden. Eine detaillierte Anleitung bietet der Hersteller online an. Wünschenswert wäre ein separates Netzteil gewesen. So ist die Kamera stets auf den USB-Anschluss des Rechners oder Mac angewiesen.

Um alle Funktionen der GoPro Hero 3 nutzen zu können, empfiehlt sich ein Software-Update. Dies war auch beim brandneuen Testgerät von netzwelt notwendig. Der Update-Vorgang ist etwas umständlich und langwierig. Zudem ist die Installation von Java sowie die Angabe einer E-Mail-Adresse notwendig.

Verarbeitung, Ersteindruck und Zubehör

Wie auch schon bei den Vorgängermodellen fallen die Abmessungen des Kameramoduls erfreulich gering aus. Die nur 77 Gramm schwere und etwa 5,7 x 2,0 x 4,0 Zentimeter große Kamera ist robust verarbeitet, bietet aber mit nur drei Knöpfen einen eingeschränkten Bedienungskomfort. Ein einfarbiges und leider nicht beleuchtbares Mini-Display in der Größe eines Daumennagels liefert Basis-Informationen zum gewählten Betriebsmodus und gibt Auskunft über den Akkustatus. Ein Live-Sucherbild liefert das Display nicht. Verschiedene LED signalisieren unter anderem die Aufnahmebereitschaft. Im Gegensatz zum Vorgängermodell setzt die Hero 3 auf microSD-Karten als Speichermedium, die eine Kapazität von maximal 64 Gigabyte aufweisen dürfen.

Das robuste Gehäuse aus Plexiglas schützt seine teure Fracht nicht nur vor Staub und Stößen, sondern vor allem auch vor Wasser (Quelle: GoPro)

Das übrige Zubehör ist zweckmäßig gestaltet. An der allgemeinen Verarbeitungsqualität gibt es nicht viel auszusetzen. GoPro gestaltet die Kamerateile und das Zubehör sehr technisch, aber robust und langlebig. Einzelne Teile, wie das Schutzglas des Unterwassergehäuses, lassen sich dank Verschraubung bei einem Defekt austauschen. Als aufpreispflichtiges Zubehör gibt es für die GoPro-Reihe fast alles, was ambitionierte Sportler und Naturfreunde benötigen - angefangen bei diversen Halterungen über Zusatz-Akkus, ansteckbare LC-Bildschirme, Mikrofon-Adapter (3,5 Millimeter) bis hin zum Stativanschluss. Die Apps für iOS und Android sind kostenfrei erhältlich.

In der Praxis

Die Bedienung über die wenigen Knöpfe ist gewöhnungsbedürftig und wenig komfortabel. Nach einer Eingewöhnungszeit geht diese jedoch schnell in Fleisch und Blut über. Über die untere Taste hangelt man sich durch das Menü, die Menüsymbole werden dabei auf dem Frontbildschirm angezeigt. Ein Druck auf die obere Taste bestätigt eine Auswahl. GoPro hält am ursprünglichen Bedienkonzept der Hero-Reihe fest - wer schon einmal ein Vorgängermodell besaß, wird daher auch mit der Neuvorstellung schnell zurecht kommen.

Praktisch ist die mitgelieferte WLAN-Fernbedienung, die ebenfalls über ein eingebautes Mini-Display für Statusanzeigen verfügt. Vor allem wenn die GoPro an schwer zugänglichen Stellen, etwa am Ende des Surfbretts oder auf dem Motorradhelm befestigt ist, profitiert der Nutzer von der kleinen Funkfernbedienung. Gut: Die Fernbedienung spiegelt komplett das Display der Kamera. Auch die Anordnung der Bedienelemente ist identisch.

Die Bedienung der GoPro erfolgt entweder über Fernbedienung oder mithilfe von nur drei Knöpfen. (Quelle: GoPro)

Sinnvoll ist auch die Steuerung der Hero 3 mithilfe der kostenlos erhältlichen iOS- oder Android-App. Um die Kamera mittels des Smartphones zu steuern, sind allerdings zunächst ein paar Einstellungen notwendig. So muss etwa die WLAN-Fernbedienung zunächst manuell deaktiviert werden, um die App nutzen zu können. Ist dies der Fall, baut die Kamera ein eigenes WLAN-Netzwerk auf, in das sich das Smartphone einklinken kann.

Fortan dient die Anzeige des Smartphones als Echtzeitsucher, mit einigen Einschränkungen. So wurde beim Test von netzwelt das Bild auf dem Smartphone nur mit deutlicher Verzögerung aktualisiert. Im Klartext: Bewegungen der Kamera erscheinen erst etwa zwei bis drei Sekunden später auf dem Smartphone-Display. Auch dient die App lediglich der Motivsuche / Überprüfung. Sobald man den Aufnahmeknopf betätigt, wird er kurz schwarz. Die Anzeige der Live-Aufnahme ist derzeit nur eingeschränkt möglich. Immerhin werden auch Zusatzinformationen wie die Restkapazität des Kamera-Akkus angezeigt.

Unter freiem Himmel war eine Verbindung von mehr als einhundert Metern zwischen Smartphone und Kamera möglich, ohne dass die Funkverbindung abriss. Auch die mitgelieferte Fernbedienung erreichte diese Entfernung problemlos. Laut Hersteller lassen sich bis zu 50 GoPro-Kameras gleichzeitig fernsteuern, was netzwelt nicht überprüfen konnte.

Gut: Die Kamera lässt sich auch während des Ladevorganges verwenden. So ist es zum Beispiel möglich, die GoPro mithilfe eines USB-Ladegeräts im Auto oder auf dem Motorrad während laufender Aufnahme zu laden.

Bildqualität

Sowohl die Video- als auch die Fotoqualität der kleinen GoPro Hero 3 können überzeugen. Vor allem die knackige Schärfe gefällt. Gut gelingt der Optikwechsel von hellen zu dunklen Aufnahmesituationen. Auch Kontrast und Farbwiedergabe sind auf gutem Niveau. In dunklen Innenräumen schafft es die GoPro fast mühelos, ein rauscharmes Bild anzuzeigen. Über ein eingebautes LED-Hilfslicht verfügt sie jedoch nicht.

In der Grundeinstellung verwendet das Testgerät einen viele Details erfassenden Weitwinkel (bis zu 170 Grad), der sich in den Systemeinstellungen auch enger fassen lässt. Je nach gewählter Qualitätseinstellung kommt es ab und zu zu Aussetzern bei der Filmwiedergabe. Dies liegt jedoch vor allem an den teils "exotischen" Aufnahmemodi, welche von der Hero 3 unterstützt werden. Auf den stets fixen Fokus haben Anwender keinen Einfluss.

Die Black Edition liefert bei Bedarf eine fast schon kinoreife Auflösung von 4K. Mangels bezahlbarer Abspielgeräte wie Beamer oder Fernseher bleibt diese Funktion aber vor allem Profis vorbehalten. Diese ärgern sich auch über die mögliche Bildwiederholungsrate von 15 Einzelbildern in der Sekunde, die in diesem Modus maximal zur Verfügung steht. Das Aufzeichnen von sich schneller bewegenden Objekten ist so nur sehr eingeschränkt möglich.

Akkulaufzeit 

Ein echter Knackpunkt an der bislang überzeugenden GoPro Hero 3 ist die bescheidene Akkulaufzeit des auswechselbaren Akkus. Die Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 3.885 Wattstunden war im Test bei aktiver WLAN-Verbindung, einer Außentemperatur von knapp drei Grad Celsius und bei einer gewählten Auflösung von 1.080p für eine Laufzeit von nur 78 Minuten gut.

In wärmeren Umgebungen, bei geringerer Auflösung und bei Deaktivierung des Funkmoduls sind auch höhere Laufzeiten möglich. Einen Ersatz- oder Zusatzakku mit gleicher Kapazität bietet der Hersteller derzeit zum Preis von knapp 20 Euro an.

Im Vergleich zur Vorgängergeneration hat die Hero 3 deutlich abgespeckt (Quelle: GoPro)

Ausstattungsvarianten

Neben der an dieser Stelle getesteten Black Edition bietet GoPro die Hero3 auch in den günstigeren Silver- und White-Editionen an - übrigens sind die Farben aller Modelle identisch, trotz der verwirrenden Bezeichnungen. Die knapp 200 Euro teure White Edition bietet eine verringerte Video-Auflösung von maximal 1.080p (30 fps) und eine Fotoauflösung von bis zu fünf Megapixel. Die 300 Euro teure Silver Edition nimmt Videos ebenfalls maximal in 1.080p auf, Schnappschüsse landen dafür mit einer Auflösung von bis zu elf Megapixeln auf der Speicherkarte. Bei beiden Versionen müssen Sie die empfehlenswerte Fernbedienung separat erwerben.

Fazit

GoPro liefert mit der Hero 3 Black Edition das derzeitige Referenzgerät unter den Action-Kameras. Die Aufnahmen bestechen durch hohe Qualität, die Befestigungsmöglichkeiten sind unübertroffen vielseitig und die Verarbeitung erstklassig.

Allein die kurze Akkulaufzeit, die etwas sperrige Bedienung sowie der hohe Preis sprechen gegen den Kauf. Auch sollten Interessierte genau abwägen, ob sie tatsächlich die hohe Auflösung und die Funktionen der Black Edition benötigen oder ob eventuell auch die günstigeren Silver- oder White-Editionen ihren anvisierten Zweck erfüllen. Auch das Vorgängermodell sollte einen Blick wert sein.

Kommentare zu diesem Artikel

Im Test hinterlässt die GoPro Hero 3 Black Edition einen guten Eindruck. Kleinigkeiten wie die geringe Akkulaufzeit oder die sperrige Bedienung sollten Interessierte aber einkalkulieren.

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  • --- schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    3.885 Wattstunden, eine LKW-batterie hat ca. 2.400 Wattstunden Kapazität und wiegt 70kg. Kann es sein dass es 3,885 Wattstunden sind?
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    ... ION ... Air Pro WiFi ... Bisher haben wir sie uns nur auf der letzt-jährigen Photokina angeschaut: www.netzwelt.de/news/93844_2-neue-outdoor-action-kameras-photokina-2012.html
  • Gerald 1412 schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    Habt ihr auch die ION Action-Kamera Air Pro WiFi IO19008 Air Pro WiFi getestet
  • von peter schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    Auch ich hab die Kamera auf Grund der tollen Testberichte gekauft. Leider verzweifle ich an der Technik. Ich habe 3 Stunden gebraucht um rauszufinden das ein Zusammenspiel von Kamera mit Iphone und Ipad nur mit dem neuesten Update auf der Kamera funktioniert. Das bekommt man aber nur über einen Rechner und Download drauf. Leider funktioniert das GoPro App nicht richtig. Auch mein gut geschulter Verkäufer war irgendwann ratlos. Über die Hotline von GoPro hab ich dann erfahren das das App und die Bildvorschau zum Einstellen der Kamerahaltung nur im "Flugmodus" von Iphone und Ipad funktioniert. Einen Trost gibt es: Die Aufnahmen sind echt gut auch wenn der Akku nicht lange hält.
  • MatthiasW479 schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    Ihr schreibt, das der Akku währen des Betriebes möglich ist, praktisch z.B. für Biker... aber man kann es nur laden, wenn kein Gehäuse montiert ist...da hab ich zuviel Angst, dass Steinchen o.ä. auf die dann ungeschützte Linse kommt.. Ansonsten eine tolle Camera, das Update ging problemlos @alle: die Gopro erzeugt ein eigenes WLan, also dieses suchen und einloggen. Dann klappts auch mit der App
  • JürgenEnge schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    Ich weiß nicht wieso dieses Gerät immer diese guten Kritiken erhält. Für 449 Euro kann man mehr erwarten. Die Akkulaufzeit ist schäbig! Wenn das WiFi eingeschaltet ist, kann man nur von Minuten reden. Zum Laden braucht man dafür mit dem mitgelieferten USB-Kabel Stunden. Ein geeignetes Ladegerät sollte im Preis schon enthalten sein. Wer mal das APP verwenden möchte, braucht viel Glück, dass die Kommunikation nicht abbricht - deshalb eigentlich nicht verwendbar! Abgesehen von der Bildqualität ist das Teil ein großer Reinfall. Dass die Kamera im Internet so gut abschneidet, muss mit einer gut bezahlten Werbekampagne zusammen hängen.
  • Noran schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    Wer das Glück hat ein Funktionierende Kamer gekauft zu haben der hat sicher seinen Spaß. Meine war leider von Anfang weg defekt und da brachte auch kein Firmware update oder SC Karten wechsel was. Von 10 mal einschalten 8 bis 9 mal Totalabsturz. Montagsgeräte gibt es ja immer. Aber was garnicht geht ist die Hinhalte Taktik die GoPro an den Tag legt. Die Kamera ist nun seit Januar nachweislich wieder zurück bei GoPro und ich habe bis Heute weder Geld noch eine Ersatzkamera erhalten. Auf tägliche Anrufe sagt man mir nur man habe sehr viel zu tun ich soll Geduld haben. Am Anfag hieß es 7 Tage dann 21 Tage und nachdem auch die Überschritten sind einfach nur noch haben sie Geduld das Geld kommt sicher. Ich wollte eine Aktiokamera und keine Altersvorsorge ohne Rendite !
  • ronbaker schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    hi, hast du den bei deinem Tablett auch die wifi Verbindung zur GoPro an sich etabliert ? PW: goprohero ! und dann die app gestartet ? ( also raus ausm home WiFi ) ...
  • lmoeller schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    Ich verzweifele an diesem Kauf !!! Wifi hin und her, vielleicht bin ich einfach zu blöd sie zu bedienen, aber trotz download der gopro app kann ich Kamera und tablett nicht dazu bringen miteinander zu reden, ich könnte das Ding vor die wand schmeissen. Absolut dreisst eine Kamera mit einem zettel im Paket zu verkaufen, dass ein kostenloses Update zur verfügung stehen wird (!!!) Wenn Gopro nicht fertig ist, dann sollen sie auch nicht verkaufen. Fühle mich total verarscht !
  • camforpro schrieb Uhr
    AW: Und Action: GoPro Hero 3 Black Edition im Test

    @Horst: Falsch! Es sind verschiedene Chips und Linsen verbaut.

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http://www.netzwelt.de/news/94772-gopro-hero-3-black-edition-test-action.html
2013-01-04 17:50:29
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