Ein Sucht-Genre erobert die Konsolen

Im Kurztest: Wächter von Mittelerde

Gemeinsam für oder gegen Tolkiens Fantasy-Reich: Warners "Wächter von Mittelerde" versucht, mit prominenter Lizenz im Rücken das Sucht-Genre "Multiplayer Online Battle Arena" vom PC auf die Konsole zu bringen. Das Experiment gelingt aber nur bedingt.

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Wächter von Mittelerde: Im Kurztest - "Wächter von Mittelerde" will das populäre PC-Genre "Multiplayer Online Battle Arena" auch auf Konsolen etablieren. (Bild: Warner Bros. Interactive)
"Wächter von Mittelerde" will das populäre PC-Genre "Multiplayer Online Battle Arena" auch auf Konsolen etablieren. (Bild: Warner Bros. Interactive)

Multiplayer Online Battle Arena oder kurz "MOBA": Auf dem PC wird das Genre von erfolgreichen Titeln wie "Defense of the Ancients" ("DotA") oder "League of Legends" ("LoL") vertreten, auf Konsolen tut sich die erfolgreiche Spiele-Sparte dagegen schwer. Der Grund: Ähnlich wie die Echtzeitstrategiespiele, von denen die MOBA-Schlachten ursprünglich abstammen, ist das Genre auf die präzise Bedienkombination von Maus und Tastatur abgestimmt. Im Grunde geht es ausschließlich darum, die feindliche, von Abwehrtürmen geschützte Basis zu stürmen.

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PS3- und Xbox-360-Besitzer mit "MOBA"-Hunger mussten sich bisher auf die horizontalen Comic-Gedechte von "Awesomenauts" beschränken, doch mit "Wächter von Mittelerde" gibt's jetzt den ersten Titel, der das Genre möglichst originalgetreu auf Konsole bringt: Wie bei einem Echtzeitstrategie-Titel werden Elfen, Zwerge, Orks, Menschen und neuerdings auch Hobbits von schräg oben beobachtet, während sie sich die Pixelschädel einschlagen und Zaubersprüche um die Ohren pfeffern.

Genretypisch übernimmt jeder Teilnehmer der bis zu Fünf-gegen-Fünf-Schlachten nur einen Helden aus dem Mittelerde-Universum - da kommt es auch leicht mal vor, dass Hexenkönig Sauron und Gandalf Schulter an Schulter kämpfen, um gemeinsam Halblinge zu verkloppen und Zwerge zu verbrutzeln. Was ansonsten über das Schlachtfeld wuselt, ist ausnahmslos computergesteuertes Schlachtvieh: Weil die zu erobernden Türme der Gegenseite über eigene Verteidigungsmechanismen verfügen, sind die automatisch und selbstmörderisch zur Feindbasis strebenden Handlanger das perfekte Ablenkungsmanöver: Während das gemeine Fußvolk die Prügel bezieht, bearbeitet der Spieler relativ unbehelligt den Turm - bis ein menschlicher Gegenspieler auf den Plan tritt und tief in der Fertigkeitentrickkiste des gewählten Charakters kramt, um den Angriff zurückzuschlagen.

Obwohl es manchmal lähmend lange Minuten dauert, bis die Mittelerde-Server endlich ein neues Gefecht eröffnen und man sich gegenseitig auf die Mütze geben darf, ist die Zusammenstellung der Charaktere nicht immer optimal: Nicht selten klaffen zwischen den Spielern empfindliche Level-Lücken. So wird der eine zum chancenlosen Mitläufer degradiert und in einer Dauerschleife aus brutalem Ableben und dem Warten auf seine Wiedergeburt gefangen gehalten, während die anderen an vorderster Front die ganze Action abbekommen. Darum ist rollenspielähnliches Hochleveln oberste Heldenpflicht: Nur wer die ersten harten Matches geduldig über sich ergehen lässt, kommt allmählich in den Genuss machtvoller Spezialattacken und Zauber, mit deren Hilfe er nicht nur Gegner plätten, sondern außerdem die Türme und Schreine der eigenen Seite aufrüsten darf, damit die sich notfalls auch allein gegen feindliche Übergriffe behaupten können.

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