Ein letzter Blick zurück

Verkehrte Netzwelt: Auf Wiedersehen, Gebühren-Stasi

Die GEZ stellt zum ersten Januar ihre bisherige Arbeit ein und zieht keine Gebühren mehr ein. Künftig zahlen nur Haushalte einen Rundfunkbeitrag. Was wird aus den Mitarbeitern der GEZ? Was passiert mit unserem liebsten Feind?

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Ein letzter Blick zurück. Die GEZ-Webseite wird zum 1. Januar 2013 abgeschaltet. (Bild: Screenshot)
Ein letzter Blick zurück. Die GEZ-Webseite wird zum 1. Januar 2013 abgeschaltet. (Bild: Screenshot)
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In wenigen Tagen ist es soweit. Dann schaltet die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, kurz GEZ, ihre Webseite ab. Künftig werden die Gebühren nicht mehr für Geräte und Nutzer gefordert, sondern für den Haushalt. Keine schlechte Idee, wäre vielleicht sogar für Software-Lizenzen ein bedenkenswerter Ansatz. Das würde den Kunden viel Ärger ersparen. Eine Office-Lizenz für den Haushalt und das war´s. Keine ständige Aktivierung mehr, keine lästigen Nachfragen mehr, wenn man ein Programm auf dem neuen Rechner installieren will, die Software aber bereits beim Hersteller angemeldet ist. Kein schlechtes Gewissen mehr, weil man das Programm auch auf dem Notebook installiert hat.

Aber zurück zur Gebühreneinzugszentrale. GEZ, das war das vielleicht meistgehasste Kürzel der Republik. Dazu hat die Organisation selbst einiges beigetragen. Die Gebührenwächter haben vor Haustüren herumspioniert, und jeden, der ihnen die Tür geöffnet hat, mit Fangfragen in die Gebührenfalle gelockt. "Störe ich Sie gerade bei der Tagesschau?" Daneben haben Sie Gebührenforderungen an berühmte Tote wie Friedrich Schiller, an Blinde und Gehörlose und sogar an Haustiere verschickt. Selbst schuld, wenn Herrchen ein Schild mit "Hier wohnt Wendelin" an die Wohnungstüre gehängt hat. Denn die GEZ war der Meinung, dass Wendelin seine Gebühren bezahlen sollte. Wenn dann Wendelin, der Kater, nicht gleich bezahlt hat, haben ihm die GEZ-ler gnadenlos Mahnschreiben auf den Pelz geschickt.

Gebühr für Internet-PCs

Im Internetzeitalter haben die GEZ-Mitarbeiter ebenfalls Möglichkeiten gefunden, sich unbeliebt zu machen. Sie haben Rundfunkgebühren für Internet-PCs verlangt, weil man mit einem Internet-tauglichen PC ja theoretisch Fernsehprogramme im Web sehen könnte. Auch Freiberufler, die zu Hause im Wohnzimmer ihren Job machten, wurden nicht verschont. Sie durften sogar doppelt bezahlen, einmal für den privaten Empfang, einmal für den gewerblichen. 

Tja, liebe GEZ, jetzt ist der ganze Spuk vorbei. Nie wieder absurde Diskussionen über den Rundfunkgebührenstaatsvertrag (RGebStV), nie wieder vor der Haustüre lauernde GEZ-Mitarbeiter. 

Was machen wir jetzt mit den Kollegen? Die Stasi gibt’s ja nicht mehr. Vielleicht kommen die bei den Finanzämtern als Steuerfahnder unter. Oder vielleicht hat auch die BSA (Business Software Alliance) eine Anschlussverwendung für die verdienten Kollegen. Da können Sie illegalen Softwarenutzern und Raubkopierern nachschnüffeln. Und im Zeitalter des Cloud Computing, wenn alle ihre Software aus dem Web beziehen und dafür regelmäßig Gebühren zahlen, gibt es sicher auch einen Bedarf für Kontrolleure. Die können herausfinden, ob nicht einer den Cloud-Dienst des Nachbarn benutzt, den er selbst gar nicht bezahlt hat. Dann klingelt es an der Tür und ein freundlicher Herr fragt: "Störe ich Sie gerade beim Online-Office?"

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