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Ab in die Internet-Wolke: Das bieten Router mit Cloud-Funktion
Modelle im Vergleich

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Durch App-Zugriff lösen sich Router von der klassischen Desktop-Verwaltung. Aber die Konzepte dahinter sind verschieden. Was die Testmodelle können.

Die Routerhersteller machen sich das Trendthema Cloud Computing zu eigen und rüsten ihre Geräte mit Apps für den Heimzugriff und zur Kontaktaufnahme von unterwegs aus. Doch die Konzepte sind verschieden, wie die Cloud-Router im netzwelt-Test zeigten. Und bisweilen noch nicht ausgereift.

Cloud Computing ist schon seit geraumer Zeit ein großes Trendthema in der IT- und Computerbranche. Kein Wunder, dass auch die Hersteller von Routern das Schlagwort aufgreifen und ihre Geräte mit entsprechenden Funktionen aufrüsten. Netzwelt hat sich fünf aktuelle Modelle angesehen, vier Geräte davon sind auch mit dem neuen WLAN-Standard ac ausgerüstet für besseren Datendurchsatz.

Fernzugriff per App auf Router-Einrichtungen, Einblicke ins Wohnzimmer per Webcam, Videostreaming aufs Tablet oder Smartphone sowie mobiler Datenabgleich mit dem Flachrechner oder Handy - die Hersteller setzen dabei auf unterschiedliche Cloud-Konzepte.

Neue Kategorie NAS-Router 

Aus Nutzersicht besitzen die Cloud-Router einige Vorteile: Die App-Steuerung macht ein ständiges Einschalten des Rechners zur Kontrolle des Netzwerkes hinfällig. Steht sogar ein Miniprogramm für den Unterwegs-Zugriff auf Datenspeicher zur Verfügung, kann man bei Bedarf auch den Dropbox-Account ersetzen. In erster Linie eignen sich die Modelle deshalb für Smartphone- oder Tablet-Besitzer.

Das Modell von Western Digital, der My Net N900 Central, stellte in dieser Testreihe eine Ausnahme dar: Bei dem Gerät handelt es sich um einen Router mit integrierter Festplatte. Deshalb wird auch gerne von NAS-Routern gesprochen, obwohl der Datendurchsatz im Netzwerk nicht vergleichbar ist mit ausgewachsenen Netzwerk-Speichern. Der My Net N900 Central ist dementsprechend auch eher Privatnutzern zu empfehlen, denen Performanz weniger wichtig ist als etwa kleinen Unternehmen, in denen mehrere Mitarbeiter ständig auf NAS-Festplatten zugreifen.

Router-Zugriff übers Internet

Abseits der Netzwerk-Performance bietet solch ein NAS-Router ansprechende Cloud-Funktionen: Seine recht leise Festplatte ist mit den Apps "Wd 2go" und "Wd Photos" lokal wie auch aus der Ferne erreichbar. Western Digital hat die Freischaltung des Datenspeichers dabei nutzerfreundlich gelöst: Man muss sich nicht mit einer Anmeldung per DDNS herumschlagen, sondern fügt Geräte für den Mobilfunkzugang per Aktivierungscode hinzu. Dann kann man per App Dateien hin- und herspielen, Multimedia synchronisieren und bei Bedarf auch sein Dropbox- oder Skydrive-Konto integrieren. Wer mit einem NAS liebäugelt, keine hohe Performanz benötigt und Platz sparen will, weil der My Net N900 Central zwei Geräte in einem vereinigt, sollte einen Blick auf die Hardware werfen. Konkurrenzgeräte auf dem Markt sind schon seit längerem Apples Time Capsule und neuerdings auch der Netgear Centria WNDR4700/4720.

Neben dem Western Digital-Gerät fällt auch der Cisco Linksys EA6500 aus dem Rahmen: Der Hersteller setzt bei dem Modell auf seine Cisco Connect-Plattform: Dabei handelt es sich um eine Verlagerung der Router-Administration ins Internet. Lässt man sich auf den Ansatz ein, erfolgt die Routersteuerung ausschließlich über Ciscos Cloud-Server und Browser oder bei Bedarf auch via Smartphone oder Tablet mit der Cisco Cloud Connect-App. Wichtig zu erwähnen: Der Nutzer kann auch auf eine Anmeldung bei der Cisco Connect-Plattform verzichten und der lokalen Administration den Vorzug gegen.

Umständliche DDNS-Anmeldung

Dann kann er aber gleichwohl nicht von den Vorteilen profitieren: So steht nach Anmeldung in der Wolke eine komfortable Bedienoberfläche zur Verfügung, die auch Anfängern das Einrichten des Routers erleichtert. Zusätzlich kann man Firmware-Updates automatisch einspielen und zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Miniprogramme für Smartphone und Tablets installieren für den Zugriff aufs Heimnetzwerk. Leider ist keine App für den Fernzugriff auf USB-Freigaben dabei. Eine Liste mit den Linksys Smart Wi-Fi Apps bietet Cisco auf dieser Seite.

Der Zugriff auf USB-Speicher von unterwegs funktioniert zwar bei den anderen Cloud-Routern, jedoch muss man vorher erst umständlich ein DDNS-Konto beim Hersteller registrieren. Das ging auch schon lange Zeit vorm Cloud Computing-Trend, durch das Zusammenspiel mit Apps wird der Zugriff jedoch einfacher und komfortabler.  

Zugriff auf Webcam

Asus App heißt AiCloud und ist kompatibel mit dem Testgerät RT-AC66U. Besonderheit ist hier, dass der Hersteller fünf Gigabyte kostenlosen Speicherplatz in der Cloud zur Verfügung stellt (Asus Web Storage), der sich etwa als "MySyncFolder" als Ordner in den Explorer klinkt und auf dem man per AiCloud zugreifen kann.

D-Link setzt beim DIR-865L auf ein ähnliches Cloud-Konzept, gleichwohl ohne Online-Speicher. Beim Hersteller heißt die zugehörige iOS- und Android-App für den lokalen Zugriff und Kontaktaufnahme aus der Ferne SharePort; das Programm steht auch in einer Desktop-Version zur Verfügung. Mit dem Cloud-Dienst Mydlink kann man per App Router-Einstellungen administrieren und das Zuhause per Webcam kontrollieren. Zur Einrichtung des Routers steht die QRS-App von D-Link zur Verfügung.

Netgear wiederum hat für den R6300 noch keinen Abspieldienst für USB-Medien von unterwegs im Portfolio, dafür aber das übersichtliche Miniprogramm Genie für den Desktop, iOS und Android, das lokalen Netzwerk-Zugriff gewährt. Zusätzlich steuert man auch den Kinderschutz, vergibt ein anderes Kennwort für das WLAN-Netz oder kontrolliert den Datenverkehr. Vorteil von Genie ist, dass alle Funktionen in einer App zusammengefasst werden.

Fazit

Die Cloud-Dienste bei den Routern sind praktisch und sind vor allem beim aus der Reihe fallenden NAS-Router Western Digital einfach zu bedienen. Das Modell ist für Nutzer, die weniger Wert auf hohe Performance legen, zu empfehlen.

Bei den Modellen von Asus und D-Link fand netzwelt die DDNS-Anmeldung zur Fernanmeldung an USB-Speichern noch zu komplex - hier könnte Western Digital Vorbild sein. Cisco bietet mit seiner zentralen Connect-Plattform den charmanten Vorteil, alles zentral steuern zu können, der Hersteller sollte aber einen Zugriff auf USB-Freigaben ermöglichen. Das gilt auch für Netgear. Asus' Synchronisationsservice ist lobenswert und könnte von anderen Herstellern nachempfunden werden.

Zu bedenken ist bei allen Cloud-Routern, dass der Upload auf USB-Freigaben von der Internetleitung abhängt - und die ist bisweilen immer noch sehr gering. Eine Alternative zur Dropbox & Co. stellt so eine Festplatte am Router also nur bedingt dar - dank der dickeren Leitungen haben die herkömmlichen Cloud-Dienste Vorteile.

Im Rahmen der Testreihe schaute sich netzwelt fünf Cloud-Router an: den Western Digital MyNet N900 Central, den D-Link DIR-865L, den Asus RT-AC66U, den Cisco Linksys EA 6500 und den Netgear R6300.

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Ab in die Internet-Wolke: Das bieten Router mit Cloud-Funktion
Ab in die Internet-Wolke: Das bieten Router mit Cloud-Funktion
Im Zusammenspiel mit Apps können Cloud-Router mit nützlichen Funktionen aufgerüstet werden.
http://www.netzwelt.de/news/94746-ab-internet-wolke-bieten-router-cloud-funktion.html
2012-12-27 10:08:11
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/microsoft-tag-modernen-handy-tablet-genutzt--bild-netzwelt8856.jpg
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