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Verkehrte Netzwelt: Das große Fernseh-Jubiläum Warum uns die Glotze den Weltfrieden beschert

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Herzlichen Glückwunsch, Fernseher. Die Glotze feiert ihr sechzigjähriges Bestehen! Und was wir der Röhre alles zu verdanken haben! Nicht nur Unterhaltung und Information bietet uns die Mattscheibe! Nein, vor allem ist die Flimmerkiste der zukünftige Garant für den Weltfrieden!

Am 21. Dezember feierte das Fernsehen seinen 60. Geburtstag. Die Verkehrte Netzwelt blickt zurück auf die Errungenschaften des Mediums und seinen Beitrag zum Weltfrieden. Und es ist bestimmt kein Zufall, dass auch der Weltuntergang auf den 21. Dezember fällt.

Zum Ehrentag des Fernsehers, ein Bild der Liebe und der Achtung.

Das Fernsehen, die Mutter aller Multimedia-Medien, feiert am 21. Dezember seinen 60. Geburtstag. Am 21. Dezember 1952 startete die erste Fernsehsendung - in der DDR. In Westdeutschland startete die erste Fernsehsendung kurz darauf, am ersten Weihnachtsfeiertag. 1952 gab es in Westdeutschland nur 300 Empfangsgeräte. Doch dann ging alles ganz schnell. 1967 drückte Willy Brandt den "roten Knopf" für den Start des Farbfernsehens in Westdeutschland, passenderweise auf der Funkausstellung. Also da, wo heute nicht nur die neuesten Flachbild-Boliden, sondern auch Notebooks, Tablets und Surround-Anlagen präsentiert werden.

1972 gab es schon eine Million Farbfernseher. Was hat das Fernsehen uns nicht alles Gutes gebracht? Es hat nicht nur die bewegten Bilder ins Wohnzimmer geliefert, es hat uns gezeigt, wie es in Afrika, Indonesien, im Regenwald und am Nordpol aussieht, uns täglich mit seriösen Nachrichten versorgt und am Samstagabend alle Bürger zur großen Showsendung versammelt, dem eigentlichen Nachfolger von Dorffest und Lagerfeuer.

Ein vielfaches Hoch deshalb auf Walter Bruch, den Mann, der als Entwicklungschef bei Telefunken, die PAL-Technik patentieren ließ.

Fernsehen und Weltfrieden

Aber noch viel wichtiger als all dies ist der weithin unterschätzte Beitrag des Fernsehens zum Weltfrieden. Vor allem mit seinen Programmen am Vormittag oder Nachmittag, die von Ignoranten gerne mit dem hämischen Wort "Unterschichtenfernsehen" beleidigt werden. Wie wichtig und richtig diese Programme sind, merkt man, wenn man sich einmal jene Länder ansieht, in denen das Fernsehen noch keine so weite Verbreitung gefunden hat. Da sieht man regelmäßig junge Männer auf den Straßen herumtoben. Sie schwingen Fäuste und sagen unfreundliche Parolen in unangenehmer Lautstärke auf. Manchmal verbrennen sie sogar Strohpuppen, die ausländische Staatsmänner darstellen sollen, oder trampeln auf Flaggen ausländischer Staaten herum. Wie traurig, dass sie ihrem gerechten Zorn auf diese Weise Luft machen müssen.

Hierzulande ist das doch wesentlich besser geregelt. Für die Regulierung des emotionalen Haushalts und insbesondere die Abfuhr von Wut und Frustration gibt es die große Talkshow am Abend. Da regen sich dann stellvertretend für die Bürger gut gekleidete und rhetorisch gewandte Damen und Herren über die Missstände in der Republik auf. Da kann sich man als Bürger oder Fernsehzuschauer das anstrengende Protestieren sparen und zusehen, wie andere sich aufregen.

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Darüber lacht die Netzwelt

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Mehmet Toprak
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