Alles andere als flach
Paper Mario - Sticker Star: Im Kurztest
Virtuelle Pappe, Papier und ein paar schnieke Aufkleber: Mehr braucht Nintendo nicht, um seiner Rollenspielreihe Paper Mario neue Impulse zu geben. "Paper Mario: Sticker Star" für 3DS ist das beste Klempner-Abenteuer in diesem Jahr.
Kaufen, tauschen und dann mit großen Augen ins Sammelalbum kleben: Sticker üben nicht nur auf Mädchen und Jungs eine magische Anziehungskraft aus - sie wecken auch beim gestandenen Zocker das Kindgemüt. Doch nicht nur deshalb funktioniert Nintendos neues Paper Mario-Abenteuer so gut: Nach einer ganzen Reihe von zwar hochkarätigen, aber eher mäßig innovativen Jump&Run-Ausflügen wie zuletzt in New Super Mario Bros. U für die Wii U ist Sticker Star die erste Klempner-Installation seit Jahren, in der es neue Impulse zu bestaunen gibt.
Anders als die bisherigen Paper-Episoden ist Sticker Star nicht nur platt, sondern besteht aus einem liebevoll geknickten, sauber geleimten und präzise zurechtgeschnippelten Bastel-Kosmos, in dem sich nicht nur allerlei niedliche Pappkameraden und Pilzköpfe tummeln, sondern auch die Schergen des bösen Bowsers.
Weil Letzterer mit der obligatorischen Entführung von Prinzessin Peach das jährliche Fest des Papier-Völkchens aufmischt, hat das jetzt nicht mehr alle Aufkleber beisammen: Die sogenannten Royal Sticker sind in alle Winkel der Bastelwelt verteilt und wollen vom Spieler wieder beschafft werden. Mit von der Partie: eine plappernde Sticker-Krone, die Mario die Fähigkeit der "Papierisierung" verleiht. Die macht aus dem begehbaren Pop-Up-Buch kurzzeitig ein plattes Comic-Bild, das man zukleben darf, um durch die Platzierung von Objektstickern ein wenig die Level-Architektur zu ändern oder simple Puzzles zu lösen. So lässt sich das Wüstenreich erst dann betreten, wenn man die Reliefs auf seinem Eingangstor mit den jeweils passenden Bildchen beklebt hat - doch dafür muss man sie erstmal finden.
Abseits der "Papierisierung" spielt Sticker Star mit denselben Elementen wie seine Vorgänger und die beiden Mario & Luigi-Rollenspiele - abgesehen davon, dass die überwiegend altbekannten Kampfmanöver jetzt durch den Einsatz von Stickern aktiviert werden. Mario kegelt seine Widersacher mit Schildkrötenpanzern vom Kampfbildschirm, hüpft ihnen auf die Papier-Birne, verwandelt sie mit Feuerblumen in ein Häufchen Asche, verdrischt sie per Hammerschlag oder gibt ihnen mit papiergerechten Zerknüllungsattacken Saures. Wer kein völliger Reaktions-Legastheniker ist, der koppelt seine Offensiven überdies mit simplen Reaktionsspielchen: Drückt man beim Hüpfen, Schlagen oder Kicken im richtigen Moment den Aktionsknopf, wird die Wirkung as Angriffs vervielfacht.
Video: Paper Mario: Sticker Star
Einziger Wermutstropfen bei den spaßigen Gefechten: Anders als bei den Vorgängern gibt's keine Erfahrungspunkte als Belohnung. Dieses zentrale Rollenspielelement der Paper Mario-Titel hat Nintendo ersatzlos gestrichen. Stattdessen wird der allmähliche Spielfortschritt mit neuen Aufklebern und zusätzlichen Seiten im Stickeralbum belohnt.
Paper Mario - Sticker Star: Im Kurztest
- Bild 1 von 17
Bild vergrößern Keine Bange: Mario hat keine Essstörung. Er ist so hauchdünn, weil er diesmal aus Papier ist. Wer das verinnerlicht, ohne nach dem "Warum?" zu fragen, bekommt mit "Paper Mario: Sticker Star" ein reichlich ungewöhnliches Jump&Run mit leichten Rollenspielelementen serviert, das trotz flacher Optik enormen Tiefgang besitzt. (Bild: Nintendo) - Bild 2 von 17
Bild vergrößern Durch den Einsatz von Stickern werden in den rundenbasierten Kämpfen Marios bekannte Attacken aktiviert. Dann springt er seinen Widersachern beispielsweise auf den Kopf ... (Bild: Nintendo) - Bild 3 von 17
Bild vergrößern Durch die Platzierung von Objektstickern lässt sich ein wenig die Level-Architektur ändern. (Bild: Nintendo) - Bild 4 von 17
Bild vergrößern Zuweilen muss Mario auch einen Bossgegner nach allen Regeln der rundenbasierten Kampfkunst zusammenfalten. (Bild: Nintendo) - Bild 5 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 6 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 7 von 17
Bild vergrößern Anders als die bisherigen "Paper"-Episoden ist "Sticker Star" nicht nur platt, sondern besteht aus einem liebevoll geknickten, sauber geleimten und präzise zurechtgeschnippelten Bastel-Kosmos. (Bild: Nintendo) - Bild 8 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 9 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 10 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 11 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 12 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 13 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 14 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 15 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 16 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo) - Bild 17 von 17
Bild vergrößern (Bild: Nintendo)
Wer mit dieser empfindlichen Änderung im beliebten Spielkonzept leben kann, bekommt trotzdem das beste Mario seit Langem: Dank 3D-Effekt wirkt die Papierwelt wie ein wunderschönes Diorama, an dem man sich auch nach wiederholtem Ablatschen der selben, altbekannten Wege kaum sattsehen kann. Die knuffigen Animationen und die perfekte Spielbalance tun ihr Übrigens, damit Sticker Star bei 3DS-Besitzern auf der Weihnachtswunschliste ganz nach oben rückt.
Datenblatt
| Paper Mario: Sticker Star | |
| Spielname | Paper Mario: Sticker Star |
| Hersteller | Nintendo |
| Vertrieb | Nintendo |
| Genre | Jump & Run |
| Erhältlich ab | 07.12.2012 |
| Preis | ca. 45 Euro |
| EAN Code | 0045496522902 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Alter | ab 0 Jahren |
| Multiplayer | nein |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | sehr gut |
| Bewertung Steuerung | sehr gut |
| Bewertung Sound | sehr gut |
| Bewertung Spielspass | sehr gut |
| Bewertung Gesamt | sehr gut |
| System | 3DS |
Nachricht bereitgestellt von teleschau - der mediendienst
Testbericht: Nintendo 3DS
Nach dem Misserfolg mit dem Virtual Boy in den 90ern, wagt Nintendo einen neuen Versuch mit 3D-Technik. Der Nintendo 3DS kann 3D-Bilder wiedergeben, ohne dass hierfür eine Brille benötigt wird. Doch der Handheld bietet noch weitaus mehr als Bilder mit Tiefgang. ~ Jan Kluczniok
Kompletten Testbericht lesen oder Video anschauen





