Schwarmintelligenz löst Kriminalfall
Im Kurztest: Alt-Minds
Innovativ, überraschend, anders - der "transmediale" Thriller "Alt-Minds" zeigt, dass Spieleentwickler durchaus neue Ideen haben und auch mutig genug sind, sie in die Praxis umzusetzen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Spieler das ebenso sehen und auch gewillt sind, Geld für das in Episoden präsentierte Krimi-Experiment auszugeben, das aufzeigen soll, wie TV-Serien in fünf bis zehn Jahren aussehen könnten.
Im Sommer 2012 machen fünf junge Wissenschaftler einen Ausflug in die Ukraine und verschwinden spurlos. Da die lokalen Strafverfolgungsbehörden keinen guten Job machen, bittet der Arbeitgeber der Akademiker - die Stiftung Alvision - ganz Europa um Hilfe. Und die Hobbyermittler lassen sich nicht lange bitten, schalten ihre Computer, iPhones, iPads und Android-Geräte ein und versuchen, das Rätsel um die vermissten Personen zu entschlüsseln, die zuvor in ein mysteriöses Projekt namens "MHD6" involviert waren.
Die Entwickler von "Alt-Minds", einer für alle Internet-Browser sowie iOS und Android verfügbaren Schnitzeljagd, haben schon vor knapp zehn Jahren gezeigt, dass sie es meisterhaft verstehen, überraschende Geschichten auf multimediale Art und Weise zu erzählen. Die Mörderhatz "In Memoriam", die traditionelles Gameplay und Internet-Recherche außerhalb des Spielerahmens perfekt miteinander kombinierte, war ein echter Überraschungserfolg und bekam sogar eine Fortsetzung.
"Alt-Minds", das in Kooperation mit dem Mobilfunkbetreiber Orange entstand, geht gleich mehrere Schritte weiter und kann guten Gewissens als ein multimediales, geräteübergreifendes Erlebnis bezeichnet werden: An Computern und Tablets wird ermittelt, Smartphones kommen als mobile Helfer zum Einsatz, auf YouTube stehen spezielle Videos bereit und auch Facebook und Twitter sind in die Ermittlungen eingebunden. Kein Wunder, dass die Fertigstellung des Games mehr als vier Jahre in Anspruch nahm.
Das Ergebnis dieser Mühen können die Spieler seit 2. Dezember in Echtzeit erleben. Täglich kommen neue Videos, Informationen, Hinweise und in Missionen eingebundene Rätsel hinzu. Die Spanne der perfekt in Szene gesetzten, teilweise recht kniffligen Denksportaufgaben reicht von der Videoanalyse über das Knacken von Passwörtern bis hin zur Suche nach Beweisen, die auf allerlei Webseiten versteckt sind. Selbst in den Archiven von international renommierten Tageszeitungen wollen die Macher Hinweise gestreut haben.
Den Ermittlern bleiben jeweils zwölf Stunden, um ein Rätsel zu lösen und die Antwort einzusenden. Allerdings hat man nur einen Versuch. Wer falsch liegt, kriegt keine Punkte. Spieler, die das eine oder andere Echtzeit-Event verpassen, können die Ermittlungen ganz bequem im "Nachholmodus" durchführen. Das ist eine gute Idee, da man nicht von der ersten Sekunde an dabei sein muss, um sich vom innovativen Spielspaß unterhalten zu lassen. Interaktion ist aber kein Zwang: Wer will, kann "Alt-Minds" wie eine normale Fernsehserie konsumieren - die Entwickler hoffen jedoch, dass die Geschichte irgendwann auch passive Zuschauer dazu bringt, sich aktiv an den Ermittlungen zu beteiligen.
Die schauspielerischen Leistungen der Darsteller sind zufriedenstellend, sodass die Filmchen, die in SD- und HD-Auflösung angeboten werden, unterhaltsam sind. Einziges Manko: Da die Videos nicht synchronisiert wurden, müssen sich Spieler, die das gesprochene Englisch nicht so gut verstehen, an die Untertitel halten.
Alt-Minds: Im Kurztest
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Bild vergrößern Entwickler Lexis Numérique bezeichnet "Alt-Minds" als transmedialen Thriller. Gemeint ist eine Mixtur aus TV-Serie, Krimi-Adventure und Internet-Recherche. (Bild: Lexis Numerique) - Bild 2 von 19
Bild vergrößern Fünf junge Wissenschaftler verschwinden spurlos in der Ukraine - und der Spieler soll helfen sie wiederzufinden. (Bild: Lexis Numerique) - Bild 3 von 19
Bild vergrößern Typische "Alt-Minds"-Ermittlungsarbeit: Ein Videoclip muss auf Hinweise analyisiert werden. Wer bei den Farb-, Helligkeits- und Kontrasteinstellungen die richtigen Werte findet, bekommt einen wertvollen Hinweis. (Bild: Lexis Numerique) - Bild 4 von 19
Bild vergrößern "Alt-Minds" kann in Echtzeit oder im "Nachhol"-Modus gespielt werden. (Bild: Lexis Numerique) - Bild 5 von 19
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Bild vergrößern "Alt-Minds" ist ein medialer Grenzgänger - und eine spannende Vision: Sehen so in ein paar Jahren interaktive TV-Serien aus? (Bild: Lexis Numerique) - Bild 12 von 19
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Die erste Staffel von "Alt-Minds" läuft insgesamt acht Wochen. Wer mitspielen will, muss sich also beeilen. Die erste Episode ist kostenlos, ab der zweiten kostet die Teilnahme an der digitalen Schnitzeljagd 2,69 Euro pro Episode oder 14,99 Euro für die komplette Staffel. Eine Internetverbindung ist zwingend erforderlich, da die Videos nicht lokal gespeichert, sondern direkt von Dailymotion.com gestreamt werden.
Datenblatt
| Alt-Minds | |
| Spielname | Alt-Minds |
| Hersteller | Lexis Numérique |
| Vertrieb | Lexis Numérique |
| Genre | Adventure |
| Erhältlich ab | 05.11.2012 |
| Preis | ca. 15 Euro |
| EAN Code | 1234567890123 |
| Schwierigkeit | Für Fortgeschrittene |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Multiplayer | (WWW) |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | gut |
| Bewertung Steuerung | befriedigend |
| Bewertung Sound | gut |
| Bewertung Spielspass | gut |
| Bewertung Gesamt | gut |
| System | PC |
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