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LG Optimus Vu im Test
Galaxy Note-Konkurrent

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Samsung eilt mit der Galaxy Note-Reihe von Erfolg zu Erfolg. LG will dem Konkurrenten nun jedoch Marktanteile streitig machen. Mit dem Optimus Vu präsentiert der Hersteller ebenfalls ein Smartphone mit großem Display und Stylus. Muss sich das Galaxy Note 2 in Acht nehmen?

LG will mit dem Optimus Vu (P895) dem Samsung Galaxy Note II Konkurrenz machen. Helfen soll dabei auch das Format des Modells. Das Seitenverhältnis des Optimus Vu entspricht dem des Goldenen Schnitts. Das ist gut für die Darstellung von Bildern, in der Praxis macht das 4:3-Format das Optimus Vu aber unhandlich. Dies ist nicht die einzige Schwäche des Modells.

Design und Verarbeitung

Das LG Optimus Vu bietet ein kleineres Display als das Samsung Galaxy Note II. Die Bilddiagonale beträgt 5 Zoll (12,7 Zentimeter), beim Note II beträgt sie dagegen 5,5 Zoll (14,1 Zentimeter). Dennoch fällt das Modell äußerst unhandlich aus, was am gewählten 4:3 Format liegt. Das Optimus Vu ist hierdurch fast zehn Millimeter breiter als das Galaxy Note II. Nutzer mit kleinen Händen dürften bei diesen Maßen bereits Probleme bekommen, das Smartphone mit einer Hand zu halten - zumal die Rückseite des Optimus Vu auch alles andere als rutschtfest ist.

Abgesehen davon ist die Verarbeitung allerdings sauber und das Smartphone wirkt, auch wenn LG keine Premium-Materialien verwendet hat, durchaus edel - auch wenn es nicht ganz die Anmut eines Apple iPhone 5 oder Motorola Razr i erreicht. Designtechnisch erinnert es stark an das Designer-Handy Pradaphone by LG 3.0.

Hardware

Unter der Haube werkelt Nvidias Tegra 3-Prozessor. Er liefert eine hervorragende Leistung - auch wenn er in den Benchmarks keine neuen Geschwindigkeitsrekorde aufstellt, sondern sich hinter dem HTC One X+, dem Apple iPhone 5 sowie den Samsung-Modellen Galaxy Note 2 und Galaxy S3 einreiht. Erfreulicherweise ist es den LG-Ingenieuren aber gelungen, die Wärmeentwicklung des Chips etwas in den Griff zu bekommen: Das Optimus Vu erhitzt sich bei längerer Nutzung nicht so stark wie andere Tegra-Modelle.

LG Optimus Vu

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Dem LG Optimus Vu liegt ein Bedienstift bei. (Bild: netzwelt)

Der Bildschirm misst in der Diagonalen fünf Zoll (12,7 Zentimeter). Er entpuppt sich als sehr hell, was auch eine gute Ablesbarkeit bei direkter Lichteinstrahlung gewährleistet. Die Farben wirken natürlich, bei größeren Weißflächen ist nur ein leichter Grauschleier zu sehen, allerdings sind die Farben nicht so brillant wie etwa bei Samsungs Super-AMOLED-Technologie. Der Bildschirm des Optimus Vu wirkt vergleichsweise blass. Die Auflösung ist mit 1.024 x 768 Pixeln geringer als bei anderen Highend-Modellen, trotzdem wirkt Schrift klar auf dem Optimus Vu. Störend ist teilweise aber das ungewohnte Format: Im 4:3 Format werden bei Shadowgun beispielsweise teilweise Menüpunkte abgeschnitten. Nutzer können jedoch durch einen längeren Druck auf den Home-Button das Seitenverhältnis anpassen.

Der interne Speicher des Optimus Vu misst 32 Gigabyte, dem Nutzer stehen davon rund 26,5 Gigabyte zum Speichern von Daten zur Verfügung. Per Speicherkarte erweitern lässt sich der Speicherplatz beim P895 nicht.

Das LG Optimus Vu unterstützt zwar nicht den neuen Mobilfunkstandard LTE, dafür unterstützt das Smartphone die neue Nahfunktechnik NFC. LG legt dem Modell einen LG+-Tag genannten NFC-Sticker bei, auf dem der Nutzer Handyprofile, etc. hinterlegen und nur mit einer Berührung abrufen kann. Darüber hinaus sind die Einsatzmöglichkeiten von NFC aber noch begrenzt.

Bedienstylus und Schreibgefühl

Der Bedienstylus des Optimus Vu ist in etwa so dick wie der des Galaxy Note 2 und liegt gut in der Hand. Der Versatz beim Schreiben ist gering, ein Verschmieren der Schrift wird verhindert, da das Display nicht gleichzeitig Eingaben von Stylus und Finger akzeptiert. Allerdings unterstützt der Stift nicht so viele Druckstufen wie der des Note 2. Das Schreiben wirkt dadurch unnatürlich. Ein weiterer Minuspunkt: Der Stift lässt sich nicht im Gehäuse befestigen.

Auch fehlt es an Stylus-Software. Über eine Hardwaretaste lässt sich ein Notizprogramm aufrufen. Der Nutzer kann dann ähnlich wie beim HTC Flyer direkt Notizen auf einem aktuellen Screenshot hinterlegen. Weitere Stylus-Apps sucht der Nutzer abgesehen von einem Notizblock jedoch vergebens.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des LG Optimus Vu ist befriedigend. Gesprächspartner klingen weitestgehend natürlich, allerdings waren im Test leichte Störgeräusche im Form eines Rauschens zu vernehmen.

Der Akku bietet eine Kapazität von 2.080 Milliamperestunden. Im Test hinterließ er aber keinen ausdauernden Eindruck. Bei voller Displayhelligkeit und aktiviertem WLAN sowie aktiver Mobilfunkverbindung verbrauchten eine halbe Stunde Zocken 21 Prozentpunkte auf der Akkuanzeige, eine Aktivierung des Energiesparmodus brachte keine nennenswerte Verbesserung.

Mehr als die für Smartphones üblichen anderthalb Tage Laufzeit sind beim Optimus Vu also nicht drin. Power-Nutzer dürften beim Optimus Vu mitunter sogar Probleme bekommen, ohne Stromzufuhr über den Tag zu kommen. Der Akku des Optimus Vu ist fest verbaut und lässt sich nicht vom Nutzer wechseln.

Multimedia

Auf der Rückseite verbaut LG eine 8-Megapixel-Kamera. Sie lieferte im Test brauchbare Bilder, die jedoch etwas blass wirken und zum Teil ein leichtes Rauschen sowie einen leichten Rotstich aufweisen. Ein mit dem Optimus Vu gemachtes Testbild finden Sie hier. Videos nimmt das LG Optimus Vu im Übrigen in Full HD auf.

Das LG Optimus Vu ist zur Hintergrundbeschallung zwar ausreichend laut, der Klang ist jedoch sehr dünn. Ihm fehlt es an allem - Bass, Höhen und Tiefen. Mit angeschlossenen Kopfhörern können Nutzer den Klang dank der Equalizerfunktionen optimieren. An hochwertige MP3-Player reicht das Modell dennoch nicht heran - auch wenn Komfortfunktionen wie ein Sleeptimer integriert sind.

Software

Als Betriebssystem kommt Android 4.0 zum Einsatz. Ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean soll 2013 zunächst in Südkorea erscheinen. LG hat das Optimus Vu mit einer eigenen Nutzeroberfläche ausgestattet. Im Mittelpunkt steht dabei die schon erwähnte Quickmemo-Funktion. Hinzu kommen einige weitere LG-Apps und -Widgets wie ein Backup-Programm oder ein Programm für den Remote-Zugriff des Kundendienstes auf das Gerät.

Fazit

LG bereichert mit dem Optimus Vu den Smartphone-Markt mit einem ausgefallenen und mutigen Modell. Ein echter Konkurrent für das Galaxy Note 2 ist das Modell jedoch noch nicht, dafür bindet LG den beiliegenden Stylus softwaretechnisch nicht genug ein. Der Stift wirkt eher aufgesetzt. Durch das gewählte Format ist das Optimus Vu zudem unhandlich.

Im Netz wird das LG Optimus Vu aktuell ab 450 Euro gehandelt. Eine Alternative ist das Samsung Galaxy Note oder das Samsung Galaxy Note II.

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