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Lenovo ThinkPad X1 Carbon im Test
Aus besten Zutaten

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Mit dem Lenovo ThinkPad X1 Carbon betritt ein echtes Ultrabook-Highlight den Testparcours von netzwelt. Seine Qualitäten versteckt das X1 dabei gekonnt hinter einer Fassade aus purem Understatement.

Was für ein schönes Ultrabook - das Lenovo X1 Carbon gefällt sofort und wird mit der Zeit sogar immer besser. Fast mühelos spielt es sich in die Top-Platzierung der Bestenliste. Das liegt zum großen Teil, aber längst nicht nur, am hervorragenden Gehäuse aus leichter Kohlefaser.

Nicht nur in der Formel 1 ist Kohlefaser der Stoff, aus dem Erfolgsträume sind. Auch Lenovo peppt sein ohnehin schon gutes Thinkpad X1 mit dem edlen Werkstoff auf. Herausgekommen ist ein Business-Ultrabook zum gehobenen Preis, das sich aber mit einer gehörigen Portion Understatement und Coolness wohltuend von der Masse abhebt.

Mattschwarzes Understatement

Wenn man das X1 Carbon das erste Mal in den Händen hält, fällt sofort das für ein 14-Zoll-Gerät sehr niedrige Gewicht auf. Gerade einmal 1.340 Gramm zeigt die Waage an. Dieses Gewicht findet man sonst eher bei Notebooks mit deutlich geringerer Bildschirmdiagonale. Das leicht angeraute, graphitartige Gehäuse vermittelt einen ungewohnten, aber hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitungsqualität am X1 Carbon ist sehr gut. Hier wackelt und klappert kaum etwas. Auch lassen sich keine auffälligen Spaltmaße finden. Lediglich das Display wippt ein wenig zu stark nach, wenn man es mit dem Finger berührt.

Ausstattung und Anschlüsse

Das netzwelt zur Verfügung gestellte Testgerät besitzt einen Intel Core i5-Prozessor (3427U) mit einer Standard-Taktrate von 1,8 Gigahertz, im Turboboost-Modus sind es bis zu 2,8 Gigahertz. Als Grafiklösung kommt einmal mehr Intels HD Graphics 4000 zum Einsatz. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt acht Gigabyte. Außerdem verbaut Lenovo im X1 Carbon eine schnelle SSD mit einer Kapazität von 240 Gigabyte.

Beim Testgerät handelt es sich noch um die Version mit installiertem Windows 7. Ein Nachfolgegerät mit Windows 8 und berührungsempfindlichem Bildschirm ist bereits in den USA verfügbar und wird voraussichtlich auch in Deutschland erscheinen. Wer jetzt ein X1 Carbon bestellt, bekommt Windows 8 aber auf jeden Fall mitgeliefert.

Als Anschlüsse fungieren ein USB-3.0-Anschluss an der rechten Seite, ein dauerhaft stromführender USB-2.0-Anschluss an der linken Flanke sowie ein Mini-Displayport und ein Speicherkartenschacht. Die HD-Webcam befindet sich am oberen Display-Rand. Im Testgerät von netzwelt ist zusätzlich ein UMTS-Modul eingebaut, das bei eingelegter SIM-Karte den Internetzugang auch ohne Hotspot ermöglicht. Der SIM-Kartenschacht befindet sich an der ansonsten anschlussfreien Rückseite des Ultrabooks.

Weitere Ausstattungsdetails betreffen die Sicherheit des X1 und seines Besitzers. So findet sich am Testgerät der ebenfalls optionale, optische Fingerabdruck-Scanner. Nach einmaliger Registrierung reicht es daher aus, mit dem Finger über die Fläche des Scanners zu fahren, um das ThinkPad aus dem Ruhezustand zu wecken und sich gleichzeitig im Betriebssystem anzumelden.

Tastatur und Eingabegeräte

Lenovo-Tastaturen genießen zurecht einen sehr guten Ruf. Das in zwei Stufen beleuchtbare Tastenfeld des X1 Carbon legt hier nach Meinung von netzwelt noch eine Schippe drauf.

Die einzeln aufgehangenen Tasten bieten einen fast idealen Hub, gepaart mit einem exakten Druckpunkt, sodass die Schreibarbeit zur hellen Freude wird. Dabei bleibt die Lautstärke-Entwicklung stets in einem absolut vertretbaren Rahmen - kurzum: vorbildlich. Auch das Glastouchpad mit einer Diagonalen von 11,3 Zentimetern überzeugt. Es ist mit der gleichen gummierten Oberfläche wie das Gehäuse überzogen und bietet hervorragende Gleiteigenschaften. Es versteht sich auch mit Multitouch-Gesten und simuliert per Klick rechte und linke Maustaste.

Wer Lenovo-Notebooks kennt, erwartet nun eine weitere Eingabemöglichkeit. Daher ist es wenig überraschend, dass der chinesische Hersteller auch im ThinkPad X1 Carbon den bekannten TrackPoint verbaut. Mithilfe des roten Analog-Sticks, der zwischen den Buchstaben "B", "G" und "H" sitzt, lässt sich der Mauszeiger nach einer Eingewöhnungsphase recht flott und zielsicher über die Anzeige schieben. Ergonomisch sinnvoll verfügt er über eigene, unterhalb der Leertaste platzierte Maustasten.

Lenovo ThinkPad X1 Carbon im Test

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Was für ein schönes Ultrabook: Das Lenovo ThinkPad X1 Carbon macht ganz auf Understatement. Kostet aber leider genauso viel, wie andere Edel-Ultrabooks. (Bild: Lenovo)

Im oberen Gehäuseteil der Base Unit finden sich schließlich Direkttasten zur Lautstärkesteuerung und zum Stummschalten des eingebauten Mikrofons sowie eine weitere Schaltfläche zum Aufrufen einer Lenovo-eigenen App-Übersicht. Ähnlich Windows 8 präsentiert der Hersteller hier Apps und Shortcuts zu Grundeinstellungen des Notebooks. Generell installiert Lenovo jedoch dermaßen viel Freeware und Testzugänge auf dem ThinkPad X1 Carbon, dass sich fast schon eine Neuinstallation des Betriebssystems lohnt.

Display

Beim verbauten 14-Zoll-Display handelt es sich um die optional erhältliche entspiegelte Variante (HD+-Display, Antiglare). Dies prädestiniert das Testgerät auch für den Außeneinsatz, denn die Anzeige ist nicht nur reflexionsarm, sondern auch sehr leuchtkräftig. Der Hersteller gibt die Leuchtkraft mit 300 Candela pro Quadratmeter an. Die meisten anderen Notebook-Displays sind dunkler.

Die Auflösung von 1.600 x 900 Bildpunkten lässt Schrift und feine Linien scharf erscheinen - der Schärfegrad kommt aber nicht an die hohe Auflösung von Apples-Retina-Anzeige heran, dafür leuchtet das Lenovo-Display deutlich heller. Die Farben verfälschen lediglich beim Verstellen des Bildschirms in ungewöhnliche Positionen, der Display-Inhalt bleibt aber dennoch erkennbar. Sehr gut: Lenovo verbaut im X1 Display-Scharniere, die einen ungewöhnlich großen Aufstellwinkel von bis zu 180 Grad zulassen.

Leistung und Umwelt

Die Kombination aus flotter SSD, üppigem RAM und Intel Core i5-Prozessor ermöglicht im Alltag mehr als ausreichend Reserven, um typische Office-Anwendungen zügig zu erledigen. Windows 7 bescheinigt dem Testgerät einen Leistungsindex von 5,8. Unter Cinebench 11.5 erreicht die getestete Konfiguration im CPU-Test gute 2,55 Punkte. Nach Abschluss des Grafiktests stehen 15,29 Bildwiederholungen in der Sekunde auf der Uhr. Dies sind für ein Business-Ultrabook gute Werte. Das Lenovo ThinkPad X1 platziert sich damit beispielsweise vor Samsungs Series 9 (getestet mit Core i5-3317U) und nur knapp hinter Dells XPS 12 mit Intel Core i7-Prozessor.

Auch aktuellere Spiele laufen auf dem X1, sofern der Nutzer den Detailgrad mit Bedacht wählt. Ein Gaming-Rechner ist das ThinkPad aber noch lange nicht, dafür ist die interne Grafik schlicht und ergreifend zu schwach. Die Kraft des leider nicht austauschbaren Akkus mit einer Kapazität von 46 Wattstunden war im Office-Test (Helligkeit im unteren Drittel, Funkverbindnugen deaktiviert) erst nach sehr guten 8:15 Stunden erschöpft. Zudem lässt sich das Lenovo-Ultrabook erstaunlich schnell aufladen - nach etwas über einer halben Stunde an der Steckdose sind die Batterien bereits wieder zu über 75 Prozent aufgeladen.

Um die Erweiterbarkeit der Komponenten ist es hingegen schlechter bestellt. Zwar lassen sich auf der Rückseite sieben handelsübliche Kreuzschlitzschrauben lösen. Anschließend muss jedoch die gesamte Front inklusive Tastatur angehoben werden, um einen Blick auf den sehr beengten Innenraum des X1 zu erhaschen. An Base Unit und Tastatur angebrachte Klebestreifen erschweren zusätzlich den Zugang. Der Arbeitsspeicher ist zudem fest auf dem Motherboard verlötet, ein Austausch daher nicht möglich.

Das Lenovo X1 Carbon bietet einen sehr großen Display-Winkel von bis zu 180 Grad (Quelle: Lenovo)

Unter Volllast wird der Gehäuseboden merklich warm. Im Alltagsbetrieb kommt das X1 jedoch gut mit der Wärmeabfuhr klar. Erfreulicherweise sind die verbauten Lüfter im Officebetrieb kaum zu hören. Und selbst bei anspruchsvollen Berechnungen und in Grafikprogrammen empfanden wir das Lüftergeräusch nie wirklich störend.

Fazit

Beim Notebook-Kauf sprechen für viele Nutzer immer auch subjektive Argumente eine Rolle. Nach Meinung von netzwelt liefert Lenovo mit dem X1 Carbon eines der besten und optisch ansprechendsten Ultrabooks überhaupt ab. An der Gesamtleistung, den hervorragenden Eingabegeräten und am Outdoor-tauglichen Display gibt es aber auch objektiv nicht viel zu kritisieren. Hier zählt das ThinkPad X1 Carbon zur Oberliga, was sich im Preis niederschlägt.

Die Tatsache jedoch, dass bereits ein Nachfolgemodell mit berührungsempfindlichem Bildschirm und Windows 8 in den Startlöchern steht, sollte zu denken geben. Aber vielleicht ist für den einen oder anderen auch gerade daher jetzt der richtige Zeitpunkt, beim ThinkPad X1 zuzuschlagen. Aktuell beginnen die Preise im Lenovo-Onlineshop bei 1.570 Euro. Bei dieser Variante verbaut Lenovo allerdings eine Anzeige mit einer geringeren Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln, die SSD-Kapazität beträgt nur 128 Gigabyte, das UMTS-Modul fehlt und die Höhe des Arbeitsspeichers beträgt nur vier Gigabyte. Für das Testmodell veranschlagt Lenovo 1.950 Euro.

Als leichtgewichtige Alternative empfiehlt sich etwa das Toshiba Z930, das zwar nur mit einem (ebenfalls matten) 13-Zoll-Display ausgestattet, aber nochmals leichter ist. Auch Samsungs edles Vorzeigenotebook Series 9 ist einen Blick wert.

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Lenovo ThinkPad X1 Carbon im Test
Lenovo ThinkPad X1 Carbon im Test
Das Lenovo ThinkPad X1 überzeugt mit seiner guten Gesamtleistung, genauso wie durch seine gute Verarbeitung und das niedrige Gewicht.
http://www.netzwelt.de/news/94676-lenovo-thinkpad-x1-carbon-test.html
2012-12-19 17:03:56
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Lenovo ThinkPad X1 Carbon im Test