Ein All-In-One-PC ohne PC

Windows-8-Touchscreen: Dell S2340T im Test

Der 23-Zoll-Monitor S2340T von Dell unterstützt Multitouch-Eingaben mit bis zu zehn Fingern und verwandelt damit Desktop-Rechner und Notebooks in echte Windows-8-Spezialisten. Dank zahlreichen Anschlüssen und eingebauten Lautsprechern fungiert er auch als Multimedia-Hub. Im Test stellt sich heraus: Der S2340T ist ein All-In-One-PC - nur der PC fehlt.

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Dell S2340T: Dieser Monitor von Dell verwandelt Notebooks und Desktop-Rechner im Handumdrehen in Windows-8-Spezialisten. Denn die 23 Zoll große Anzeige reagiert auf Berührungen. Zum Video: Dell S2340T

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Verarbeitung und Anschlüsse
  2. 2Inbetriebnahme
  3. 3Bildqualität
  4. 4Fazit
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Microsofts aktuelles Betriebssystem Windows 8 ist auf die Bedienung per Finger ausgelegt. Bislang profitieren vor allem Notebooks und Tablet-Computer mit eingebautem Touchscreen davon. Aber auch einige All-In-One-Rechner mit berührungsempfindlichem Bildschirm gibt es bereits auf dem Markt, wie Lenovos Ideacentre A720

Dells S2340T verwandelt aber im Prinzip jeden Rechner und jedes Notebook in einen Windows-8-Spezialisten. Dazu bringt er ein 23 Zoll (58,42 Zentimeter) großes Display im 16:9-Format mit, welches Berührungen von bis zu zehn Fingern gleichzeitig erkennen kann. Das Ganze ruht auf einem flexiblen Standfuß, der auch exotische Winkel erlaubt.

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Zur Seite lässt sich der Standfuß zwar nicht drehen. Dafür ist er in der Höhe und in der Neigung flexibel einstellbar. Beispielsweise lässt er sich auch um 90 Grad nach hinten klappen, sodass eine Art berührungsempfindlicher Tisch entsteht. 

Verarbeitung und Anschlüsse

Auch wenn große Flächen des Dell-Monitors aus mit Klavierlack überzogenem Kunststoff bestehen, gibt es an der generellen Verarbeitungsqualität nur wenig auszusetzen. Beim Testgerät von netzwelt gibt etwa die Standfuß-Mechanik beim Verstellen der Neigung Quietschgeräusche von sich. Zudem mussten wir nach dem Auspacken feststellen, dass die Kunststoffabdeckung des Standfußes nicht zu einhundert Prozent passgenau eingesetzt war. Nach einem etwas festeren Druck auf selbige war dieses Problem aber dauerhaft behoben. 

Die durchgezogene Glasfront verleiht dem Dell-Monitor ein wenig die Optik eines übergroßen Tablet-PCs. Für das Verstellen des Winkels sind beide Hände notwendig. Unschön: Beim Berühren des Monitors, etwa um eine App auszuwählen, wippt die gesamte Konstruktion ein wenig nach. Unter Umständen reicht auch das beherzte Tippen auf einer auf dem Schreibtisch liegenden Tastatur aus, um den Monitor in leichte Bewegung zu versetzen.

Das Testgerät ist nicht nur ein reiner Monitor, sondern übernimmt gleichzeitig auch noch die Funktionen eines Hubs. Dazu bietet der S2340T eine Reihe von Anschlüssen, die sich alle im Standfuß integriert finden. An der rechten Seite platziert Dell zwei USB-3.0-Schnittstellen. Links finden sich je ein Kopfhörer-Ausgang und ein Mikrofon-Eingang. Auf der Rückseite befinden sich zwei weitere USB-3.0-Anschlüsse sowie ein HDMI- und ein Ethernet-Port. Im Standfuß befinden sich zudem gut und kräftig tönende Stereo-Lautsprecher, am oberen Bildschirmrand eine eingebaute Webcam.

Inbetriebnahme

Das Setup des Dell S2340T ist innerhalb weniger Augenblicke erledigt. Die Verbindung erfolgt wahlweise über das im Lieferumfang enthaltene HDMI- oder USB-Kabel. Die Verbindung über USB bietet sich vor allem für Notebooks an, die nicht über einen eingebauten HDMI-Ausgang verfügen. Im Test war dazu das Installieren eines Display-Link-Treibers notwendig. 

Alle anderen Treiber werden unter Windows 8 automatisch installiert, sofern bei Inbetriebnahme ein Internetzugang vorhanden ist. Als Notlösung legt Dell dem Touch-Monitor aber auch noch eine CD mit passenden Treibern bei. Im Test funktionierte sowohl der Betrieb mit einem Convertible (Sony Vaio 11 Duo) als auch mit einem MacBook Pro problemlos. Unter Mac OS X wird keine Touchscreen-Funktionalität unterstützt und der ST2340T verwandelt sich zum ganz normalen Monitor. Für Windows 7 bietet Microsoft zwar das so genannte Touch Pack an. Eine zufriedenstellende Bedienung des OS ist damit aber nicht gewährleistet. 

Sobald der Dell-Monitor mit einem kompatiblen Windows-8-Gerät gekoppelt ist, stehen auf dem großen Monitor sämtliche Funktionen und Gesten zur Verfügung, die auch beim Windows-8-Einsatz auf einem Tablet möglich sind. Dies ist vor allem bei den Live-Kacheln, speziellen Anwendungen und Spielen der Fall. Dann funktioniert die Eingabe mit der Hand ohne Verzögerung zuverlässig und auch Pinch-to-Zoom-Gesten werden ordnungsgemäß erkannt. Mit (Wacom-)Bedienstiften kommt die Anzeige hingegen nicht zurecht.

Dell S2340T im Test

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Im Test erwies sich die Monitor-Oberfläche als überraschend unanfällig gegenüber Fingerabdrücken. Die gerade von Tablet-PCs bekannten Fettschlieren traten beim S2340T erst nach einiger Zeit auf und ließen sich mit einem Mikrofaser-Tuch schnell wieder entfernen. 

Bildqualität

Dell baut in den S2340T ein IPS-Panel mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten ein. Nur wer genauer hinsieht, erkennt einzelne Pixel. Maximal kann es laut Hersteller 16,7 Millionen Farbnuancen darstellen. Den Kontrast gibt Dell mit 1.000:1 an, den dynamischen Kontrast mit 8.000.000:1 und die Reaktionszeit mit nicht gerade Gaming-kompatiblen acht Millisekunden. Die Leuchtkraft beträgt maximal 270 Candela pro Quadratmeter. 

Im Alltag führen diese Werte zu einem ausgewogenen, relativ farbtreuen Bild. Vor allem die hohen Blickwinkel auf die Anzeige gefallen, da es auch in extremen Winkeln kaum zu Farbverfälschungen kommt. Als störend empfand netzwelt im Test jedoch die nicht entspiegelte Anzeige. In hellen Büroräumen spiegeln sich so nicht nur die Lichtquellen, sondern auch der Anwender selbst im Monitor.

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