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Zu auskunftsfreudig: Kinder-Apps versagen beim Datenschutz
Amerikanische Bundeshandelskommission

von Stephan Porada Uhr veröffentlicht

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Die amerikanische Verbraucherschutzbehörde hat erhebliche Datenschutzmängel bei Apps für Kinder festgestellt. Diese versenden oft ohne Einwilligung der Eltern Daten an Werbefirmen oder die Entwickler.

Die meisten Apps, die sich an Kinder richten, versagen beim Datenschutz. Dies hat die amerikanische Federal Trade Commission in einer Studie herausgefunden. Ein Großteil der getesteten Apps versendet Nutzerdaten ohne Wissen der Eltern an Dritte.

Werbefirmen und Netzwerke sind an den Nutzerdaten von Kindern interessiert.

Die Federal Trade Commission, das Pendant zum deutschen Verbraucherschutz, hat in einer eigenen Studie erhebliche Mängel bezüglich des Datenschutzes bei Apps für Kinder aufgedeckt.

Im Rahmen der Untersuchung testete die Institution 400 Apps, die mit dem Schlüsselwort "Kids" in den App-Stores gefunden wurden. Jeweils 200 der Applikationen stammen aus dem Google Play Store und dem Apple App-Store. Dabei wurden sowohl kostenpflichtige als auch kostenlose Anwendungen ausgewählt.

Schlechter Datenschutz

In den genaueren Tests fanden die Mitarbeiter heraus, dass 60 Prozent der untersuchten Anwendungen die Geräte-ID zum App-Hersteller, einem Werbenetzwerk, einer Werbefirma oder einer anderen dritten Partei schickten. Das Gefährliche an der Geräte-ID ist, dass diese wie ein digitaler Fingerabdruck funktioniert. Unternehmen können beispielsweise mit Apps persönliche Nutzerdaten wie Namen, Telefonnummern, E-Mail oder die aktuelle Position sammeln und mit der eindeutigen Geräte-ID verknüpfen. Auf Grundlage dessen können Nutzerprofile angelegt werden, die sich genau einer Person zuordnen lassen.

Nur etwa 20 Prozent der Hersteller der getesteten Apps klären über die eigenen Datenschutzrichtlinien überhaupt auf.

Verschwiegene Informationen

Neben der Problematik des Datenschutzes bemängelt die Studie noch weitere Aspekte, die vor der Installation einer App dem Nutzer verschwiegen werden. Zu diesen gehören laut Studie beispielsweise werbefinanzierte Applikationen, die nicht explizit darauf hinwiesen, dass in der Anwendung Werbung auftaucht. Insgesamt verwiesen nur 59 von 230 werbefinanzierten Apps auf diesen Umstand.

Ein weiterer Kritikpunkt der Studie ist, dass 17 Prozent der gesamt getesteten Apps die Möglichkeit boten, gegen Echtgeld Leistungen innerhalb der Anwendung zu kaufen. Zwar gibt es in beiden App-Stores Indikatoren, die darauf hinweisen, doch insgesamt bemängelt die Untersuchung, dass die Hinweise darauf oft nicht auffallen und für viele Eltern schwer verständlich sein könnten.

Außerdem war bei 36 von den 400 untersuchten Apps vor der Installation auch nicht ersichtlich, dass innerhalb der Anwendungen soziale Netzwerke genutzt werden können.

Fazit der Studie

Die Federal Trade Commission zieht aus der Studie das Fazit, dass alle Beteiligten wie die Entwickler, die App-Stores und dritte Parteien Maßnahmen ergreifen sollen, die eine höhere Transparenz für den Endnutzer bieten. So soll beispielsweise besser dargestellt werden, wie genau die Nutzerdaten genutzt werden.

Neben dem Aufruf fordern US-Datenschutzorganisationen, dass der Children's Online Privacy Protection Act weiter verschärft wird, sodass nur noch mit Einwilligung der Eltern Nutzerdaten über Kinder-Apps gesammelt werden können.

Apple-ID für Kinder unter 13 Jahren einrichten

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Die Apple-ID für Kinder kann nur von dem Organisator einer Familienfreigabe eingerichtet werden. Rufe auf dem Gerät des Organisators die Einstellungen auf und tippe links auf "iCloud". Tippe danach auf der rechten Seite auf "Apple-ID für ein Kind erstellen". (Quelle: Screenshot)

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Eine Studie des amerikanischen Verbraucherschutzes hat erhebliche Datenschutzmängel bei Kinder-Apps festgestellt.
http://www.netzwelt.de/news/94602-auskunftsfreudig-kinder-apps-versagen-datenschutz.html
2012-12-11 16:53:09
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/werbefirmen-netzwerke-nutzerdaten-kindern-interessiert-bild-netzwelt-17408.jpg
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