Blitzkrieg vom Mond

Iron Sky - Invasion: Im Kurztest

Entwickler Reality Pump verlagert den "Meteor Blitzkrieg" von der Kinoleinwand auf die Konsolen. Das Spiel zur Science-Fiction-Blödelei "Iron Sky" hätte nicht zuletzt wegen seiner herrlich überzogenen Realfilmsequenzen eine unterhaltsame Weltraumballerei im Stile von "Wing Commander" werden können. Aber während man mit einem namenlosen Piloten im Akkord Reichsflugscheiben vom Himmel holt, verflüchtigt sich zunehmend die Wiedersehensfreude mit so manchem Filmdarsteller und dem angegrauten Genre - und die große Leere macht sich breit...

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Iron Sky -  Invasion: Im Kurztest - Topware reicht mit "Invasion" das Spiel zur Kino-Blödelei "Iron Sky" nach. (Bild: Topware Interactive)
Topware reicht mit "Invasion" das Spiel zur Kino-Blödelei "Iron Sky" nach. (Bild: Topware Interactive)

Die absurde Ausgangssituation von Film und Spiel: Nazis, die sich 70 Jahre lang auf der dunklen Seite des Mondes versteckt haben, wollen im Jahr 2018 auf der Erde wieder ein Reich gründen. Das Vierte. Und dank unbegrenzter Energievorräte, Unmengen von fliegenden Untertassen und gewaltiger Weltraum-Zeppeline mit Asteroiden im Schlepptau könnte das sogar gelingen.

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Doch zum Glück gibt es den Spieler. Der stürzt sich mit einem anfangs recht schwächlichen Jäger mitten ins Geschehen und muss die titelgebende Invasion mehr oder weniger alleine stoppen. Damit nicht genug: Alle Aufträge, die er von irdischen Regierungschefs bekommt, spielen sich vor einer großen, fortwährenden Schlacht im All ab. Während man also das amerikanische Flaggschiff "USS George W. Bush" für einen Propagandastreifen filmt, einen abtrünnigen Nazi eskortiert oder die schöne Renate Richter (dargestellt von Julia Dietze) beschützt, sollte man stets den Mond im Auge behalten. Von dort starten regelmäßig neue Angriffswellen Richtung Erde.

Neben gutem Timing und Treffsicherheit ist während der Missionen zuweilen auch Taktik gefragt - vor allem, wenn man die riesigen "Siegfried"-Zeppeline stoppen möchte. Die gewaltigen Brocken sind nämlich nur verwundbar, wenn sie ihre Hangar-Tore öffnen und neue Reichsflugscheiben Marke "Rheingold" ausspucken. Deren Wrackteile lassen sich aufsammeln und an Raumstationen verhökern. Das Geld fließt wiederum in die Aufrüstung des eigenen Schiffs - in bessere Raketen, Kanonen und Antriebsdüsen.

Auch wenn es keine Cockpitperspektive gibt: Nostalgie kommt auf, wenn wie in seligen Wing Commander- und X-Wing-Zeiten die Schiffsenergie zwischen unterschiedlichen Systemen transferiert werden kann. Aber die Freude währt nicht lang. Trotz der eingestreuten und durch die Bank amüsant-trashigen Filmsequenzen ist Iron Sky: Invasion zuweilen langatmig und abwechslungsarm. Die Aufgaben ähneln sich auf Dauer zu sehr. Mehr Gegnertypen wären interessant gewesen - bessere Effekte ebenfalls. Statt grellbuntem Lasergewitter und gewaltiger Explosionen gibt es mickrige Feuerbällchen. Auch die Sounduntermalung ist - von der Original-Filmmusik abgesehen - recht dürftig. Und zwischen Mond und Erde klafft die große Leere.

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Fazit

Der Versuch, das Genre der Space-Simulation wiederzubeleben, ist aller Ehren wert. Nur bei der Umsetzung bewies Reality Pump kein allzu glückliches Händchen. Die Warnung an alle PC-Besitzer: Die Maus- und Tastatursteuerung ist ein Graus. Bei der Verteidigung der Erde lieber zum Gamepad greifen!

Datenblatt

Iron Sky: Invasion
SpielnameIron Sky: Invasion
HerstellerReality Pump
VertriebTopWare Interactive
GenreAction
Erhältlich ab22.11.2012
Preisca. 50 Euro
EAN Code4250230220808
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 12 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerungbefriedigend
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend
SystemPlayStation3
SystemXbox 360
SystemPC

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