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Cisco Linksys EA6500: WLAN ac-Router mit Cloud-Funktion
Ab rund 160 Euro erhältlich

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Der Linksys EA6500 unterstützt den neuen, schnellen WLAN-Standard ac. Zusätzlich locken Cloud-Apps. Überzeugt das Angebot?

Router mit dem Smartphone oder Tablet steuern und kontrollieren: Das Premium-Modell Linksys EA 6500 unterstützt die neue Cloud-Plattform von Cisco und ermöglicht den Zugriff auf das Gerät von unterwegs. Außerdem wird der schnelle WLAN-Standard ac unterstützt. Wie macht sich der Router in der Praxis?

Im Sommer präsentierte der Netzwerkausrüster und Router-Hersteller Cisco eine neue Cloud-Plattform für seine Linksys Smart WiFi-Router. Hauptmerkmal ist ein Kontakt zum Router übers Internet , was den Zugang und die Einrichtung der Geräte grundsätzlich vereinfachen soll. Netzwelt überprüfte die neue Plattform für das viel gepriesene "vernetzte Heim" mit dem Premium-Router EA6500. Das schlicht in schwarz-silber designte Modell unterstützt auch den neuen, schnellen WLAN-Standard ac und soll das Netzwerk mit Brutto-Datenraten im Gigabit-Bereich versorgen.

Erste Bekanntschaft mit der Cisco Connect Cloud-Plattform macht der Nutzer bereits bei der Einrichtung des Routers. Denn nach dem Start der auf CD beiliegenden Installationssoftware ist voreingestellt, einen Cisco Connect Cloud-Zugang anzulegen. Das hatte nach dem Start der Plattform viele Nutzer empört, die vor allem Bedenken wegen des Datenschutzes hatten, zu denen sich der Hersteller in mehreren Blogbeiträgen äußerte. Mittlerweile soll Cisco auch die lokale Netzwerkkonfiguration wieder voreingestellt haben. Netzwelt konnte dies nicht nachprüfen und verzichtete auch auf ein Firmware-Update, das die Einstellung möglicherweise wieder eingespielt hätte. Auch in der alten Fasung kann man die Einrichtungsroutine übrigens auf das lokale Netzwerk reduzieren.

Benutzeroberfläche und Cloud Connect-App

Die Web GUI der Cisco Connect Cloud-Plattform präsentiert sich aufgeräumt und bedienungsfreundlich. Großzügig und mit Symbolen aufgelockerte Schaltflächen (Widgets) auf der Startseite geben eine Übersicht wichtiger Netzwerparameter - vom Netzwerk-Status über verbundene USB-Speicher bis hin zu Kinderschutzfunktionen. Alternativ gelangt man über die direkt links anschließende vertikale Navigation zur jeweiligen Einrichtungsroutine und tieferliegenden Funktionen. Pluspunkt: Die Übersichtsseite kann man individuell anpassen, indem man die Widgets einfach schließt oder in den Untermenüs wieder aktiv schaltet.

Auf Smartphones und Tablets hat Cisco ebenso Übersicht walten lassen und gewährt per Cloud Connect-App einen Überblick über Netzwerkparameter in einer Karusell-artigen Ansicht. Die Administration gelingt dann über den Zugang am unteren Displayrand per Fingertipp. Der Vorteil: Um Funktionen wie etwa das WLAN-Gastnetz zu aktivieren, muss nicht erst der Rechner hochgefahren werden - der Start der App auf dem Smartphone reicht aus. Und wenn niemand zu Hause ist, der sich damit auskennt, kann man sich auch von unterwegs mit dem Router verbinden und zum Beispiel das Gast-WLAN aktivieren.

Cisco Linksys Smart Wi-Fi Router EA 6500

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Der Linkys-Router unterstützt den schnellen WLAN-Standard ac, der das Tempo im Netzwerk per Funk deutlich erhöhen kann. (Bild: netzwelt)

Apps erweitern Funktionsumfang

Cisco arbeitet bei seiner Connect-Plattform mit einer Reihe von Anbietern von Dritthersteller-Apps zusammen. Zu den bisher erhältlichen Miniprogrammen gehören Tools wie Netproofer, eine Filter-App, die den Zugang zu Webseiten kontrolliert. Oder auch HipPlay, eine Software, die den Zugang zum Heimnetzwerk, Online-Speichern wie Dropbox oder Skydrive ermöglicht. Auch die UPnP-App Twonkey Video zum Verteilen von Multimedia aus dem Internet etwa an Smart TV-Geräte ist mit dabei. Eine Liste der unterstützten Apps finden Anwender auf dieser Cisco-Seite im Web. Aber Vorsicht: Nicht alle Apps sind kostenfrei und auch nicht für alle mobilen Betriebsysteme erhältlich.

Netzwelt hat sich im Test vor allem die Gratis-App HipPlay für iOS näher angeschaut. HipPlay dient etwa dem Zugriff auf Medien angeschlossener USB-Speicher, was flüssig und ohne Abbrüche funktionierte. Leider ist die USB-Kontaktaufnahme derzeit nur im lokalen Netzwerk per WLAN möglich und nicht über Mobilfunknetzwerke. Die Cisco Cloud Connect-App schafft hier leider keine Abhilfe, obwohl die Software auch den Zugang zum Router über 3G-Netzwerke ermöglicht. Aber für das Abspielen von USB-Medien dient das Miniprogramm bisher nicht.

WLAN-Standard ac

HipPlay dient auch als Zentrale für den Zugriff auf andere Cloud-Anbieter wie Dropbox und Skydrive und auf Social Media, etwa zum Abrufen von Facebook- und Twitter-Fotos. Leider bietet die App keine Möglichkeit, Daten dieser Dienste mit angeschlossenen USB-Medien am EA6500 zu synchronisieren. Hier konnte der Western Digital-Router My Net N900 Central punkten.

Cisco vermarktet den EA6500 auch als Schaltzentrale zum Vermitteln von HD-Streams, Musik und anderen großen Dateien mit hoher Geschwindigkeit. Dafür spannt das Gerät zwei parallel betriebene WLAN-Netzwerke auf: Im 2,4-Gigahertz-Bereich arbeitet der n-Standard mit Brutto-Datenraten bis zu 450 Megabit pro Sekunde und im 5-Gigahertz-Bereich ermöglicht der schnellere ac-Standard nach Angaben des Herstellers theoretisch sogar 1,3 Gigabit pro Sekunde.

Hardware 1xGigabit WAN, 4xGigabit-LAN, 2xUSB Spalte 3
WLAN IEEE 802.11 a/n/ac (Draft) 5 GHz,
IEEE 802.11 b/g/n 2,4 GHz
-
WLAN-Sicherheit WPA/WPA2
Funktionen/Protokolle Quality of Service (QoS), WPS, SPI -Firewall, Mac-Adressen-Filter, UPnP, DMZ-Support, IPv6-Support, Cisco Connect Cloud-App für iOS und Android, Dritthersteller-Apps (Block the Bad Stuff, HipPlay, Gemini IP Camera Viewer, Twonky Video, Net Proofer), DynDNS, NFC-Funktion SimpleTap
gemessener WLAN-Durchsatz im selben Raum: 85 MBit/s (2,4 GHz), 130 MBit/s (5 GHz),
zweiter Raum: 60 MBit/s (2,4 GHz), 132 MBit/s (5 GHz)
Preis ab rund 160 Euro erhältlich

Netzwerk-Einbindung per NFC-Karte

In der Praxis liegt der Cisco Linksys EA6500 ungefähr gleichauf mit dem D-Link DIR-865L, allerdings mit besseren Werten im  2,4-Gigahertz-Bereich. So erreichte das Cisco-Modell 130 Megabit pro Sekunde im 5-Gigahertz-Netz und bei Messung in zwei Metern Abstand zum Router im selben Raum. Einen Raum weiter, durch eine Wand getrennt, maß netzwelt 132 Megabit pro Sekunde. Im 2,4-Gigahertz-Netz lagen die Werte bei 85 Megabit pro Sekunde (gleicher Raum) und bei 60 Megabit pro Sekunde (Raum nebenan). Die Messung führte netzwelt an der Gegenstelle mit D-Links USB-ac-Adapter DWA-182 durch. Cisco selbst bietet die Media Bridge Linksys WUMC710 an, um Geräte fit zu machen für den neuen Standard. Im Test hatte netzwelt aber mehrfach Probleme, die Hardware mit dem Router per WPS zu verbinden.

Im 5-Gigahertz-Netz kann man über die Web-GUI übrigens auch eine Unterstützung für den n-Standard hinzuschalten. Das ist gut, wenn viele Endgeräte mit WLAN-Signalen befüttert werden sollen, aber einige Tablets, Smartphones, Notebooks oder Desktop-Rechner schon im weniger stark frequentierten 5-Gigahertz-Bereich funken können. Das WLAN wird ab Werk zwar verschlüsselt, aber nur wenn der Setup-Assistent die Netzwerkkonfiguration erkennt. Ansonsten muss man dies hinterher manuell erledigen.

Mit dem Cisco-Router lassen sich Geräte im Netzwerk auch über einen integrierten 4-fach-Gigabit-Switch vernetzen. USB-Drucker, -Sticks oder -Festplatten nimmt der EA6500 über zwei entsprechende Schnittstellen entgegen. Zu den weiteren Routerfunktionen gehören unter anderem ein Kinderschutz für definierte Geräte und die Möglichkeit, WLAN-Gastnetzwerke aufzuspannen. Medien- und FTP-Server aktiviert man ebenfalls bei Bedarf, auch VPN-Verbindungen unterstützt und vermittelt der Router im Netzwerk. Eine nette Beigabe ist SimpleTap, eine Funktion für NFC-Handys zum leichten Einbinden der Geräte ins Netzwerk. Dazu legt der Hersteller dem EA6500 eine SimpleTap-Karte bei, mittels der Cisco Connect Cloud-App wird das Smartphone oder Tablet dann automatisch ins Netzwerk integriert.

Fazit

Den Router-Zugriff in die Cloud zu verlegen, ist angesichts der Datenschutzbedenken heikel und gewagt - hat aber den Vorteil, von überall auf das Gerät zuzugreifen und neue Dienste zu ermöglichen. Insbesondere die Cloud Connect App für den mobilen Zugriff gefiel im Test. Leider bieten der EA 6500 und die Cisco Connect Cloud keine Kontaktmöglichkeit zu USB-Speichern - eine Alternative zu Dropbox & Co. stellt er demnach nicht dar.

Ein Pluspunkt neben der App ist die Benutzeroberfläche der Cisco Connect-Plattform, die intuitiv gestaltet ist. Bei den Durchsatzraten hatte netzwelt mehr erwartet, das gilt aber bisher für sämtliche ac-Router im Test. Eine höhere Geschwindigkeit im WLAN bringt der Standard aber ohnehin. Der Linksys EA6500 kostet rund 160 Euro. Wer das Funksignal im ac-Netz weiter verteilen will, kann über den Kauf der WLAN-Bridge WUMC710 nachdenken: Das Gerät ist für rund 100 Euro zu haben.

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Cisco Linksys EA6500: WLAN ac-Router mit Cloud-Funktion
Ciscos Premium-Router Linksys EA6500 lockt mit Cloud-Apps und schnellem WLAN. Lohnt die Investition?
http://www.netzwelt.de/news/94566-cisco-linksys-ea6500-wlan-ac-router-cloud-funktion.html
2012-12-08 06:54:20
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Cisco Linksys EA6500: WLAN ac-Router mit Cloud-Funktion