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Apple-Chef: Tim Cook äußert sich zu Arbeitsbedingungen bei Foxconn
Künftig verstärkte Geräte-Produktion in den USA

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Apple-CEO Tim Cook hat sich in verschiedenen US-Medien über die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern in China geäußert. Apple bemühe sich in diesem Bereich um totale Transparenz und sei Branchenvorreiter in puncto Aufklärung. In Zukunft sollen weitere Produktionsprozesse zudem in die USA verlegt werden. Eine Trennung von Zulieferer Foxconn scheint dennoch unwahrscheinlich.

Apple-CEO Tim Cook äußerte sich in verschiedenen Interviews zu den immer wieder kritisierten Arbeitsbedingungen bei Zulieferer Foxconn. (Quelle: Screenshot nbc.com)

Steve Jobs Nachfolger Tim Cook trat bisher selten vor die Medien. Nun hat er sich in einem Interview mit NBC und einem Gespräch mit Bloomberg Businessweek zum ersten Mal ausführlich über seine Rolle als CEO und seine persönliche Motivation bei Apple geäußert. Bei der Frage nach einem möglichen Fernseher von Apple blieb Cook jedoch wortkarg.

Cook: Apple sorgt für totale Transparenz

Eindeutiger wurde er bei den immer wieder kritisierten Arbeitsbedingungen bei Zulieferer Foxconn. Apple schule Arbeiter in den Fabriken, veröffentliche regelmäßig die erbrachten Arbeitsstunden und bringe sogar Hochschulbildung in die Betriebe, erklärte er gegenüber Bloomberg Businessweek.

Die Kooperation mit der Fair Labor Association (FLA) sei zudem ein wichtiger Schritt um "totale Transparenz" zu gewährleisten. Auch die FLA musste in der Vergangenheit jedoch Kritik hinnehmen. Cook betont: "Kein anderes Unternehmen in der Industrie geht so weit wie wir. Wir gehen zurück bis zu den Minen." Auf Details zu den Quellen der Ressourcenförderung für iPhones und iPads, die oft in Konfliktregionen liegen, geht er dennoch nicht ein. Es gebe immer Dinge, die man nicht wissen könne.

"Auch Manager schlafen in Massenunterkünften"

Angesprochen auf die Massenunterkünfte, in denen chinesische Arbeiter bei Foxconn leben, antwortet er: "Auch einige unserer Manager haben schon in den Schlafräumen gelebt." Das sei ganz normal und Teil des Prozesses, ohne den man die Geschwindigkeit der Innovationen nicht aufrecht erhalten könne.

Im Jahr 2013 plant Apple jedoch, Teile der Produktion in die USA zurückzuholen. Bereits jetzt würden Glasgehäuse und Prozessoren dort gefertigt, wesentliche Konstruktionsstufen des Macs sollen folgen. Allerdings deutete er an, dass Apple nicht anfangen werde, eigene Fabriken zu bauen, sondern mit Zulieferern in den USA zusammenarbeiten will.

Interessanterweise erklärte Foxconn-Sprecher Louis Woo gegenüber Bloomberg, dass das taiwanische Unternehmen in naher Zukunft Fabriken in den USA bauen wolle. "Wir überlegen weitere Herstellungsprozesse in die USA zu verlegen, weil unsere Kunden wollen, dass wir dort produzieren. " Apple wurde zwar nicht direkt erwähnt, die Ausweitung der Zusammenarbeit in den USA ist jedoch wahrscheinlich. Auch in Europa besitzt der Zulieferer Fabriken, die kürzlich ebenfalls aufgrund der dort herrschenden Arbeitsbedingungen kritisiert wurden.

Kommentare zu diesem Artikel

Apple-Chef Tim Cook äußerte sich in verschiedenen Interviews zu den Arbeitsbedingungen bei Zulieferer Foxconn: "Kein anderes Unternehmen in der Industrie geht so weit wie wir", sagte er. Künftig wolle Apple zudem mehr in den USA produzieren.

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  • Olli91 schrieb Uhr
    AW: Tim Cook: "Auch unsere Manager haben schon in Massenunterkünften geschlafen"

    Warum sollten Apple-Manager in ärmlichen Behausungen chinesischer Arbeiter wohnen? Und was hat das mit der Innovationsgeschwindigkeit zu tun? Räsel über Rätsel!

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Apple-Chef: Tim Cook äußert sich zu Arbeitsbedingungen bei Foxconn
Apple-Chef Tim Cook äußerte sich in verschiedenen Interviews zu den Arbeitsbedingungen bei Zulieferer Foxconn: "Kein anderes Unternehmen in der Industrie geht so weit wie wir", sagte er. Künftig wolle Apple zudem mehr in den USA produzieren..
http://www.netzwelt.de/news/94564-apple-chef-tim-cook-aeussert-arbeitsbedingungen-foxconn.html
2012-12-07 15:18:41
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Apple-Chef: Tim Cook äußert sich zu Arbeitsbedingungen bei Foxconn