Wie Technik Poesie verhindert
Verkehrte Netzwelt: Schillers Drucker
Wenn Friedrich Schiller heute noch lebte, würde er seine Balladen und Dramen am PC schreiben - und mit einem Tintenstrahler ausdrucken. Ob er damit auch so viele große Werke hervorbringen könnte? Netzwelt wirft einen Blick in Schillers digitale Dichterwerkstatt. Ein Drama in drei Akten.
Inhaltsverzeichnis
- 11. Akt: Arbeitsstube
- 22. Akt, am Computer
- 33. Akt, im Online-Forum
1. Akt: Arbeitsstube
1. Szene
Schiller hat ein Multifunktionsgerät "Workjet 3500" für 149 Euro gekauft. Er holt das Gerät aus dem Karton, stellt das schwarzglänzende Gerät auf den Tisch und betrachtet es wohlgefällig.
Schiller (lächelt): Was wir als Schönheit hier empfinden, wird als gedruckte Wahrheit das Papier uns entgegenschieben.
Er holt ein Faltblatt mit Zeichnungen und kurzen Anweisungen in 17 Sprachen aus dem Karton und beginnt zu lesen.
Faltblatt: Sehr geehrter Käufer, wir gratulieren Ihnen zum Kauf des Multifunktionsgeräts "Workjet 3500". Sie werden viele Tage Freude mit dem Gerät haben. Zur Installation legen Sie jetzt bitte die beigelegte CD ein."
Schiller legt die CD ein. Nach einigen Sekunden erscheint ein Menü. "Workjet 3500 Command Center" installieren." Schiller klickt auf "Ok".
2. Szene
Command Center: Zur Installation benötigen Sie mindestens 65 Megabyte freien Speicherplatz auf der Festplatte.
Schiller: Ei nanu, einst hat ein Druckertreiber drei Megabyte gehabt, heute verschlingt er gierig 65 Megabyte.
Die Festplatte piepst und blinkt.
3. Szene
Command Center: Die Installation ist abgeschlossen. Um alle Funktionen optimal nutzen zu können, registrieren Sie sich bitte mit Ihrer E-Mail-Adresse. Dann genießen Sie unseren kundenfreundlichen Service. Wollen Sie unseren täglichen Newsletter mit aktuellen Produkt-News und Sonderangeboten? Klicken Sie auf "Ja".
Schiller (klickt auf "Ja"): So lass uns denn das Notwendige mit Würde tun.
Command Center: Um die Installation abzuschließen, müssen Sie jetzt den PC neu starten.
Schiller geht nach links ab, man hört das Geräusch der Kaffeemaschine in der Küche.


Auch Sony mischt in der AV-Receiver-Mittelklasse mit, wie der 1.200 Euro teure STR-DA 3500 belegt. Was der optisch eher unscheinbare, aber sehr gut ausgestattete Japaner im Hörtest leisten konnte, zeigt der ausführliche netzwelt-Test, bei dem es mehrere Überraschungen gab.
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